Tais-toi! (2003)

Ruby & Quentin - Der Killer & die Klette

Tais-toi! (2003) Ruby & Quentin - Der Killer & die Klette

Oder: Ruhe jetzt, Gérard!

Tais-toi!

"Neeeeeeein, ich will mit meiner Hand nicht dorthin!!!"

Quentin (Gérard Depardieu) ist ein kleiner Ganove. Seine Spezialität: Erfolglose Überfälle, die ihn regelmässig ins Gefängnis befördern. Die Polizisten würden sagen, dass er nett aber etwas beschränkt ist.
Ruby (Jean Reno) ist ein Schwergewicht in Gangsterkreisen. Er ist wohl viel intelligenter als Quentin, doch er ist gleichzeitig auch viel weniger nett. Die Polizisten würden sagen, er ist ein Mörder ohne den Hauch von Mitgefühl.

Dennoch haben Quentin und Ruby eine Gemeinsamkeit: Beide haben eine fixe Idee. Leider ist es nicht dieselbe. Ruby will sich an dem Mann rächen, der die Frau, die er liebte, getötet hat. Quentin hingegen sucht einen Partner, um ein Bistro zu eröffnen.

Tais-toi!

"Oh Chérie, lass deine Tränensäcke entfernen, dann 'eirate isch disch."

Im Gefängnis begegnen sich die beiden. Aus unerklärlichen Gründen beschliesst Quentin, dass Ruby der gesuchte Partner für sein Bistro ist. Er geht sogar so weit zu denken, Ruby ist sein bester Freund - der Ruby, der nie einen Freund hatte und auch gar keinen haben will.

Quentin heftet sich an Ruby und flieht mit ihm zuerst aus dem Gefängnis und später aus einer Psychiatrieklinik. Und er wird sich weiterhin an ihn hängen, über die ganze Länge einer Flucht, wie sie turbulenter nicht sein könnte. Eine Flucht, während der Ruby einsehen muss, dass es fast unmöglich ist, sich eines grossherzigen Idioten zu entledigen, wenn dieser sich etwas in den Kopf gesetzt hat.


Kinofilm-Rating

Gérard Depardieu und Jean Reno gemeinsam im selben Film, geht das? Solche Gedanken gingen mir vor diesem Film durch den Kopf, kurz gesagt, ich hatte so meine Bedenken. Diese verflogen dann jedoch schneller, als Lucky Luke seinen Colt ziehen kann!

Die Story ist zugegebenermassen weder neu (zwei gegensätzliche Charaktere raufen sich zusammen) noch besonders einfallsreich, aber dennoch unterhaltsam. Zudem ist die Geschichte ist hier auch nicht vordergründig, dient sie doch hauptsächlich dazu, die Auftritte der beiden Hauptdarsteller zu untermalen. Und eben diese zwei, Depardieu und Reno, harmonieren dermassen gut zusammen, es ist eine ausserordentliche Freude und ein Riesenspass, ihnen bei ihrem Spiel auf der Leinwand zuzuschauen.

Doch nun zum absoluten Star von Tais-toi: Gérard Depardieu! Sein komödiantisches Talent ist ja nun wahrlich nicht erst seit gestern bekannt (man erinnere sich an die Filme, wo er zusammen mit Pierre Richard spielte), aber was er hier abliefert ist Komik allererster Güte. Er blüht als trotteliger Quentin völlig auf, ordnet sich mit der Rolle Jean Reno unter, um ihn gleichzeitig spielerisch um Längen zu übertrumpfen, was schlicht und einfach am Potenzial der beiden Rollen liegt.
Adam Sandler und Konsorten schaut her, der Gérard steckt euch alle in die Tasche!

Francis Veber (Le diner de cons, Jaguar etc.) gelingt mit Tais-toi eine äusserst unterhaltsame französische Komödie, die während ihren 85 Minuten nie langweilig wird aber von ihren zwei Hauptdarstellern lebt. Würde jemand anderes diese zwei Rollen spielen, ich bin mir sicher, der Film wäre nur halb so gut.
Übrigens ist es dem Film hoch anzurechnen, dass er gänzlich ohne Fäkalhumor und Witzen unter der Gürtellinie auskommt. Da könnte sich Hollywood auch mal wieder an alte Werte besinnen, geht's doch bei auffällig vielen Produktionen von dort scheinbar nicht mehr ohne.

4.5 Sterne
4.5 Sterne (33 Bewertungen) | 7 Kommentare

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09.01.2004 / pv