Blueberry (2004)

Blueberry und der Fluch der Dämonen

Blueberry (2004) Blueberry und der Fluch der Dämonen

Oder: Say no to drugs!

Der wilde Westen. Rauhe Kerle, hübsche Mädchen, harter Alkohol und Schlägereien im Saloon. In einer kleinen Stadt namens Palomito versucht Sheriff Mike (Vincent Cassel) für Recht und Ordnung zu sorgen. Hilfe, wenn man das denn so nennen mag, bekommt er vom Hilfsscheriff Jimmy (Colm Meaney), der zwar eher Jagd auf die nächste Flasche Whisky macht, aber trotzdem da ist, wenn er gebraucht wird.

Blueberry

Kill Bill or Blueberry?

Seit Jahren schon versucht Sheriff Nick seinen Erzfeind, den Banditen Wally (Michael Madsen) dingfest zu machen. Dieser hatte, vor vielen Jahren, Nicks erste Liebe zerstört und sich somit Nick zum Feind gemacht. Und als dieser Wally in den Besitz einer Schatzkarte kommt, die zu unglaublichen Goldvorräten führen soll, muss dieses Vorhaben verhindert werden.

Sheriff Nick, in jungen Jahren von Indianern nach dem Zwischenfall mit Wally aufgepäppelt und als Fremder in ihren Kreisen akzeptiert, macht sich ebenfalls auf den Weg zu den heiligen Bergen. Auf ihn warten zwei Aufgaben, denen er sich stellen muss. Erstens muss er Wally endgültig besiegen und zweitens muss er sich endlich seinen eigenen Dämonen stellen, die ihn schon seit langer Zeit von innen her aufzufressen drohen. Doch bevor die ultimative Auseinandersetzung ansteht, versucht eine junge Frau (Juliette Lews) den Sheriff für sich zu gewinnen. Doch auch sie muss einsehen, dass die eigenen Dämonen dem guten Nick nicht einfach so "frei" lassen werden....


DVD-Rating

Ein französischer Kult-Comic. Ein Western, der mystisch angehaucht ist. Vor grandiosen Schauplätzen in Mexiko gefilmt. Er verbindet Action, Abenteuer und Fantasy in noch nie gesehener Weise. Das sind alles Aussagen, die irgendwo in den Tiefen des Internets rumschwirren. Aber wenn der Film denn schon so genial sein soll, warum kam er dann nicht mal bei uns ins Kino?

Nun, ich hab mich gefreut und es mir bequem gemacht, als ich die Abenteuer über die heiligen Berge anschaute. Und was kam dabei raus? Kopfweh, Hinterfragung des Filmes, schlechter Saloongesang und ein Film, der nicht weiss, was er will. Denn wenn er anfänglich voll auf der Schiene Western fährt, macht er in der zweiten Hälfte den Sprung zum psychedelischen Wirrwarr und präsentiert uninteressante und vor allem laaaange Sequenzen mit irgendwelchen komischen Würmern, Lichtern und Farben, die eher auf übermässigen Drogenkonsum hinweisen, als auf eine spannende Geschichte.

Also, die Geschichte kann man getrost vergessen. Denn eigentlich geht es weder richtig um eine Schatzsuche, noch um irgendeine Konfrontation, auf die man sich freuen kann. Es geht grundsätzlich darum, dass eine Hauptperson ihre inneren Dämonen bekämpft und dadurch ein freier und besserer Mensch wird. Dass das alles eingebettet ist in schöne Landschaften mag nett anzuschauen sein, beeinflusst die Geschichte aber nicht im geringsten.

Als Hauptdarsteller konnte Vincent Cassell verpflichtet werden, der auch den Film trägt. Wer ihn mag und sich mit seiner Darstellung anfreunden kann, der wird hier zu einem wesentlich besseren Eindruck kommen. Dem breiteren, amerikanisierten Publikum dürfte der Junge aus Oceans 12 noch ein Begriff sein. An seiner Seite singt sich Juliette Lewis durch den Film. Ihr Charakter ist nett anzuschauen (vor allem bei der Nacktszene im Wasser...), hat aber keinerlei Aussagekraft. Ebenso vergeudet ist das Talent von Michael Madsen, der zwar cool daherkommt, aber schlussendlich in anderen Filmen besser zur Geltung kommt. Fans von Deep Space Nine wirds freuen, endlich wiedermal Chief O'Brien Colm Meaney zu sehen. Klein ist seine Rolle und unter dem Bart ist er fast nicht zu erkennen, aber immerhin darf er ein bisschen den Depp raushängen lassen. Dass ein Old-School-Darsteller wie Ernest Borgnine ebenfalls sporadische Auftritte hat, ist nett, aber ebenso überflüssig.

Fazit: Blueberry verkauft sich als abenteuerliche Schatzsuche, entpuppt sich aber als komischer und unnötiger Film, der mit schwachen Effekten spielt und die Frage, ob man hier unter Drogeneinfluss gefilmt hat, nicht grundsätzlich mit einem klaren "nein" beantworten kann. Den einen mags gefallen, wenn minutenlang irgendwelche Lichter über den Bildschirm flimmern. Mich hats extrem gelangweilt und vor allem geärgert. Denn die Ausgangslage ist durchaus akzeptabel und verspricht einen guten Film, wenn man auf der Schiene der Schatzsuche weiter gefahren wäre. Wäre....

Die DVD bietet neben dem Werbe-Making-of, das wir früher oder später auf Star TV und Konsorten sehen können, ein paar Featurettes. Hauptsächlich kurze Interviews mit den Schauspielern und dem Regisseur. Dazu ganz kurze Berichte über die Legende der Filmfigur und ein ebenso kurzer Bericht über die Spezial-Effekte. Diese Features sind übrigens zwischen knapp über 2 Minuten und knapp 4 Minuten lang. Dazu kommen noch die internationalen Trailer, wobei einer auf Englisch und einer auf Deutsch ist. Sonst ist nix drauf

2.2 Sterne 2.0 Sterne
2.2 Sterne (16 Bewertungen) | 2 Kommentare

1.5 Sterne1.5 von 0.0-6.0
22.03.2005 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 24.02.2005

  • Bildformat: 2.35:1
  • Sprachen: Englisch (Dolby 5.1), Deutsch (Dolby 5.1)
  • Untertitel: Deutsch für Hörgeschädigte, Englisch
  • Extras: Making-of, Die Legende, Die Special Effekte, Interviews, Trailers