Cama adentro (2004)

Cama adentro (2004)

Oder: Bring mir noch einen Whisky, Dora!

Cama adentro

Lady Shave

So kann's nicht weitergehen, das ist Dora (Norma Argentina) klar. Das Hausmädchen hat von Beba (Norma Aleandro) schon seit einem halben Jahr keinen Lohn mehr ausbezahlt bekommen und muss ihr mittlerweile selbst das Geld für Putzmittel vorschiessen. Die beiden älteren Frauen wohnen schon seit dreissig Jahren unter einem Dach. Früher auch zusammen mit Bebas Ex-Mann und deren Tochter Guillermina, die nun in Spanien lebt. Gute Zeiten waren das, als die Business-Lady und ihr Mann in Saus und Braus lebten, doch auch sie wurden von der argentinischen Wirtschaftskrise nicht verschont.

Beba hat seit dem Verlust ihres Beauty-Salons keine Einnahmequellen mehr und kann sich nur mit dem Verscherbeln von Geschirr und Schmuck über Wasser halten und von Zeit zu Zeit bittet sie ihren Ex-Mann um etwas Geld. Doch in eine kleinere Wohnung zu ziehen, oder gar auf ein Hausmädchen zu verzichten, kommt für die Diva auf keinen Fall in Frage, viel zu einsam wäre sie, wenn sie nun auch noch Dora verlieren würde. Natürlich gesteht sie sich das nicht ein, und ihre Gedanken kreisen vor allem darum, vor ihren Freundinnen nicht das Gesicht zu verlieren und alles so erscheinen zu lassen, als sei es in Ordnung.

Dora hat da andere Sorgen: Sie ist dabei, sich mit ihrem Miguel ein kleines Häuschen zu bauen. Unglücklicherweise ist dieser arbeitslos und sie braucht das Geld, das ihr Beba noch schuldet, unbedingt. Schon tausendmal hat sie sich vertrösten lassen, doch nun sieht sie keinen anderen Weg mehr, als sich eine neue Arbeit zu suchen und ihre Patronin allein zu lassen. Es ist für beide das bittere Ende, nicht nur einer Arbeitsbeziehung, sondern auch einer tiefen Freundschaft. Doch ist es tatsächlich ein Abschied für immer?


Kinofilm-Rating

Keine Frage, der gute Jorge Gaggero kann filmen und seine Protagonisten beherrschen das Schauspiel, doch was er hier fabriziert ist doch etwas gar normal, convencionalìsimo sozusagen. Die Geschichte entwickelt sich zwar hübsch zielgerichtet, kommt aber ohne jeglichen Überraschungen daher, äusserst voraussehbar das Ganze. Er beschränkt sich sehr auf die beiden Hauptdarstellerinnen, zeigt schön deren persönliches Drama auf und wirft so einen mikroskopischen Blick auf die Auswirkungen von Argentiniens gescheiterter Wirtschaft. Nichtsdestotrotz wünscht man sich etwas mehr zu sehen von der Stadt, vom Land. Möglicherweise wäre ein Dokumentarfilm die geeignetere Umsetzung des Inhaltes gewesen, viel nüchterner wäre diese Variante jedenfalls kaum gewesen.

Ein typischer Fall eines Autorenfilms: Wichtige Botschaft, verpackt in solidem Handwerk, dem aber jegliche Innovation und Bildästhetik fehlt. Daraus entsteht ein Film, der keineswegs schlecht ist, aber leider dennoch ziemlich langweilig.

2.5 Sterne
2.5 Sterne (1 Bewertung) | 0 Kommentare

2.52.5
09.10.2005 / mazemaster

Cama adentro (2004)
Bewertung: 2.5 (1 Bewertung)
2.5 Sterne » BewertenCama adentro (2004)2.51

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