Die Wägsten und Besten des Landes (2003)
Die Wägsten und Besten des Landes (2003)
Oder: Urchiges Hosengelupfe
Das Schwingen, eine der urchigsten schweizer Kampfrituale. Vorallem in der Zentralschweiz und im Mittelland gehört das Kräftemessen im Sägemehl seit dem 13. Jahrhundert zum festen Bestandteil der traditionellen Festkulturen. Besonders in den letzten zwei Jahrhundert wurde das Schwingen immer beliebter: Seit 1895 führt der Eidgenössische Schwingerverband jedes dritte Jahr das "Eidgenössische" durch und erkührt den Schwingerkönig...
... so auch im Jahre 2001 wieder. Dieses Jahr hoffen vorallem Thomas Sutter (Schwingerkönig von 1995) und Heinz Suter auf die begehrte Auszeichnung. Schon Monate vor dem Fest bereiten sich die beiden Sportler auf den 6 Gänge dauernden Wettkampf vor. Matthias von Gunten begleitete die beiden in der Zeit der Vorbereitung und bringt so ein äusserst interessantes und faszinierendes Stück Schweiz in die Kinos.
Kinofilm-Rating
Nur allzuoft werden Dokumentarfilme als langweilig abgestempelt und nur von einem kleinen, auserlesenen Publikum geschätzt (*hust*Sottosopra*hust*hust*). Dass dies bei Die Wägsten und Besten des Landes nicht geschieht bleibt zu hoffen, denn was uns Matthias von Gunten hier präsentiert ist wirklich sehenswert.
Für mich war das Schwingen bisher etwas altertümliches, ländliches und immer mit (kaum aushaltbarer) Schweizer Folklore verbundes. Doch dass der Hosenlupf auch andere Seiten aufweist zeigt von Gunten eindrücklich. Während der Trainingszeit der Athleten vermag er einen guten Spannungsbogen (nicht zuletzt dank einer unglücklichen Verletzung) aufzubauen, so dass man als Zuschauer schlussendlich beim grossen Fest mit den Sportlern mitfiebert und mitleidet.
Fazit: unterhaltend, spannend und schweizerisch. Gern gesehene Abwechslung!
"Die Wägsten" ist übrigens ein uralter schweizerischer (?) Ausdruck für für gewichtige Personen, der nicht nur aufs physische Gewicht sondern auch im übertragenen Sinne auf Tüchtigkeit, Mut und Zuverlässigkeit hinweist.
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