The Calcium Kid (2004)
The Calcium Kid (2004)
Oder: Milchbubi gets ready to Rumble
Nach dem Rumble in the Jungle und dem "Thrilla in Manila" folgt nun ... "The Melee on the Telly" (d.h. "Das Handgemenge im TV". Ich musste es auch nachschlagen). Der ungeschlagene Weltmeister im Mittelschwergewicht Jose Mendes aus den USA boxt gegen den Herausforderer Pete Wright aus Grossbritannien. Ein britisches TV-Team filmt die Vorbereitungen in London. Sieben Tage vor dem grossen Kampf passiert ein ungeplantes Malheur. Ein Fliegengewicht, das Wright als Sparringpartner dient, bricht ihm die Hand. Es handelt sich um Jimmy Connelly (Orlando Bloom), einen hageren Milchmann, der durch tägliche Konsumation des weissen Energydrinks stahlharte Knochen bekommen hat. Wenn man da draufboxt, ist die Faust halt im Eimer.
Herbie Bush ( Omid Djalili), der Manager von Wright braucht sieben Tage vor dem grossen Fight Ersatz und stellt Connelly ein, der letztendlich für den Ausfall von Wright verantwortlich ist. Als Trainer wird der saufende Altmeister Paddy O'Flanaghan engagiert. Connelly bester Kumpel Stan stellt sich gleich selber als "Motivator" zur Verfügung. Dank den herausragen PR-Fähigkeiten von Bush wird der Medienrummel um The Calcium Kid, wie sein Manager den neuen Stern am Boxerhimmel taufte, langsam grösser. Die amerikanische Entourage rund um den lackaffigen Latino Jose Mendes ist derweil schon nach Europa unterwegs. Connelly bleiben nur sechs Tage und die Sprüche seines Vaters, wie "Kein Ziel ist zu weit, wenn man lange Arme hat", um sich optimal auf den Kampf vorzubereiten.
DVD-Rating
Es braucht nicht gerade den sechsten humoristischen Sinn, um auf die Idee zu kommen, den ollen Orli Bloom in einen Boxring zu stecken. Und so neu ist die Idee, sich über den Jammerlappen und Held der Teenie-Zimmerwände lustig zu machen, auch nicht. Umso überraschender ist es festzustellen, dass der Regisseur Alex De Rakoff mit seinem Erstlingswerk aus dieser ziemlich laschen Grundidee einen richtigen Brüller gemacht hat.
Calcium Kid kommt als gefälschte Dokumentation daher, eine so genannte "Mockumentary". Er erinnert an Drop Dead Gorgeous, einem amerikanischen Film mit Kirsten Dunst, der sich über das Treiben an Misswahlen lustig machte. Im Calcium Kid steht stattdessen ein Junge und der Boxzirkus im Mittelpunkt. Der Film ist aber genau so lustig. Viele Witze laufen im Hintergrund ab. Der Soundtrack dudelt wie der Ghettoblaster eines coolen Londoners. Und eine ganz Reihe skurriler Nebenfiguren taucht immer wieder auf. So ist die Mutter vom Calcium Kid eine "Massage Therapeutin", deren Kundschaft weniger Freude hat am aufflammenden Medienrummel. Bei den Hauptakteuren stiehlt Omid Djalili, als nicht allzu heller Boxpromoter die Show. Der Iran-stämmige Brite, wird von Hollywood meist als böser Araber besetzt, ist aber eigentlich ein Komödiant. Orlando Bloom ist wie immer, einfach ohne Pfeil und Bogen, aber als Titel gebendes Milchbubi, gibt es wohl weltweit keinen Besseren. Es ist somit schlicht und ergreifend sein bester Film.
Calcium Kid wurde ziemlich verrissen von der britischen Presse. Das Startdatum wurde mehrfach verschoben, weil man den Film zum bestmöglichen Termin innerhalb des Hypes um Bloom veröffentlichen wollte. Meines Erachtens nach die völlige falsche Strategie. Der Film ist nicht nur für Orli-Fans ein Must-See. Nur schon die neue Version von "God Save The Queen", welche von einer Boy Group zum besten gebracht wird, macht aus Calcium Kid hoffentlich mehr als nur einen Geheimtipp.
Die DVD ist - wenig überraschend nach dem Misserfolg in den englischen Kinos - nicht gerade gespickt mit Extras. Es gibt nicht mal einen Trailer. Ein paar Deleted Scenen und Bloopers müssen reichen. Dafür gibt die Auswahl an Untertiteln und Tonspuren dem Film in ganz Westeuropa - ausser Skandinavien - nochmals eine Chance.
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DVD-Infos
DVD erschienen am 17.11.2004
- Bildformat: 1,85:1 (anamorphic Widescreen)
- Sprachen: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Französisch, Spanisch, Italienisch, Niederländisch, Portugiesisch
- Extras: Nicht verwendete Szenen, Outtakes



