Birth (2004)

Birth (2004)

Oder: Issers oder issers nicht?

Birth

Er will sie...

Ein Mann joggt durch den verschneiten Park. Sein Lauf ist regelmässig und konzentriert. Von vorüberhuschenden Tieren lässt er sich nicht aus der Ruhe bringen und sein Stil lässt auf einen gut trainierten Mann schliessen. Im Tunnel fängt er an zu keuchen, fasst sich an die Brust und fällt um. Es war Sean, die grosse Liebe von Anna (Nicole Kidman). Zur gleichen Zeit kommt ein Baby auf die Welt....

10 Jahre später scheint Anna endlich über diesen Verlust hinweg gekommen zu sein. Sie steht vor der Heirat mit Joseph (Danny Huston), der ihr Liebe, Sicherheit und ein gutes Leben bieten kann. Dass sie allerdings beim Sex nicht so recht enthusiastisch dabei ist, scheint sie von ihrem Vorhaben nicht abbringen zu können. Bei der Geburtstagsparty ihrer Mutter (Lauren Bacall) steht auf einmal ein Junge (Cameron Bright) in der Wohnung. Und der Kleine behauptet auch noch, Sean zu sein....

Birth

... sie ihn auch?

Während die Familie den Jungen als psychisch krank oder sonst nicht ganz Hundert abtut, regt sich in Anna etwas. Zwar vermag sie kaum zu glauben, dass der Bub ihre verstorbene Liebe Sean sein soll, doch dieser weiss Sachen, die nur er wissen kann. Das erste Kennenlernen, den Schreibtisch, verschiedenen Namen und so weiter. Anna verliebt sich in den Jungen, was ihre Familie in eine tiefe Krise stürzt.

Ist der Bub wirklich die Wiedergeburt von Sean? Was macht Anna mit ihren Gefühlen? Wie fühlt sich der inzwischen verstossene Verlobte?


DVD-Rating

Da hat man einen Film anzuschauen, dessen Ausgangslage mal wieder so richtig interessant ist. Gibt es Wiedergeburten? Re-Inkarnationen? Kann es sein, dass ein kleiner Junge die gleiche Person ist, wie ein Verstorbener? Wenn ja, wie geht man damit um? Glaubt man ihm oder tut man ihn von Anfang an schon als Spinner ab? Mit diesem Hintergrundwissen und den entsprechenden Erwartungen machte ich mich an Birth. Als ich 100 Minuten später wieder aufgewacht bin, sah ich meine Erwartungen unerfüllt... Nein, so schlimm wars nicht, aber die Gefahr des wegdösens und des einnickens ist stetig präsent. Leider.

Was dem Zuschauer auffällt, sind die langen Szenen. Anfänglich rennt einer minutenlang durch den Park, später werden die Momente nicht fertig und so richtig Spannung kommt auch nicht auf. Es entwickelt sich ein ruhiger Film, der auf einen einzigen, höchst durchschnittlich präsentierten, Spannungsbogen beruht und dessen Auflösung schlussendlich niemanden mehr interessiert. An was liegts?

An den Schauspielern auf jeden Fall nicht. Nicole Kidman, die ich sonst nicht so richtig ins Herz schliessen kann, zeigt hier, dass sie auch mit kurzen Haaren gut schauspielern kann und erst noch niedlich aussieht. Der kleine Cameron Bright (ja woher zum Godsend kenn ich den bloss....) bleibt allerdings für meine Begriffe ein bisschen schwach und farblos. Okay, der Junge ist inzwischen 12 Jahre alt, aber der Funke sprang nicht so richtig rüber. Dafür darf er etwas machen, was unser einer eventuell auch mal möchte. Die Kidman küssen und mit ihr in die Wann steigen. In Amerika wurde der Film wegen diesen "anstössigen" Szenen durch den Blätterwald gezogen und bekam zusätzliches Medienecho, dass er eigentlich gar nicht verdient. Wie andersweitig schon angetönt, ist die Bettszene (ohne den Jungen!) am Anfang um einiges schärfer... Obwohl, da hab ich auch schon intensiveres gesehen.. Aber das ist eine andere Geschichte....

Als Nebendarsteller geben sich ein paar illustre Namen die Klinke in die Hand. Allen voran natürlich unser Lieblingsteufel Peter Stormare aus Constantine. Allerdings vermag keiner so richtig die Szenen an sich zu reissen. Zu klein sind ihre Rollen und zu unbedeutend die meisten Charaktere. Vielleicht mal derjenige von Anne Heche ausgenommen, die entscheidenden Einfluss auf die Geschichte hat.

Fazit: Birth mag auf dem Papier spannend klingen und wenn eine Schauspielerin wie Nicole Kidman mitmacht, dann kanns ja eigentlich nicht schlecht werden, oder? Au Contraire, mon ami. Die Gefahr des Wegdösens ist stetig präsent, weil der Film einfach nicht auf Touren kommt. Zu oberflächlich wird das Problem behandelt, zu einfach die Personen manipuliert. Und wenn es dann unaufhörlich gegen das Finale zugeht, verpufft dieses und vermag somit den Film auch nicht mehr zu retten.

Die DVD hat leider ausser dem US-Kinotrailer nix zu bieten. Eine schwache Ausstattung zu einem Thema, das wenigstens ein paar Dokus verdient gehabt hätte.

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29.06.2005 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 28.06.2005

  • Bildformat: 1.85:1
  • Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Englisch (Dolby 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: US-Kinotrailer