Underworld (2003)
Underworld (2003)
Oder: Ich seh grau-blau
Seit Jahrhunderten finden von den Menschen unbemerkt blutige Kämpfe statt: Die Vampiren kämpfen gegen ihre ... äh... übernatürlichen Feinde, die Lycan - in den Fabeln der Menschen als Werwölfe bekannt. Zwischen den beiden Gruppen hat sich über die Jahre hinweg eine Balancierung der Macht eingestellt - doch diesem Gleichgewicht droht Gefahr...
Die mindestens so schöne wie mysteriöse Werwolfkillerin Selene (Kate Beckinsale) ist gut, sehr gut. So erfüllt sie ihre Missionen stets zur voller Zufriedenheit der Vampirgemeinde. Zwar irritiert es sie, dass sich die Werwölfe nach belieben von ihrer menschlichen Form in die brutalen Bestien verwandeln können. Doch erst als eine Gruppe sich besonders für einen Menschen, dem Arztgehilfe Michael Corvin (Scott Speedman), zu interessieren beginnen, beginnt Selene sich Sorgen zu machen.
Könnten die Gerüchte allenfalls wirklich wahr sein? Kann es sein, dass Lucian (Michael Sheen), der grosse Anführer der Lycan, noch immer am Leben ist? Selene holt sich Rat bei ihrem Führer Kraven (Shane Brolly), doch dieser konnte mit ihren kriegerischen Instinkten noch nie viel anfangen. Das Verhältnis der beiden ist eisig, besonders seit der ehrenwerte Vampirführer und Mentor Viktor (Bill Nighy) in einen jahrhundertlangen Tiefschlaf liegt.
Doch dann bricht Selene alle Regeln und den Codex. Sie nimmt Corvin nach einem Kampf mit den Werwölfen bei sich auf und - oh oh - verliebt sich in ihn. Als ob die Vampirgemeinde nicht schon genug verärgert wäre, weckt sie auch noch unplanmässig früh Viktor aus seinem Hibernation-Schlaf. Mit Hilfe ihres treuen Gefolgten Kahn (Robbie Gee) muss sie deshalb fortan alleine versuchen, den dunkeln Plänen der Werwölfe auf die Schliche zu kommen...
DVD-Rating
Wieder einmal schafft es ein Vampirfilm, gross rauszukommen. Nachdem man in Interview with a Vampire auf die klassische Beisser-Theorie gesetzt hat, wurde uns durch Blade bereits die Zukunft der Vampir-Waffen näher gebracht. Nun geht Underworld noch einen Schritt weiter. Fertig ist das grosse Beissen und Saugen. Das wird nur noch in Ausnahmen gemacht. Heute werden Gegner mit (immer ausgeklügelteren) Silberkugeln erschossen. Und auch sonst sind die Vampire in Sachen Waffen Top ausgerüstet.
Der Film ist ganz in blau-schwarz gehalten, was anfänglich recht mühsam ist, aber mit der Zeit zur Gewöhnungssache wird und nicht mehr gross stört. Die Geschichte ist an Romeo und Julia angelegt und überzeugt nicht immer. Dafür sind die Action-Szenen recht gut gemacht und es fetzt schön, wenn die beiden Spezies aufeinandertreffen. Wenn man im Zusammenhang mit einem Vampirfilm von "blassen" Schauspielern spricht, dann muss das nicht unbedingt negativ gemeint sein. Hier allerdings überzeugen nur wenige Figuren. Am ehesten hat mir der Werwolf Lucian gefallen, der sogar ein bisschen Tiefe ausstrahlt. Die Persönlichkeiten der Helden (Selene und Michael) werden nur an der Oberfläche behandelt und man hätte gerne etwas mehr Tiefgang in den jeweiligen Leben gesehen. Zwar wird man über Selene's Motivationen informiert, aber so richtig zur Geltung kommt Kate Beckinsale als Schauspielerin hier nicht.
Was allerdings grauenhaft und lächerlich daherkommt, ist die Verwandlung der Menschen in Werwölfe. Da hat wohl Ray Harryhausen Pate gestanden, denn die Methamorphose ist einfach der heutigen Technik unwürdig. Das sorgt zwar für die praktisch einzigen Lacher des Filmes, aber ob das so gewollt war? Mich nimmts wunder, wann die es endlich schaffen, eine Verwandlung vom Mensch zu Biest so hinzukriegen, dass man auch staunend zuschauen kann und nicht gleich mit einer abwinkenden Handbewegung reagiert.
Fazit: Underworld ist ein hipper, schneller und lauter Monsterfilm, der bei "Matrix" nicht nur die Kleidung geklaut zu haben scheint. Wenn man sich auf anspruchslose, actionreiche und zeitweise sogar recht gute Action freut, dann darf man Underworld ohne schlechtes Gewissen ansehen. Mir hat's eigentlich gut gefallen. Und wenn in ein paar Jahren eine Fortsetzung in die Kinos kommt, hoffe ich auf bessere Verwandlungen und ein bisschen mehr Witz. Denn ein wenig (gewolltes) Gelächter hätte dem Film gut getan.
Die DVD wird als 2-Disc-Edition geliefert und enthält auf der ersten Scheibe neben dem Hauptfilm ein paar Trailers zu anderen, vom gleichen Verleih vertriebenen Filmen. Die zweite Disc ist dafür vollumfänglich den Extras gewidmet. Verschiedene Features klären uns auf, über Visuals, Stunts, Design, Creature Effects und Sounds. Wem dies nicht reicht, der kann sich an Texttafeln zu Schauspielern und Produktionsnotizen sattlesen. Dazu gibt es ein kurzes Making of, sowie ein gelungenes Feature Fang vs. Fiction, welches in knapp 50 Minuten über die eventuelle Existenz von Werwölfen und Vampiren spekuliert. Sehr interessant. Wenn man eher auf tanzende Monster steht und sich ab Versprechern kaputtlacht, dann sind die Outtakes perfekt. Für die Musikfreunde gibts ein Video der Gruppe "Finch" und schlussendlich noch die Storyboard Comparison welche schön aufzeigt, wie die Szenen auf dem Papier und im Film aussehen.
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4.2 Sterne (145 Bewertungen) | 5 Kommentare
DVD-Infos
Extended Cut, erschienen am 06.10.2004
- Bildformat: 1:2.35
- Sprachen: Deutsch (5.1 Dolby Digital), Deutsch (DTS 5.1), Englisch (5.1 Dolby Digital)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Trailers, Featurettes zu Stunts, Score, Visual, Design, Creature Effects, Texttafeln zu Schauspielern, Produktionsnotizen, Making of, Fang vs. Fiction, Outtakes, Storyboard-Vergleich, Musikvideo



