Les Dalton (2004)

Die Daltons gegen Lucky Luke

Les Dalton (2004) Die Daltons gegen Lucky Luke

Oder: Zu viert in schwarz-gelb

Les Dalton

Das einzige was die Daltons auf die Reihe kriegen

Die Daltons wären gerne gefürchtete Banditen im Wilden Westen, schaffen es aber nicht einmal Tomaten zu klauen. Schlimmer noch, die Freundinnen ihrer Mutter, Ma Dalton, sind allesamt die besseren Kutschenkidnapperinnen. Als die vier unterschiedlich grossen Brüder mal wieder im Kittchen sitzen, stellt Ma sie vor die Entscheidung, entweder überfallen sie jetzt mal zünftig eine Bank, oder sie schlafen für immer und ewig bei den Kojoten draussen in der Prärie.

Etwa zur gleichen Zeit eröffnet die sicherste Bank der Welt. Schnell ist klar, die muss es sein für die Daltons. Damit es auch sicher klappt mit dem Einbruch, begeben sie sich auf die Suche nach einem magischen roten Sombrero in Mexiko, dessen Träger übermenschliche Kräfte entwickelt. Lucky Luke (Til Schweiger), der Mann, der seinen Schatten in allen Belangen drei Schritte voraus ist, beobachtet das ganze nicht ohne Misstrauen, hoch zu Jolly Jumper.


Film-Rating

Lang ist es her, seit dem letzten Lucky Luke Comic in meinen Händen, aber diese französisch-deutsche Koproduktion hat einige Erinnerungen geweckt. Richtig der kleine Joe Dalton war immer wutentbrannt und der lange Averell Dalton nicht ganz gebacken. Der Körpergrösse nach geordnet, gab es dazwischen noch zwei weitere Daltonbrüder, die das Quartett komplettierten, aber nie allzu wichtig waren. Deshalb spielen in Les Dalton, die beiden in Frankreich wohl sehr bekannten Eric et Ramzy Joe und Averell. Im Film tauchen, aber auch weitere längst in meinen Erinnerungen verschwundene Gestalten auf wie Rantanplan der Hund, der wirklich genau so aussieht wie im Comic. Ma Dalton schaffte es sogar mal auf den Titel eines der Bände. Die rüstige Seniorin ist durchaus Teil, der von Morris kreierten Westernlandschaft, dem der Film im Abspann als Hommage gewidmet ist.

Als Film ist die Geschichte ziemlich absurd, knallig bunt und sehr überdreht. Ein Highlight ist der enorm grosse "Glögglisombrero" mit dem Totenkopf, dem ein Grossteil des mittleren Teil des Films gewidmet ist. Zitatfrei gehen solche Komödien heute sowieso nicht mehr und so wird frisch und frei bei Leone, Morricone, Tarantino und den Wachowskis abgeguckt. In einem direkten Vergleich mit dem ähnlich positionierten Schuh des Manitu schneidet diese Westernparodie aber besser ab, weil frecher, dreckiger und auch grusliger. Gegen Ende des Films agieren die Daltons nämlich auch noch als Monster. So ganz verstanden habe ich die Mutationen aber nie, denn neben all dem Slapstick wird hier auch sehr auf die Karte Wortwitz gesetzt, und da muss man mit hobbymässigen Franzkenntnissen schnell mal kapitulieren.

Mit wirrem Kopf wegen der Sprache unserer Compatriotes, lässt sich aber immer noch blendend über die Kostüme sinieren. So ein Lucky Luke-Kostüm, wie es Til Schweiger trägt, wäre für die nächste Fasnacht schnell zusammengestellt.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.03

 

24.12.2004 / rm

Community:

Bewertung: 2.1 (9 Bewertungen)

 

 

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