Blade: Trinity (2004)
Blade: Trinity (2004)
Oder: Dreifach gegen den Oberdracula
Als Halbvampir und sogenannter "Daywalker" hat mans echt nicht leicht heutzutage. Wie wenn man nicht schon genügend Ärger mit den blutdurstigen Vampiren hätte, fangen die auch noch an, böse und gemeine Fallen zu stellen, so dass Blade (Wesley Snipes) in den Spätnachrichten das Thema Nummer Eins wird und zusätzlich sich noch mit Polizisten und Federal Agents rumschlagen darf. Er, Blade, sei ein psychopatischer Killer. Gefährlich, bewaffnet und eine Bedrohung für die Stadt. Und siehe da, es dauert nicht lange, bis die Falle zuschnappt und Blade sich im Verhörzimmer der örtlichen Polizei wiederfindet.
Währenddessen machen sich die Vampire, unter der Führung der teuflischen Danica (Parker Posey), daran ihr Mitbringsel aus einer Pyramide in Irak (!) ein wenig genauer unter die Lupe zu nehmen. Dort haben sie nämlich ein Ungetüm namens Drake (Dominic Purcell) ausgegraben. Drake = Dracula und ist der Erste seiner Rasse. Der Pure. Der Böse. Der Allmächtige. Und weil auch er am Tag im Sonnenlicht spazieren kann, will die Vampirgemeinde seine DNA abzapfen und sich somit allesamt selber zu "Daywalkern” wachen.
Zurück zu Blade auf dem Posten. Dass er nicht da sitzen bleibt, ist klar. Doch dieses Mal schiesst, schnetzelt und prügelt er sich nicht selber aus der Patsche. Nein, er bekommt Hilfe von den "Nightstalkern". Diese, in Personen von Hannibal King (Ryan Reynolds) und Abigail Whistler (Jessica Biel), der Tochter von Blades langjährigem Mentor Abraham Whistler (Kris Kristofferson), starten eine Befreiungsaktion und suchen die Zusammenarbeit mit Blade. Denn nur gemeinsam ist man gewappnet gegen die bösen Mächte, die da noch kommen würden.
So spitzt sich die Geschichte zu. Blade tritt gegen Drake im finalen Endkampf um die Zukunft der Menschheit an. Hannibal King prügelt sich mit Muskelpaket Jarko Grimwood (Wrestling-Star "Triple H", alias Paul Michael Levesque) und dessen mutierten Hunden (!!) durch die Stockwerke, während die beiden Bitches unter sich bleiben und den weiblichen Champion ausmachen.
Wer wird schlussendlich die Überhand gewinnen? Ist der alte Whistler wirklich weg? Werden wir die "Nightstalkers" wiedersehen? Was kann noch kommen?
DVD-Rating
David S. Goyer, der die Drehbücher zu den Blade Teilen 1 und 2 geschrieben hat und derzeit an weiteren Comicverflimungen wie The Flash und The Invincible werkelt, sitzt für Blade Trinity zum ersten Mal als verantwortlicher Mann auf dem Regiestuhl. Und dabei setzt er vor allen Dingen auf Action, Action und... Action. Leider vergisst er dabei vor allem eines: eine gute Story. Dass Blade Trinity trotzdem nicht in reinster Öde versinkt, verdankt der Film den gut choreografierten Kampfszenen, wobei der Einwand, dass das ja alles auch nicht neu ist, durchaus Berechtigung hat. Neu ist eher, dass Blade sich hier mit einem anderen Vampirjägerteam zusammentut und das tut ihm gut, den gerade sein Charakter schwächelt hier merklich.
Die Rolle des Hannibal King bringt etwas Humor in die Sache und Jessica Biel, die einstige und hübscheste Tochter aus der grausam "verbushten" Moral-TV-Serie Seventh Heaven, als muskulöses, sexy Kampfgirl (das mir besser gefällt als die kantige Elektra-Mimin), weiss durchaus zu gefallen, *jammie*.
Die 108 Minuten vergingen zwar anständig schnell, doch neben der mangelnden Geschichte wiegt vor allem die völlig verfehlte Besetzung des ätzend langweiligen Oberbösewichtes mit Dominic Purcell schwer, der kaum mehr Macht in sich zu vereinen scheint, als der fiese Nachbar von nebenan. Und so fragt man sich, ob nicht doch Parker Poseys Charakter als fiese Obervampirin ausbaufähiger gewesen wäre als dieser wenig beängstigende Supererstlings-Dracula. Das und der allseits vorhandene, nervige oomph-oomph Soundtrack ziehen die ganze Sache leider mächtig runter. Insgesamt nicht das wie von gewissen Medien gehypte "langerwartete Finale der Trilogie" als eher der schwächste Teil des blutsaugenden Dreierpacks.
Umso besser fällt der auf einer separaten DVD befindliche Extrateil aus, dazu zählt auch die lange Doku "Inside the World of Blade", in der fast alles rund um den Film geboten wird und ein gar nicht mal so übles Interview mit dem Regisseur. Zusätzlich gibt es das inzwischen fast obligatorische, alternative Ende (heute scheint jeder zweite Film mit zwei oder mehreren Enden abgedreht zu werden...) und ein paar verpatzte Szenen. Das Bild, zumeist in düster-dunkle Gefilde gebadet und deshalb nicht leicht zu handeln, ist ausgezeichnet transferiert. Messerscharf und detailreich. Hier, wie auch im sauberen Tonbereich, gibt's Höchstnoten.
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2.9 Sterne (138 Bewertungen) | 3 Kommentare
DVD-Infos
Limited Extended Version Steelbook, erschienen am 22.04.2005
- Bildformat: 2.35:1 (16:9 Widescreen)
- Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Englisch (Dolby 5.1 EX)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Deutsch für Hörgeschädigte
- Extras: Inside the World of Blade (103 Minuten), Interview mit dem Regisseur, Alternatives Ende, Verpatzte Szenen, Galerie, Kinotrailer



