Zatoichi (2003)
Zatoichi - Der blinde Samurai
Zatoichi (2003) Zatoichi - Der blinde Samurai
Oder: Blinder als Daredevil, dafür viiiiiiel besser!
Wir sind im Japan des 19. Jahrhunderts...
Zatoichi (Takeshi Kitano) ist ein Blinder auf Reisen, der sein Leben als Berufsspieler und Masseur verdient. Doch hinter Zatoichis bescheidenem Äusseren verbirgt sich fürwahr ein unerschrockener Kämpfer, schnell wie der Blitz, der seine Schläge mit verblüffender Präzision austeilt und selten mehr als einen Hieb für einen einzelnen Gegner benötigt.
Beim Überqueren eines Berges kommt er in eine kleine Stadt, die von einer Bande tyrannisiert wird. Deren Chef Ginzo beseitigt jeden, der sich ihm in den Weg stellt, mit Unterstützung seines Leibwächters, dem gefürchteten Hattori (Tadanobu Asano), einem Ronin. Dieser hat sich seinerseits nur um diesen Leibwächterjob beworben, um seiner kranken Frau helfen zu können.
In einer Spielhölle begegnet Zatoichi zwei ebenso schönen wie gefährlichen Geishas, Okinu und Osei. Die Beiden sind auf der Suche nach dem Mann, der verantwortlich für den Tod ihrer Eltern ist. Von ihrer Rachsucht getrieben ziehen sie so von Stadt zu Stadt. Der einzige Hinweis, den sie haben, ist ein geheimnisvoller Name: Kuchinawa.
Als Zatoichi in einer Spielhölle von Ginzo ein Blutbad anrichtet und dessen Bande um einige Mannen dezimiert, versteckt er sich vorerst. Doch die drohende Konfrontation ist unausweichlich und Zatoichi ist nun wirklich keiner, der von einem Kampf davonläuft!
Kinofilm-Rating
Hier ist es also, das neue Werk von Takeshi Kitano; und was für eins es auch dieses Mal wieder geworden ist! Wenn man Zatoichi gesehen hat, erstaunt es kaum mehr, dass Kitano dafür bereits beim letztjährigen Filmfestival in Venedig den silbernen Löwen als bester Regisseur erhielt. Zudem gewann Zatoichi 2003 den AGF People's Choice Award in Toronto.
Nach Takeshi Kitanos letzten Film Dolls (einige meinen, dieser Film sei gefühlsduselige Langeweile, ich hingegen fand ihn wunderschön und tieftraurig zugleich!) war man gespannt, was wohl als nächstes bei ihm anstünde. Als man ihm anbot, einen Film über den Romanhelden Zatoichi (diese Figur ist in Japan wohl so bekannt wie bei uns der Globi!) zu drehen und gleich die Hauptrolle zu spielen, lehnte er zunächst ab, aus tiefem Respekt zu Schauspielkollege Shintaro Katsu, der die Rolle des Zatoichi im Kino und Fernsehen von 1962 bis 1989 spielte. Die Verantwortlichen liessen jedoch nicht locker, und schlussendlich gab Kitano nach. Gottlob, kann man da nur sagen!
Zatoichi ist Kitanos erster historischer Film, und auch sonst lässt er sich mit dessen vorherigen Werken nicht vergleichen. Action, Humor und Spannung ideal vermischt, das ist Zatoichi. Es fliesst zwar tüchtig Blut, doch Kitano hat bewusst darauf geachtet, dass dem Zuschauer sofort klar wird, dass es mit dem Computer hinzugefügt wurde. Zudem verleiht es den Kämpfen meines Erachtens eine gewisse zusätzliche Ästhetik. Zwischen all den Kämpfen ist der Film dann wiederum so lustig, wie selten ein Film von Kitano zuvor, allerdings nie so, dass der Film lächerlich wird. Und das Ende vom Film ist dann eine ganz eigene Interpretation von einem Happy End, lasst euch einfach überraschen (ich sag nur, Riverdance ist Dreck dagegen...).
Zugegeben, anspruchsvoll ist Zatoichi nun wahrlich nicht, er regt auch nicht gross zum Nachdenken an (ausser vielleicht über den Titelhelden, der bleibt bis zum Ende mysteriös) wie andere Filme von Takeshi Kitano, aber soll man ihm das ankreiden und den Film deswegen verschreien? Ich sage nein, denn ich wurde während 116 Minuten allerbestens unterhalten und verliess das Kino mit einem mehr als zufriedenen Lächeln.
Für mich jedenfalls ist Zatoichi bereits jetzt ein Kinohighlight 2004!
![]()
4.7 Sterne (55 Bewertungen) | 17 Kommentare



