Agents secrets (2004)

Agents secrets (2004)

Oder: Q wo ist mein Austin?

Agents secrets

Agentin Bellucci

Agent Brisseau (Vincent Cassel) kriegt den Auftrag in Marokko ein Schiff zu versenken. Für einen erfahrenen Geheimdienstler wie ihn ist das Routine. Es geht darum Igor Lipovsky (Serge Avedikian), einem skrupellosen Waffenhändler, ein Bein zu stellen. Mit den Vorbereitungsarbeiten für die Mission ist Barbara (Monica Bellucci) beschäftigt. Sie ist ebenfalls schon länger im Geschäft und weiss was sie tut. Jedenfalls war das bis anhin so. Doch hat sie langsam Zweifel. Sie plant den Ausstieg.

Agents secrets

Cassel, Vincent Cassel

Brisseau und Barbara erledigen den Auftrag mit Hilfe von zwei jungen Agenten ohne dass sich ihnen gross Hindernisse in den Weg stellen. Ausser vielleicht dem amerikanischen Konsulatsbeamten, der ihnen nahe legt den Auftrag nicht durchzuführen. Doch diese Warnung schlagen sie natürlich in den Wind. Das Schiff wird gesprengt und ab nach Hause.

Agents secrets

Das ist der Bug, nein das Heck, oder? Ach, ich verwechsle das immer.

Es kommen jedoch nicht alle dort an. Barbara wird am Flughafen in Genf zur Gepäckkontrolle gebeten. "Routineüberprüfung". Man findet 150g reines Heroin bei ihr. Sie wird verhaftet, ein Prozess gegen sie wird eröffnet. Ihr Anwalt teilt ihr aber mit, dass sie sich keine Sorgen machen müsse. Sie werde bald wieder auf freiem Fuss sein, wenn sie nur einer anderen Insassin, ehemalige Vertraute von Lipovsky, das Leben verkürze. Das ist genau was Barbara nicht wollte. Doch offenbar scheint ihr Arbeitgeber nicht gewillt sie so einfach gehen zu lassen.

Auch für die anderen Agenten ist das Leben nicht mehr was es war. Einer von ihnen wird von den Amerikanern liquidiert. Eine Vergeltungsaktion. Die Routinemission in Marokko war seine erste und letzte. Jetzt beginnt auch Brisseau an den Regeln seines Jobs zu Zweifeln und beschliesst nach seinen eigenen zu Spielen.


Kinofilm-Rating

James Bond. Der coolste Agent überhaupt. Ständig auf Reisen zu den exotischsten Orten dieser Erde, ausgerüstet mit dem besten Spielzeug für grosse Jungs und die Frauen, nun ja, sie liegen ihm zu Füssen. Um all das geht's hier nicht. Agenten leben gefährlich und Handeln im Auftrag von Leuten von denen sie nur meinen zu sie wissen was sie tun.

Der Film vermittelt einen realistischen Einblick in das triste Leben von Geheimagenten. Diesen Eindruck hinterlässt er jedenfalls. Keine grossen Spezialeffekte und Explosionen. Keine endlosen Fights mit Gran Finale. Ständig auf der Hut und auf alles gefasst sein. Schlechte Voraussetzungen für ein angenehmes Leben.

Die Geschichte wird sehr langsam erzählt. Vor allem in der ersten Hälfte passiert nicht viel, was eher langwierig daherkommt. Dann geht es aber schneller vorwärts und der passive Zuschauer hat unter Umständen Mühe überall mitzukommen.

Das Ganze wird als Ausschnitt aus dem Leben zweier Geheimagenten präsentiert und schliesst mit einem offenen Ende. Das würde nicht stören, wenn einem der Streifen dann ein klares Fazit böte. Doch die Hauptaussage des Films ist eigentlich, dass das Leben eines Agenten - entgegen der weit verbreiteten Bild - alles andere als rosig ist. Vielmehr trist, einsam und manchmal brutal. Und da auch auf für das Genre typische Elemente wie coole Gadgets, die neusten Waffen und die gewisse Erotik weggelassen wurden, fragt man sich bald mal, wieso denn einen Agentenfilm drehen bzw. schauen? Denn Mitleid für Agenten, die berufshalber auch mal unschuldige Menschen töten, kann ja auch nicht erwartet werden.

2-3 Szenen fallen besonders auf. Es sind jene in denen Brisseau und Barbara Träumen, was man aber meist erst nachher merkt, da sie nahtlos eingefügt sind. Ein dramaturgisches Element, das hier gut umgesetzt wurde. Übrigens noch besser umgesetzt wurde es in der TV-Serie Six Feet Under, in mindestens einer Episode. Sehenswert.

Schauspielerisch gibt es keine Extreme. Die meisten Personen werden glaubwürdig verkörpert, wobei die Agents Secrets charakterlich nicht viel preisgeben. Mit Emotionen wird gespart, was auch Auswirkungen aufs Kinoerlebnis zu haben scheint.

Nicht empfehlen kann ich den Film Leuten die XXX toll finden. Vor allem am Anfang braucht es viel Geduld und Actionszenen hat der Film nur wenige (Ein Autocrash auf einer Schweizer Autobahn ist aber toll gemacht). Nach der Pause aber bietet sich dem Zuschauer dann ein Bild vom Geheimagenten wie man es nicht oft sieht. Sicher realistischer als in vielen anderen Filmen wird gezeigt wie man als Agent selten weiss, wieso man was tut und welche Konsequenzen das haben wird. Der Agent als Marionette seiner Auftraggeber, der in einer grauen Welt zwischen schwarz und weiss lebt. Gut und Böse gibt es nicht. Moral ist nicht gefragt. Nur Gehorsam und Loyalität, sonst steht man bald selbst zwischen den Fronten der internationalen geheimen Organisationen.

2.9 Sterne
2.9 Sterne (18 Bewertungen) | 10 Kommentare

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29.05.2004 / pf