Being Julia (2004)
Alle lieben Julia
Being Julia (2004) Alle lieben Julia
Oder: Was für ein Theater!
Europa steht in einem Jahr der zweite Weltkrieg bevor, doch noch merkt man in London nichts davon. Die High-Society feiert was das Zeug hält und in einer Zeit in der wahre Schauspieler noch am Theater sind und auf keinen Fall Filme drehen würden, hat Julia Lambert (Annette Bening) alles erreicht, was es zu erreichen gibt: Sie ist die unbestrittene Königin der Theaterbühnen und kann sich vor Blumen und Bewunderung kaum retten. Grossen Anteil an diesem Ruhm hat ihr Ehemann Michael Gosselyn (Jeremy Irons), der eitle Theateragent und die grandiose Schauspielerin haben sich zwar privat nicht mehr viel zu sagen, aber geschäftlich bilden sie ein unschlagbares Duo. Michael kümmert sich im Hintergrund um Planung und Finanzen und Julia dient mit ihrer einmaligen Ausstrahlung als Zugpferd und Publikumsmagnet der Veranstaltungen.
Wer denkt, bei soviel Reichtum und Erfolg könne das Glück nicht weit sein, der irrt sich. Julia ahnt, dass sie mit ihren 45 Jahren den Zenit schon erreicht hat und wohl schon bald anstelle von schönen Frauen in Hauptrollen, nur noch uninteressante Nebenfiguren spielen wird. Das Selbstvertrauen der Grande Dame ist angeknackst und die ersten Fältchen im Gesicht machen das Ganze nur noch schlimmer. Sie verspürt absolut keine Lust mehr, das erfolgreiche Bühnenstück weiterhin Tag für Tag aufzuführen, und verlangt dessen sofortige Absetzung.
Doch bald merkt sie, dass diese bedingungslose Liebe ziemlich einseitig ist und sie der junge Gigolo nur benutzt hat um in Londons bessere Kreise aufzusteigen. Dermassen verletzt und gedemütigt, überlegt Julia, sich ganz aus der Londoner Gesellschaft zurückzuziehen. Doch als Tom wieder auf Julia zukommt und sie bittet ein Vorsprechen für seine neue Freundin Avice (Lacy Punch), die unbedingt Schauspielerin werden möchte, zu organisieren, beschliesst die sie zu kämpfen. Zur Überraschung Toms, willigt sie tatsächlich ein, und beim Vorsprechen stellt sich heraus, dass die schöne Avice ein grosses Talent ist und sogar Michael findet Gefallen an ihr. In der nächsten Produktion werden Avice und Julia also Seite an Seite auf der Bühne stehen. Bei den Proben und Vorbereitungen für das neue Stück, unterstützt Julia Avice erstaunlicherweise wo sie nur kann.
Als dann die Premiere im vollbesetzten Theater kurz bevorsteht, munkelt man schon, dass an diesem Abend ein Stern erlöschen, dafür ein neuer am Theaterhimmel aufgehen wird. Doch das Publikum hat seine Rechnung ohne Julia Lambert gemacht, die ein letztes Mal beweist, wer hier die wahre Göttin der Bühne ist.
DVD-Rating
Ein Lustspiel von beinahe Shakespear'ischen Ausmassen mit Liebe, Rache, Neid und Leid, nur dass Being Julia nicht auf einer Vorlage des grossen englischen Dichters fusst. Die Gestaltung der Geschichte einer alternden Bühnendiva und ihres kapriziösen Lebens ist recht bieder, fast theatralisch (im wahrsten Sinne des Wortes) und statisch umgesetzt. Filmisch hat Being Julia wirklich wenige Reize und wäre auf einer Theaterbühne wahrscheinlich besser vertreten als auf laufenden Bildern.
Auch darstellerisch, das eigentliche A und O bei dieser Art Film, konnte mich niemand wirklich überzeugen. Von Annette Benning war ich gleichermassen, ich möchte nicht sagen enttäuscht, vielleicht eher unterfordert - der Charakter ist einfach völlig uninteressant -, wie auch von Jeremy Irons, der als Theatermagnat recht blass bleibt. Krass fehlbesetzt ist Shaun Evans als amerikanischer Schürzenjäger Tom, oder T-O-M, wie Julia zu sagen pflegt.
Die Vorteile des Films liegen bei der obligaten Frage, wie geht es weiter und den hinterhältigen Twists der "grossen Lady". Damit bleibt dann doch noch genügend Neugier vorhanden, um den Film nicht in seiner recht farblosen Einöde (roaring 20's und anfangs 30's ist nicht) versinken zu lassen.
Extras: Ein lahmes Making Of und ein gewohnt PR-mässiges Behind the scenes sowie einige hübsche deleted scenes. Die Bildqualität ist sehr gut und der hauptsächlich dialoglastige Ton kommt sauber und klar rüber.
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DVD-Infos
DVD erschienen am 15.11.2005
- Bildformat: 1.85:1 (16:9)
- Sprachen: Deutsch, Englisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Making Of, Behind The Scenes, Cast & Crew Bios, Deleted Scenes, Audiokommentare.



