El Abrazo partido (2004)

El Abrazo partido (2004)

Oder: Der Ladenhüter

In der Innenstadt von Buones Aires gibt es eine leicht heruntergekommene Ladenpassage. Ein Brüderpaar aus geschäftlichen Gründen, denn eigentlich sind es Cousins, halten Waren feil. Koreaner verkaufen ihre Feng-Shui-Artikel. Ein Internet-Café mit einer sexy schon etwas älteren Bedienung offeriert die grosse weite Welt des WWW. Ein als Reisebüro getarntes Unternehmen vergibt Kleinkredite. Und der alte Osvaldo bleibt auf seinem Kram sitzen.

El Abrazo partido

Ariel - mucho más che blancura

Dort hat Ariels Mutter einen Laden für Damenunterwäsche. Das Geschäft läuft recht gut, sie hat aber auch Zeit, um für ihre beiden Söhne Leikai de miel zu backen. Es ist eine gemütliche, überschaubare Welt, die freilich keine grosse Zukunft hat. Während sich andere junge Leute auf die Suche nach ihren ethnischen Wurzeln begeben, um an ausländische Papiere zu gelangen, die ihnen den Weg in die weite Welt öffnen sollen, sucht Ariel etwas anderes. Seine Grosseltern sind einst auf der Flucht vor dem Holocaust aus Polen nach Argentinien gekommen, doch Ariel will mehr als einen polnischen Pass: Er will verstehen, warum sein Vater kurz nach seiner Geburt die Familie verlassen hat, um für Israel zu kämpfen. Warum er nie zurückgekehrt ist. Und warum das seiner Mutter und seinem Bruder offenbar ziemlich gleichgültig ist.


Kinofilm-Rating

Auch die Argentinier scheinen die Wackelkamera entdeckt zu haben. El Abrazo partido von Daniel Burman zeigt uns dies bis zur Trümmligkeit. Unengagiert wird ein Mikrokosmos von Figuren aus allen Altersschichten und den verschiedensten Nationalitäten vorgeführt, die der Arbeitsplatz - eine Einkaufspassage in Buenos Aires - verbindet. Im Zentrum der Geschichte steht Ariel, dargestellt vom schläfrigen Daniel Hendler, der Vaterlos aufgewachsen ist, und ein bisschen Ordnung in sein jüdisches Dasein ohne Uniabschluss und Freundin bringen will. Statt Pole zu werden, entschliesst er sich schlussendlich doch, den lange verschollenen Vater besser kennen zu lernen.

Im Gedächtnis bleiben die rüstigen Adriana Aizemberg und Rosita Londner als Mutter beziehungsweise Oma von Ariel und ein Strassenrennen zweier Lageristen "Ramon gegen den Peruaner", das ein bisschen von Ben Hur in den ansonsten nicht sehr sehenswerten Film bringt.

3.2 Sterne
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21.01.2005 / rm