Appleseed - Appurushîdo (2004)

Appleseed - Appurushîdo (2004)

Oder: Bioroboter forever!

Appleseed - Appurushîdo

"Hey honey, it's me!"

Wir schreiben das Jahr 2131. Auf der gesamten Erde herrscht Krieg. Auf der gesamten Erde? Nein, denn in Olympus scheint die Welt wieder in Ordnung zu sein. Im zweiundzwanzigsten Jahrhundert haben die Menschen nämlich etwas geschaffen, das sie Bioroids nennen. Bioroids sind Menschen, die aus hochwertigem Genmaterial hergestellt wurden. Äusserlich erkennt man einen Bioroid nicht sofort. Lernt man jedoch einen kennen, dann fällt einem sofort auf das die Dinger weder Hass noch Neid, aber auch keine Liebe kennen. Das soll auch sein, denn Hass und Neid sind die Wurzeln des Krieges, so die Erbauer. In Olympus gibt's aber noch etwas anderes, nämlich einen Supercomputer namens Gaia, der mit sieben alten "Weisen" kommuniziert und durch sie die Stadt regiert.

Appleseed - Appurushîdo

Boy's girlfriend...

Die Geschichte beginnt mit der jungen Kriegerin Deunan, welche im verruchten Kriegsgebiet aufgewachsen ist und sich dadurch zu einer Elitekämpferin gewandelt hat. In dieser Zeit lernte sie auch Briaeros kennen und lieben, bis dieser eines Tages ohne sie an die afrikanische Front ziehen musste. Genau dieser Briaeros taucht nun wieder auf und bringt Deunan nach Olympus. Briaeros ist allerdings nicht so fit wie in seinen Jugendjahren, er wurde schwer verletzt und viele seiner Körperteile mussten ersetzt werden. Nun ist er jetzt eine Art Cyborg, dreiviertel Maschine und der Rest Mensch. Und irgendwie scheint er sich auch psychisch verändert zu haben, stellt Deunan beunruhigt fest.

Appleseed - Appurushîdo

..girl's boyfriend.

Wie dem auch sein, Deunan wurde nicht umsonst nach Olympus gebracht. Die Bioroids haben nämlich einen kleinen Schönheitsfehler: sie können sich nicht selbst reproduzieren. Um dies zu erreichen, braucht man (juhui, jetzt kommt's!) den AppleSeed. Dies ist eine Art Amulett mit unvorstellbar viel Informationen, welches den Weg zum Bioroidensex ebnen würde. Und wie es der Zufall will, wurde der sagenhafte AppleSeed von Deunans Mami entwickelt.

Wie schwierig AppleSeed zu beschaffen ist wird hier nicht verraten, doch stellt sich Deunan immer mehr Fragen über den eigentlichen Sinn der Bioroiden. Auch Briaeros' Verwandlung beschäftigt sie, und als sie mit ihrer bitteren Vergangenheit konfrontiert wird, scheint eine Welt zusammen zu brechen...


Kinofilm-Rating

Vielleicht bin ich der Falsche, der dieses Review schreibt. Ich hab's noch nie geschafft, einen Manga komplett durchzulesen, und bei den Filmen sieht es noch schlechter aus. Obwohl hier in der Westschweiz jeder zweite seine Mangasammlung unter dem Bett und die entsprechende Video-Kollektion auf der Harddisk hat, konnte ich mich noch nie dafür faszinieren. Aber da AppleSeed schon mit einem guten Ruf auf mich zu kam, und dann erst noch auf der grossen Leinwand lief, habe ich mich noch einmal aufgerafft, einen Sprung in die Mangawelt zu wagen.

Technische Premiere hatte AppleSeed mit seiner Machart. Untypisch für einen Manga wurde der gesamte Film inklusive Charakterfiguren in 3-D per Computer gerendert. Danach kam ein so genanntes Cell Shading zum Einsatz, welches den Figuren den gewünschten Manga-Effekt verlieh. Um auch realistische Bewegungen zu generieren, wurde jede Figur von einem Schauspieler in Echt gespielt, und zwar wurden diese mit Sensoren versehen, welche dann die Bewegungen dem Computer übermittelten. Dies nennt man Motion Capturing und ist vor allem in der Spielebranche schon seit längerem verbreitet.

Und das Ergebnis lässt sich sehen. AppleSeed ist ein Augenschmaus. Licht, Schatten und auch der Hintergrund spielen stets perfekt zusammen. Gekonnt spielt Shinji Aramaki mit Tiefenunschärfe, und die Stadt Olympus kann man wohl detailverliebter kaum gestalten. Einzig die Haare einiger Figuren sehen aus wie mit Chläbi draufgeklebt. Dagegen kann sich aber der Ton hören lassen. Mal chlöpft und tätscht es mit fettem Elektrosound im Hintergrund, mal werden Dialoge mit klassischem Klavier begleitet.

Zur Story. Nein, ich habe den Comic nicht gelesen. Wahrscheinlich wäre das eine gute Idee gewesen, denn mit dem mir aufgetischten Plot kann ich ganz und gar nichts anfangen. Man wird gleich von Beginn an mit Namen bombardiert, so dass man eigentlich erst zu spät kapiert wer jetzt wer ist. Zusätzlich verkomplizieren haufenweise Nebendarsteller das ganze, die gar nichts zur Story beitragen. Ich denke, dass der Film als japanisch-nicht-Versteher in Englisch oder Deutsch mehr Spass gemacht hätte. So glotzt man halt zwangsweise auf die Untertitel, um dem Plot folgen zu können, und kommt gar nicht richtig dazu, die Bilder zu geniessen. Trotzdem habe ich mich aber gut unterhalten. Für Fans des Genres führt wohl kein Weg um diesen Film herum.

4.4 Sterne
4.4 Sterne (14 Bewertungen) | 3 Kommentare

4.0 Sterne4 von 0.0-6.0
02.09.2005 / neh