Les Triplettes de Belleville (2003)

Les Triplettes de Belleville (2003)

Oder: der wahrscheinlich originellste Film des Jahres

Les Triplettes de Belleville

Auch kleine Personen haben grossen Hunger

Irgendwo in Frankreich, auf dem Land, wohnt eine Mutter mit ihrem Sohn. Diesen zu irgendwas zu begeistern fällt schwer. Diverse Geschenke entfachen keine Freude und die Mutter scheint am Ende ihrer Ideen angelangt. Bis sie eines Tages merkt, dass der Kleine auf Fahrräder steht. Kurz darauf steht so ein Teil in der Wohnung und es wird mächtig damit ums Haus gefahren.

Jahre später ist das Training intensiver geworden. "Champion" (so wird der Junge genannt), wird von seiner Mutter mit der Trillerpfeife über die Hügel und durch die Strassen gejagt. Mit dem Ziel, an der Tour de France teilzunehmen, was er dann schlussendlich sogar schafft. Doch da passiert dramatisches....

Les Triplettes de Belleville

*quäl*

Während sich "Champion" den Berg hinaufquält, fängt der Besenwagen an, die einzelnen Fahrer einzusammeln. Dass dieser Besenwagen von der französischen Mafia gefahren wird, verheisst nichts gutes. Denn drei Velofahrer werden entführt und in die grosse Stadt Belleville gebracht. Immer auf ihren Fersen: Mama und der Familienhund.

Les Triplettes de Belleville

Unheimliche Begebnung der komischen Art

In der Grossstadt erschweren sich die Umstände für die Mutter. Denn so alleine gegen die Mafia zu bestehen ist fast unmöglich. Glücklicherweise macht sie die Bekanntschaft von drei schrulligen alten Damen, die "Triplettes de Belleville", einer Gruppe von Showstars, die ihre beste Zeit aber auch schon hinter sich haben.

So machen sich Mama, Hund und die Verstärkung auf, den Sohnemann zu befreien, die Mafia zu bekämpfen und schlussendlich wieder zurück ins friedliche Heim zu kommen. Doch das ist nicht so einfach, wies sich anhört....


Kinofilm-Rating

Les Triplettes de Belleville war für mich eine Riesenüberraschung. Die einzigen Vorinformationen, die ich zu dem Werk hatte, waren, dass es sich um einen französischen Trickfilm handeln soll. Ich hatte keine Ahnung, dass ich einen der skurilsten, originellsten Filmen des Jahres sehen würde.

Dialog ist in Sylvain Chomet's Trickfilm nicht vorhanden. Den braucht es jedoch auch nicht, denn die Mimik der ins extreme karikierten Figuren, spricht für sich. Der Film ist eine wunderschöne Kombination von 2-D und 3-D Animation. Der Look des Films ist einzigartig und surreal. Manchmal sogar ein wenig furchteinflössend. Dabei soll eine Warnung an alle Eltern ausgesprochen werden: Les tripplettes de Belleville ist kein Kinderfilm, denn die Frösche, die bei Disney fröhlich rumhüpfen würden, werden hier überfahren oder verspiesen.

Die Handlung des Filmes ist nur ein Rahmen für diverse kleine Details visueller Komik. Und es ist ganz klar ein sehr subtiler und feiner Humor, vielleicht vergleichbar mit Tati's Mon oncle, den ich an dieser Stelle auch wärmstens empfehlen möchte. Doch zurück zu Les Triplettes de Belleville: Eigentlich wäre es nun an der Zeit, die Negativpunkte des Filmes aufzuzählen, aber "leider" gibt es keine, und deshalb strahlen auch alle Sternchen für dieses geniale Machwerk, über das man schlecht schreiben kann, weil man es gesehen haben muss...

4.7 Sterne
4.7 Sterne (32 Bewertungen) | 12 Kommentare

66
28.09.2003 / muri (Inhalt), ma (Rating)