The Station Agent (2003)

Station Agent

The Station Agent (2003) Station Agent

Oder: Gemeinsam einsam

The Station Agent

Fin auf der Schiene des Lebens

Finbar McBride (Peter Dinklage) ist kleinwüchsig. Er arbeitet in einem Modelleisenbahngeschäft und ist selbst auch begeisterter Zug-Fan. Als sein Geschäftspartner und Ladenbesitzer stirbt, hinterlässt er ihm ein altes Zugdepot im ländlichen New Jersey. Dort möchte sich Fin nun niederlassen und in Frühpension gehen. Er ist ein Mensch, der gerne allein ist und die Gesellschaft von Menschen nicht mag. Leicht verständlich, wenn man bedenkt, dass er in der Öffentlichkeit schräg angeschaut und ausgelacht wird.

The Station Agent

Nicht mehr alleine...

Vor seinem neuen Heim, dem Bahnhofvorstandshaus, steht ein Hotdogwagen. Dieser wird vom jungen Joe (Bobby Cannavale) betrieben. Joe ist ein lebensfroher, extrovertierter, gesprächiger Mensch, der nicht gerne allein ist, also so ziemlich das Gegenteil des verschlossenen Fin. Es geht auch nicht lange, da macht Joe die ersten Versuche, Fin besser kennen zu lernen. Doch dieser blockt anfangs stark ab.

Die 40jährige Künstlerin Olivia (Patricia Clarkson aus Welcome to Collinwood und The Green Mile) begegnet dem neuen Bewohner ebenfalls. Als sie Fin beinahe überfährt, verspürt auch sie eine gewisse Faszination für diesen Menschen. Auch Olivia ist eine Aussenseiterin, da sie um ihren verstobenen Sohn und die aufgelöste Ehe trauert

Schliesslich gelingt es Olivia und Joe, sich dem Kleinwüchsigen Fremden zu nähern und eine Freundschaft zwischen drei Menschen, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten, beginnt. .


DVD-Rating

The Station Agent ist ein amerikanischer Film, der unabhängig von den grossen Studios produziert wurde. Er bearbeitet deshalb auch auf den Nebenschauplätzen Themen, die man im amerikanischen Kino selten sieht: Modelleisenbahnen, oder eine Aktivität, die sich "Trainchasing" nennt, bei der man verschiedenen Lokomotive-Modellen mit der Videokamera nachfährt.

Es ist ein Film, in dem eigentlich nicht viel passiert, den man sich aber trotzdem anschauen sollte. Ein ruhiger, spezieller Film mit dem Kleinwüchsigen Peter Dinklage in der Hauptrolle. Er spielt Fin, einem Aussenseiter, der eigentlich seinen Platz im Leben gefunden und genau einen Freund fand, dann aber aus der Bahn geworfen wurde. Einer von dem alle denken, er seit etwas speziell-exotisches, obwohl er von sich behauptet, nur eine simpler Langweiliger zu sein. Die selbst gewählte Einsamkeit sollte wohl seine Bestimmung sein. Allein gelassen will auch Patricia Clarksons Olivia werden. Aus ganz anderen Gründen: als Geschiedene, die ihren Sohn verloren hat. Warum gibt es eigentlich keinen Begriff wie Waisenkinder für Eltern? Nur Bobby Cannavale als der laute, fröhliche, durch nichts aus der Ruhe zu bringende Joe scheint Stille nicht vertragen zu können. Trotzdem sucht er sich den wohl seltsamsten Platz aus, um Würstchen zu verkaufen. Die Einöde vor dem Häuschen eines Stationvorstehers, das vor hundert Jahren vielleicht einmal das Zentrum des gesellschaftlichen Lebens war. Drei Leute, die oberflächlich wenig miteinander zu tun haben, finden sich durch Zufall in ihrer Einsamkeit.

Das hervorragende Cast der oben genannten Rollen wird durch zwei weitere glänzende Darstellerinnen ergänzt: Michelle Williams und Raven Goodwin. Mit fünf Figuren und in nur zwanzig Drehtagen erschaffte Tom McCarthy ein kleines Filmbijou. Ein weises, lustiges und berührendes Plädoyer für das allein sein, das halt doch nicht immer der Weisheit letzter Schluss ist.

Bei der DVD gucken wir Schweizer Mal wieder in die Röhre. Zwar wird mit der französischen Tonspur an alle gedacht, aber die Deutschen, Briten und Amerikaner haben stattdessen auch noch einen Audiokommentar von McCarthy, Dinklage, Clarkson und Cannavale drauf. Die fünf geschnittenen Szenen bekommen alle. Bei Bild und Ton darf man bei einer Low Budget Produktion nicht allzu viel erwarten.

4.6 Sterne 3.0 Sterne
4.6 Sterne (21 Bewertungen) | 0 Kommentare

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07.09.2005 / ma (Inhalt), rm (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 28.01.2005

  • Bildformat: Widescreen (1.85 : 1)
  • Sprachen: Englisch (Dolby Digital 2.0) Deutsch (Dolby Digital 2.0), Französich (Dolby Digital 2.0)
  • Untertitel: Deutsch, Französisch
  • Extras: Interview mit Peter Dinklage und Tom McCarthy, Trailer, Geschnittene Szenen, Filmografien