Touching the Void (2003)

Touching the Void (2003)

Oder: Runter kommt man immer....

Touching the Void

Joe Simpson und Simon Yates beabsichtigten im Jahre 1985, die Westseite des Siula Grande in den Peruanischen Anden zu besteigen. Die Männer waren jung, fit und sehr begabte Kletterer. Die Westseite, weit entfernt und sehr trügerisch in ihrer Schwierigkeit, wurde bis dato nie erklettert.

Touching the Void

Auf drei erfolggekrönte Aufstiegstage von Simpson & Co. folgte das pure Disaster: Simpson fiel eine kurze Strecke die Wand hinunter und brach sich dabei etliche Beinknochen (ja, die Anatomie macht's möglich).Ohne Hoffnung auf Rettung, beschloss man einen Abstiegsversuch zu starten. Simpson sollte dabei langsam und sehr vorsichtig auf eine Distanz von ca. 100 Meter an einem Seil herabgelassen werden; eine sehr schmerzvolle Angelegenheit, die für alle Beteiligten hätte tödlich enden können.

Touching the Void

Mit einem einzigen zusätzlichen Misstritt liess Yates seinen verletzten Partner - ohne es zu wissen - über den Rand einer Gletscherspalte gleiten. "Steil" wurde damit zu "vertikal" und Yates konnte Simpson aufgrund der zusätzlichen Steigung nicht länger halten.

Yates und Simpson drohten somit zusammen abzustürzen. Die einzige Chance, nur einen sterben zu lassen war, das Seil zu durchtrennen...


DVD-Rating

Dokus sind immer etwas Spezielles. Wenn es nicht gerade um ein interessantes Thema geht oder sonst durch irgendwelche Trailer oder Mediennotizen auffällt, dann geht der normale Kinogänger nicht gucken. Da ich mich (zu einem Teil) auch zu diesen "normalen" Menschen zähle, habe ich mir damals im Frühjahr 2004 auch nichts gedacht, als ich in diesen Film mitgenommen wurde. Doch was mich damals schon erstaunte und überzeugte, verstärkte sich nach Sichtung der jetzt erhältlichen DVD nochmals.

Die Geschichte beginnt locker und lässig. Schönes Wetter, coole Off-Kommentare der Beteiligten und der eine oder andere witzige Spruch vermitteln recht gute Laune und Aufbruchsstimmung. Sogar beim Zuschauer. Es geht auch relativ einfach voran, doch wenn es dann zum Abstieg kommt, wird dem Zuschauer die ganze Palette an Dramatik, Panik und die gnadenlose Brutalität der Berge präsentiert. Da nimmt der Film Fahrt an und packt so ziemlich jeden, der da Zeuge von etwas Unglaublichem werden will.

Was für mich allerdings die Spannung ein wenig vermieste, waren die Off-Kommentare der Beteiligten. Denn wenn da der Charakter im Gletscherspalt liegt und auf das hinauskommen praktisch keine Möglichkeit besteht und der gleiche Mann dann diese Szene kommentiert, ist die Sache klar. Der kommt da wieder raus, der überlebt und alles wird wieder gut. Denn irgendwelche äusserlichen Handicaps scheinen die Erzähler nicht zu haben. Jedenfalls keine, die man auf den ersten Blick sieht. Das nimmt natürlich dem ganzen ein wenig die Spannung und es ändert sich halt die Frage nach dem "ob überhaupt" ins einfache "wie".

Fazit: Touching the Void ist ein Pflichtfilm für Bergsteiger und Freunde der Bergwelt. Dramatisch wird der menschliche Überlebenskampf geschildert und die einzelnen Vorgänge immer wieder schön erklärt. Sympathische Jungs, diese Gipfelstürmer. Man sollte sich halt vom Begriff "Dokumentarfilm" nicht abschrecken lassen, denn hier hats durchaus eine Handlung, die packt und überzeugt. Auch wenn man manchmal die Glaubwürdigkeit der Geschehnisse ein bisschen bezweifeln darf, so wird hier gezeigt, dass das wahre Leben immer noch die spannendsten Geschichten schreibt.

Die DVD bietet interessante Weiterführungen der Geschichte. Was passierte danach? Wie kamen die Jungs wieder ins Tal zurück? Und wie lief das Wiedersehen mit dem Siula Grande ab? Da sind zwei Features, welche diese Fragen ausführlich beantworten und optimal nach Sichtung des eigentlichen Filmes angesetzt werden können. Dazu gibt es einen Trailer und zusätzliche Informationen. Also eine kleine, aber fein ausgestattete DVD.

4.4 Sterne 3.0 Sterne
4.4 Sterne (21 Bewertungen) | 0 Kommentare

44
19.11.2004 / rs (Inhalt), muri (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 16.11.2004

  • Bildformat: 1.85:1 Anamorph / Widescreen
  • Sprachen: Deutsch (5.1 Dolby Digital), Englisch (5.1 Dolby Digital)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Hintergrundinformationen, Return to Siula Grande, What happened next, Trailer