Collateral (2004)

Collateral (2004)

Oder: Taaaaxxxiiii!

Collateral

Ei, ei, ei, wer kommt denn da?

Max (Jamie Foxx) ist ein Taxifahrer in Los Angeles. Einer unter vielen. Seit 12 Jahren schon fährt er täglich Kunden an die verschiedensten Plätze und hat schon manch nervigen Kunden auf der Rückbank gehabt. Meist sind seine Gäste aber einfach Gesichter im Rückspiegel, die man schnell wieder vergisst. Doch heute scheint das anders zu sein. Eine attraktive Anwältin (Jada Pinkett) steigt in sein Taxi, flirtet, wettet um Fahrtzeiten und lässt ihm ihre Telefonnummer da. Tja, manchmal haben auch Taxifahrer Glück. Und während Max noch der kurzberockten, langhaarigen Schönheit nachträumt, kommt schon der nächste Gast. Und diesen wird Max nie wieder vergessen....

Vincent (Tom Cruise) ist ein Killer. Angekommen in Los Angeles, wird ihm von einem Kurier (überraschender Cameo vom Transporter Jason Statham) eine Tasche mit seinem Auftrag übergeben. Und dieser lautet, dass Vincent in dieser Nacht 5 Kronzeugen in einem Gerichtsprozess ausschalten muss. Ready, steady, go! Vincent macht sich auf den Weg und steigt ins Taxi. Sein Fahrer: Max....

Collateral

Wie bring ich den Typen bloss wieder aus'm Taxi?

Nachdem man freundlich ins quatschen gerät, wird das Taxi für die ganze Nacht gebucht. Eine Nacht mit Meetings, Geschäftsabschlüssen und Freundenbesuchen soll es offiziell werden. Drum hat Max zwar Skrupel, akzeptiert aber schlussendlich das Angebot und freut sich auf seinen grosszügigen Lohn. Doch schon beim ersten "Kunden" wird Max in die brutale Realität zurückgeholt....

Noch ist der Killer am längeren Hebel. Noch ist Max das verschupfte Huscheli im Taxi, dass sich nicht traut, was zu sagen oder sich zu wehren. Doch je länger die Nacht wird, scheint sich das Blatt zu wenden. Beide Personen fangen an, sich zu öffnen. Und obwohl die Taten und die geplanten Aktionen von Vincent noch immer unrecht sind, merken beide Männer, dass sie so verschieden eigentlich gar nicht sind. Trotzdem spitzt sich die Situation zu und wenn das letzte Opfer fällig ist, muss Max zeigen, ob er weiterhin einer von vielen sein will oder ob er den Mut hat, aufzustehen.


Kinofilm-Rating

Tom Cruise als grau melierter Auftragskiller? Jamie Foxx als ernsthafte Filmfigur? Das alles in einem Film von Michael Mann, der schon beeindruckende Werke wie Ali oder Heat abgeliefert hat? Ein Film, bei dem erst mal auffällt, dass es keinen Titelspann gibt? Keine meterhohen Buchstaben, die den Star des Filmes ankündigen? Yes, das kann nur gut werden.

Anfänglich sitzt man praktisch auf dem Nebensitz des Taxifahrers. Er, der sein Taxi hegt und pflegt und von einem Limo-Service träumt, scheint einen coolen Job zu haben. Zwar nerven die Gäste teilweise, aber hey! Dafür kann man mit cooler Musik durch die Nacht cruisen und wenn dann noch ein hübsches Frölein einsteigt, dann sieht die Welt doch wieder ganz anders aus. Der Zuschauer bekommt aber auch einen kurzen Blick auf den grauhaarigen Mann, der Koffer tauscht und erst auf den zweiten Blick als Tom Cruise zu erkennen ist.

Da man ja aber die Konstellation kennt, ist man auch weniger überrascht, als der Grauhaarige dann auch ins richtige Taxi steigt und seine Arbeit zu erledigen beginnt. Die Stärken des Filmes sind dann auch ganz klar die Gespräche im Taxi. Die Konfrontation der beiden auf den ersten Blick so unterschiedlichen Menschentypen, die eine ungewöhnliche und kaum freiwillige Zusammenarbeit anstreben.

Nachdem Tom Cruise mir schon in The last Samurai wirklich gut gefallen hat, kann er auch hier absolut überzeugen. Zwar bringt er seinen netten Ausdruck auch hier nicht ganz weg (da kann er noch so unrasiert daherkommen), aber macht in seiner Rolle einen ganz starken Eindruck. Kein bisschen schwächer ist die Performance von Jamie Foxx einzustufen. Er, der bisher hauptsächlich in Sitcoms und dem Actionfilm Bait zu sehen war, verkörpert den Taxifahrer, der immer mutiger wird, ebenfalls ganz stark. So was hätte ich ihm jetzt nicht unbedingt zugetraut und wurde dementsprechend positiv überrascht. Neben diesem Duo verblassen alle Nebendarsteller. Auch Jada Pinkett, die Ehefrau von Will Smith, hat eigentlich nicht viel zu tun und Bruce McGill (aus Legally Blonde 2) ist zwar interessant, hat aber hier eine sehr stereotypische Rolle als Cop.

Fazit: Collateral ist kein Film, der die jeweiligen Charts wochenlang anführen wird. Dafür ist er, trotz Tom Cruise, zu wenig kommerziell. Der Regisseur hat es sehr gut verstanden, einen Spannungsbogen zu spannen, der ganz langsam und gemächlich anfängt und gegen Ende in einem (leider) Showdown endet, den man schon ein paar Mal gesehen hat. Das eigentliche Ende, beziehungsweise die letzten Worte im Film, regen dann aber wieder den Zuschauer zum nachdenken an und schüren eine gewisse Wahrheit in diesen Worten. Beängstigend, aber wahr.

4.8 Sterne
4.8 Sterne (152 Bewertungen) | 38 Kommentare

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03.09.2004 / muri