Bin jip (2004)

Bin jip (2004)

Oder: Ein wortloses Wunder

Bin jip

Boxer-Shot

Tae-Suk (Jae Hee) ist ein stiller Zeitgenosse mit Flair fürs Golfen. Er verbringt die Zeit mit dem Anbringen von Flugblättern eines Take-Aways auf Wohnungstüren. Bleiben sie über Nacht hängen, weiss er, dass die Wohnung leer steht, und bricht ein. Nicht zum Stehlen - mal abgesehen davon, dass er sich im Kühlschrank bedient. Er lebt für kurze Zeit wie die normalen Mieter und macht ihnen meist auch die Wäsche.

Sun-houa (Lee Seung-Yeon) ist eine stille Zeitgenossin, die von ihrem reichen Ehemann geplagt wird. Sie geht nicht viel ausser Haus und merkt deshalb nichts vom Flyer, der an ihrer Tür hängt. Sie ist sehr erstaunt, als ein wildfremder Mann in ihrer Wohnung steht. Nach zögerlichem Verstecken und Beobachten findet sie aber gefallen an ihm und begleitet ihn auf seinen weiteren Streifzügen.

Bis die Polizei den beiden auf die Schliche kommt...


Kinofilm-Rating

Ein fetter Töff mit einem sehr wortkargen Mann drauf: Der Schreck ist gross zu Beginn von Bin-Jip! Man fürchtet erstmal, einen Film über das koreanische Pendant vom Typen aus The Brown Bunny durchstehen zu müssen. Doch Tae-Suk, der "Trickdieb", ist nur schon wegen seiner Einbruchsmethode die interessantere Figur. Seine heimlichen Besuche erlauben den Einblick in die verschiedensten koreanischen Wohnungen - von europäisch angehaucht bis traditionell eingerichtet. Die angerissene Geschichte zu Ende zu bringen wird dann ein bisschen schwieriger. Ein "Gschpänsterli-Spielen" ist Kim Ki-Duks Weisheit letzter Schluss. War am Ende alles nur geträumt?

Da es sich um einen Kunstfilm handelt, ist die Interpretation verlangt. Bei Bin-Jip ist sie einfach: Wir sind alles leere Häuser und warten darauf, dass jemand mit dem richtigen Schlüssel in unser Leben tritt, und uns befreit. Das erklärt aber nicht warum in Bin-Jip mehr Grossaufnahmen von nackten Füssen zu sehen sind als im Gesamtwerk von Quentin Tarantino. Trotzdem ist es ziemlich beeindruckend, wie man in einen Film, bei dem die beiden Hauptdarsteller fast kein Wort sprechen, hineingezogen werden kann.

5.2 Sterne
5.2 Sterne (27 Bewertungen) | 2 Kommentare

4.5 Sterne4.5 von 0.0-6.0
29.04.2005 / rm