Confidences trop intimes (2004)

Confidences trop intimes (2004)

Oder: als Voyeur in einer Psychiater-Patient Sitzung

Confidences trop intimes

Ups, jetzt hab ich doch ein bisschen zuviel erzählt.

Anna, eine desillusionierte Frau um die 40 (Sandrine Bonnaire) hat Beziehungsprobleme und weiss nicht wem sie sich anvertrauen soll. Sie vereinbart einen Termin beim Psychiater Dr. Monnier (Michel Duchaussoy) - und irrt sich in der Tür. So landet sie im Büro des Steuerberaters William Faber (Fabrice Luchini). Da sie ihn für den Psychiater hält, vertraut sie sich ihm an und erzählt von ihren Problemen mit ihrem Mann Marc (Gilbert Melki). Noch bevor William das Missverständnis aufklären kann, vereinbart sie einen neuen Termin und verschwindet.

Von nun an besucht Anna William regelmässig um ihre "sehr intimen Geständnisse" diesem schweigsamen und nachdenklichen Mann zu berichten. Auch William wird bald in der verstaubten und doch sehr privaten Atmosphäre seines Büros intime Details aus seinem Gefühlsleben preisgeben müssen. Und von Termin zu Termin kommen sich die beiden näher.

Doch bald entdeckt Ehemann Marc die Intimität zwischen den beiden.


Kinofilm-Rating

Wie der Titel des Filmes schon verspricht, ist Confidences trop intimes ein kleiner Film, der auf weniges fokussiert: zwei Menschen mittleren Alters, ein zeitloses Büro und Gefühle, Gedanken und Geständnisse, die man normalerweise für sich behält. William und Annas Gespräche sind auch sehr interessant zu beobachten - wer würde nicht gerne mal der Voyeur in einer "Psychiater-Patient" Sitzung sein? Doch sonst bietet der Film wenig Spektakuläres, immer wieder landet man im grün-braun und irgendwie frustrierenden Büro von William, immer wieder führt uns Anna mit kurzen, schwer nachvollziehbaren Schilderungen vor Augen, warum Männer davon überzeugt sind, dass man Frauen nicht verstehen kann.

Anna mausert sich im Laufe des Filmes von der sich-selbst-versteckenden Frau, die langsam alt wird, zu einer schönen, selbstbewussten und erotischen Frau, die ihre Jahre mit Stolz in den Augen trägt. William bleibt den ganzen Film hindurch ein recht langweiliger und leider auch hässlicher Steuerberater, und man fragt sich wiederholt, wie er nur bei solchen Frauen landen kann. Interessant sind dafür allemal die Gespräche zwischen William und Dr. Monnier, in denen William sich Rat zum Verlauf einer Psychiatersitzung holt, und Dr. Monnier verblüffende Parallelen aufzeigt - zwischen dem Beruf des Psychiaters und dem des Steuerberaters.

Fazit: ein interessanter Film mit einer guten Idee, einigen sehr guten Dialogen, jedoch einer ruhig vor sich hinplätschernden Handlung ohne Höhepunkte. Leider wurde die Idee nicht zu vollem Potential ausgeschöpft.

3.8 Sterne
3.8 Sterne (5 Bewertungen) | 5 Kommentare

44
15.10.2004 / santam