Il Cartaio (2004)
Il Cartaio (2004)
Oder: Poker mit dem Joker
Anna Mari sitzt im gelangweilt Polizeibüro als sie eine mysteriöse E-Mail empfängt. Ein Killer, der sich Il Cartaio nennt ist der Absender. Der skrupellose Verbrecher hat eine junge Frau entführt und die Polizei hat die Chance, ihr Leben zu retten. Eine Partie Online-Poker soll gespielt werden: Das Polizeirevier gegen Il Cartaio. Neben der Spieloberfläche erscheint ein Webcam-Bild der gefesselten Entführten. Fünf Spiele sind zu bestreiten. Bei jedem verlorenen Spiel zückt der Bösewicht sein Messer, um etwas an der jungen Dame herumzuschneiden. Verliert die Polizei die gesamte Partie, stirbt das Opfer. Gewinnt sie jedoch, verspricht der Gangster, soll sie freigelassen werden.
Kinofilm-Rating
Dieser erste Film, den ich von Horror-Maestro Dario Argento zu sehen bekam, hat mich eher enttäuscht. Der Film wurde spät abends am vierten Internationalen Festivals des Fantastischen Filmes in Neuchâtel (NIFFF) gezeigt.
Ein durchschnittlicher Serial-Killer-Thriller wird hier serviert. Gore gibt es nur bei der Leichenautopsie, die stark an Szenen aus Jodie Fosters Killerjagd erinnert. Während den Pokerszenen trübt unfreiwillige Komik die Stimmung. Die gefesselten jungen Damen die per Webcam auf den Bildschirm übertragen werden schreien während dem Pokerspiel wie am Spiess. Und bei den begnadeten Schauspielerinnen tönt das ganze dann eher wie der Ton zu einem Film, den man nur hinter dem Vorhang der Videothek finden kann. Man fragt sich da auch, warum die Polizisten bei diesem irritierenden Lärm nicht einfach den Ton herunterdrehten.
Es sind solch dümmliche Details, wie auch der Techno-Soundtrack, die mich immer wieder den Kopf schütteln liessen. Die Opfer des Filmes scheinen die einzigen zu sein, die gefesselt waren von den Spielchen des Cartaios. Die armen Mädchen bekommen nicht einmal eine klitzekleine Hintergrundsgeschichte und dienen nur als Frischfleisch für den Mörder, womit jegliche Empathie und dadurch auch jegliche Spannung auf der Strecke bleibt.
Auch visuell macht der Film den Eindruck einer Direct-to-Video-Produktion mit schlechtem Licht und einem Look, der aus den 80s stammen könnte. Und zu guter letzt ist auch die altbekannte Handlung Grund für meine schlechte Wertung. Möge mir der Argento-Fan verzeihen. Für mich war's nix.
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