AVP: Alien vs. Predator (2004)
AVP: Alien vs. Predator (2004)
Oder: Eieiei, was kommt denn aus dem Ei?
Milliardär Charles Bishop Weyland (Lance Henriksen) hat mit Hilfe eines Überwachungssatelliten eine grosse Tempelanlage in der Antarktis entdeckt. Um die tief unter der Eisoberfläche vergrabene Anlage zu erreichen und zu erforschen, trommelt er die weltbesten Wissenschaftler zusammen. Das zwanzigköpfige Forschungsteam wird von der Eisforscherin Alexa Woods (Sanaa Lathan) geleitet.
Nach einem gefährlichen Abstieg erreicht das Team die fremde Tempelanlage. Sofort dringt das Team in das Gebilde ein und versucht heraus zu finden, für was die Anlage diente. Noch wissen die Wissenschaftler nicht, dass die Tempelanlage tausende Jahre alt ist und von Predatoren benutzt wurde. Und genau diese Jäger sind auf dem Weg zur Erde, um in der Tempelanlage die letzten Aliens zu vernichten. Doch die Aliens haben dank den ahnungslosen Menschen einen Weg gefunden, sich zu vermehren...
DVD-Rating
Paul W. Anderson versetzt dem Thema Alien mit seinem Kampf der Kreaturen einen vorläufigen Tiefpunkt - und das sage ich als absoluter Liebhaber der schleimtriefenden Killer, also Vorsicht: subjektiv! Viel negatives wurde über Jean-Pierre Jeunet und seinen vierten Teil verzapft, aber was Alien vs. Predator zu bieten hat, ist schon eine sehr bedenkliche Angelegenheit. Nicht einmal in visueller, stilistischer Hinsicht, ein sehr überzeugendes Mittel von Alien: Resurrection, kann die Kreaturenschlacht mithalten. Bei weitem nicht. Eigentlich müsste Alien vs. Predator untertitelt sein mit "Predators, Menschlein mit Mut und ohne Grips und ein paar Aliens zum Auffüllen".
Von der traurigsten Sorte sind die dämlich-dreisten Dialoge, die das Ensemble von sich geben muss. Und wer auch immer die Idee hatte, der eh schon kruden Story auch noch ein bisschen Cube-Fallen in der Azteken-Pharaonen-Pyramide einzuverleiben, dem sollte man schleunigst Notebook oder Schreibmaschine abnehmen. Dieser dumpfe Nebeneffekt ist in etwa genauso unsinnig und lächerlich, wie der vermeintliche Höhepunkt mit der Alien-Queen im Kampf gegen die Eiskletterfrau mit Alienkopfschutzschild. Ein Höhepunkt, der einfach keiner ist. Überhaupt sucht man vergebens nach Spannung, die ist eigentlich gar nie vorhanden. Kein Suspensemoment, keine Überraschungen, kein "Alien-Feeling"... und keine Schauspieler. Wenn Lance Henriksen nicht wäre, meine Güte, dann wären Hopfen und Malz vollends verloren. Die Ersatz-Ripley und Quotenfrau Sanaa Lathan ist wahrlich nicht zu beneiden und aus dem ganz wenigen macht sie dann auch wirklich gar nichts. Ach ja, und der Rest der zehn kleinen Forscherlein, nein, lassen wir das.
Wenn man in Alien vs. Predator nach Erwähnenswertem sucht, dann sind es höchstens die feschen Jäger, wobei der Oberpredator schon wieder peinlich menschlich zu erscheinen hat und in seiner winnetouschen Verbrüderungstätigkeit fast missionarische Annehmlichkeiten annimmt. Für jeden Fan der säureblutigen Aliens bleibt sowieso nur ein Kopfschütteln übrig, da wurde mit einem Schlag eine Prämisse soeben mal in den Boden des arktischen Eises zerstampft, die eigentlich nur mit einem sehnslichst erwarteten Prequel (was geschah auf LV-426 bevor die Nostromo das Notsignal aufnahm?) wieder hergestellt werden kann. Ridley Scott oder James Cameron, erbarme dich unser!
Nein, nein, da halten wir uns doch, extraterrestrial beidseitig, an die Originale. Und in die Nähe meiner Alien Quadrilogy Box kommt selbst diese Extreme Edition von Alien vs. Predator sowieso nicht.
Nun die gute Seite: In Sachen Zusatzfeatures bietet eben gerade diese 2-DVD Extreme Edition einen ganzen Haufen (aufgeteilt in grässlich gestaltete Menüpunkte). Doch zunächst auch schon ein Wermutstropfen, denn die grossspurig als längere Fassung angepriesene Version unterscheidet sich lediglich in der Anfangssequenz von der Kinoversion (ca. 1 Minute länger). Die interessantesten Features finden wir auf DVD 2, dort ist vor allem das Kapitel "Preproduction" ein kleines Bonbon. Man stelle sich vor, diese Version von Paul W. Anderson ist in der Tat die 46. Fassung der Story. Nicht vorzustellen, wie mies die anderen gewesen sein müssen, wenn man sich in der Tat für diese entschieden hat. Ganz gut ist auch das knapp 60minütige Making Of ("Production") und sicher ist man auf die insgesamt 11 deleted scenes gespannt, ausgestattet mit zusätzlichem Kommentar. Im Film oder nicht, diese 11 Szenen (oft auch einfach Erweiterungen), hätten weder geschadet noch geholfen. Zum Bild: Mir erscheint es einfach zu soft, wenn auch die Schärfe zu überzeugen vermag und Bildschlieren kaum vorhanden sind. Der Ton ist sehr gut gelungen und lebendig, wie es sich für einen Film dieser Kategorie gehört. Recht anständige Edition für einen missratenen Film.
Die Extended Uncut Special Edition bietet dem Käufer zwei Varianten des Filmes. Einmal die "zartere" Version für nicht ganz so Hartgesottene und desweiteren die Uncut-Version, welche wir Schweizer damals schon im Kino sehen durften. Die erweiterten Szenen wurden schön aufgelistet und man kann sie separat durchschauen oder mittels einer Markierung auf dem TV-Schirm erkennen, die genau dann auftaucht, wenn eben so eine zusätzliche Szene folgt.
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3.2 Sterne (142 Bewertungen) | 16 Kommentare
DVD-Infos
Extreme Edition, erschienen am 21.04.2005
- Bildformat: 2.35:1 (16:9)
- Sprachen: Deutsch (DD 5.1, DTS), Englisch, Holländisch (DD 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch, Deutsch für Hörgeschädigte
- Extras: DVD 1: Audio-Kommentare von Paul W.S. Anderson, Lance Hendriksen und Sanaa Lathan; Audio-Kommentare von Alec Gillis, Tom Woodruff und John Bruno; Alternative Eröffnungssequenz; Inside Looks: Hide and Seek Teaser und Ice Age Ausblicke mit Chris Wedge. DVD 2: Featurette: "Conception"; ADI Workshop· Storyboard Galerie; Konzeptions-Galerie; Making Of "Alien vs. Predator"; Miniature Walfang-Station· Facehugger & Eier; Featurette: "Trouble at the Mouth of the Tunnel"; Visual Effects Breakdown; 11 unveröffentlichte Szenen; Alien vs. Predator - Das Comic; Monsters in Miniature von Todd McFarlane; HBO Special; Alien vs. Predator Kino-Trailer; Easter Eggs.


