The School of Rock (2003)

The School of Rock (2003)

Oder: Learn to serve society by rocking

The School of Rock

Punkto Musik hat Mr. S (Jack Black) den Überblick

Rock rockt, sagt sich Dewey Finn (Jack Black), besonders wenn mit Inbrunst und Körpereinsatz von seiner Wenigkeit Mr. Dewey Finn persönlich dargeboten. Seine Bandmitglieder sind etwas weniger begeistert von Deweys endlosen Solos und selbstmörderischen Sprüngen in die Menge und stellen ihn eines Tages kurzerhand vor die Tatsache, dass er nicht mehr länger Mitglied seiner Band ist.

Ein harter Schlag für Dewey, für den es kein Leben ohne Rockmusik gibt. Und ausserdem ein denkbar schlechter Zeitpunkt: Sein Mitbewohner Ned Shneebly (Mike White), oder vielmehr dessen garstige Freundin Patty (Sarah Silverman), droht nämlich Dewey aus der Wohnung zu schmeissen, wenn dieser nicht endlich seinen Teil der Miete bezahlt.

The School of Rock

Schulausflug mit erzieherischem Wert

Es sieht düster aus für Dewey, doch mit dem Schrillen des Telefons bahnt sich unverhofft eine Lösung an. Die renommierte Horace Green Elementary School braucht Deweys Mitbewohner Ned (seines Zeichens Aushilfslehrer) als Vertretung für eine verunfallte Lehrerin. Dewey gibt sich kurzentschlossen als Ned aus und nimmt die Stelle an.

The School of Rock

Rektorin Mullins (Joan Cusack) hat die Dinge (noch) im Griff

In der Schule beschränkt er sich zunächst darauf, den Kids das Pausenbrot wegzuessen und ihnen zu befehlen, sich selber zu beschäftigen. Dann aber hört Dewey seine Zöglinge im Schulorchester spielen und hat eine Erleuchtung: Mit diesen talentierten Youngsters wird er eine neue Rockband gründen und es seiner alten Gruppe beim Musikwettbewerb "Battle of the Bands" so richtig zeigen.

Die Kinder sind zwar sehr kooperativ. Aber dass die Unternehmung "Rockmusik" an einer teuren Eliteschule nicht ganz unproblematisch ist, lässt sich erahnen...


DVD-Rating

Als Regisseur für School of Rock zeichnet sich der Texaner Richard Linklater verantwortlich. Wobei damit auch das einzig überraschende Element in diesem konventionellen und formelhaften Film schon erwähnt wäre. Als unabhängiger Filmemacher prägte er die 90er Jahre mit plotarmen, meist autobiographischen Filmen, in denen oft nur abgehängt und über Gott und die Welt gequatscht wurde. Seine Filme hatten den Finger am Puls des Lebens der Generation X. Beispiele sind Dazed and Confused, SubUrbia, Before Sunrise und vor allem sein Debüt Slacker, dessen Titel nachher als Inbegriff für einen Angehörigen dieser Generation junger Erwachsener wurde. Als Slacker kann man auch die Hauptfigur in School of Rock bezeichnen, die endlich erwachsen werden sollte und sich standhaft dagegen weigert. Sonst aber bleibt Linklater ziemlich brav, auch wenn er den Rock'n‘Roll als letztes Ventil für die Wut gegen Alles propagieren möchte.

Beim Betrachten des Covers schwant einem zuerst Schlimmes. Filme in denen ein fremdes Element in die Kinderstube eindringt und dabei über sich und die Welt einiges zu lernen hat, gehören nicht zu den Meilensteinen der Filmgeschichte. Schwarzenegger als Kindergarten Cop und Eddie Murphy, der Leiter der Daddy Day Care, haben sich in diesem Genre versucht. Black macht seine Arbeit nicht schlecht, wobei er halt einfach Jack Black ist, eher Clown als Schauspieler, und man seine Grimassen zu Genüge kennt. Dasselbe gilt für Joan Cusack, die als Antipode zu Black zu wenig benutzt wird, um dem Film weitere Spannungselemente zu verleihen. Die Show wird von den Kindern gestohlen, die wie üblich in solchen Filmen alle Ethnien der US-amerikanischen Gesellschaft repräsentieren. Die neunmalkluge Klassensprecherin und das dicke Mädchen, das Aretha Franklin an die Wand singt, in einem musikalischen Ensemble, das nicht zu unterschätzen ist und dessen frische und gar nicht schüelerlihafte Leistung zu loben ist. Auch Natalie Portman hat mal süss angefangen.

So werden Kinder wahrscheinlich auch die grösste Freude am Film haben. Mit all den Castingshows im TV werden sie sicher gerne die Entstehung einer Band mitverfolgen. Trotz der unvorteilhaften Message des Films, dass die Schule eigentlich nutzlos sei, ist für die sorgenvollen Grossen unter den Zuschauern gesorgt. Der Rock'n'Roll lotst die Sprösslinge nicht direkt auf den "Highway to Hell". Die zwei weiteren Elemente der Dreifaltigkeit "Sex and Drugs and Rock'n'Roll" werden von Jack Black als Machenschaften von "Posern" geächtet. Währenddessen sich die andere Hälfte des erwachsenen Publikums erfreut zeigt, über die vielen Querweise in das Universum des Rocks wie z.B. die Schuluniform, in die sich Jack Black im abschliessenden Konzert stürzt. Für die, welche dem Gott des Rock schon verfallen sind, ist Jack Black sowieso nicht in erster Linie ein Schauspieler, sondern die eine Hälfte der phantastischen Rock Band Tenacious D, deren Platten auch nicht ganz jugendfrei sind.

Die DVD

Auch beim Bonusmaterial auf der Special Edition DVD kommt man nicht an Jack Black vorbei. Da MTV und die Paramount Studios zum selben Medienkonglomerat gehören darf er uns in der Crossmarketingmassnahme The Diary of Jack Black 16 Minuten aus seinem Leben erzählen. Seine morgendliche Rituale, Essensgewohnheiten, der Umgang mit Starrummel sind in schnittiger Weise für MTV aufbereitet. Nur wie er wirklich ist, lernt man nicht. Im Pledge to Led Zeppelin zeigt er mit voller Inbrunst und der Hilfe eines vielköpfigen Publikums, wie er die Rockband überzeugt hat, einen ihrer Songs für den Soundtrack freizugeben. Sein Audiokommentar, den er zusammen mit dem Regisseur aufnahm ist leider nur mässig spannend und deshalb nicht essentiell. Und natürlich spielt Black auch im Video Clip mit. Im selbigen treten auch alle Kinder wieder mit auf, die dann auch gleich den Rest der Bonus Features bestreiten. Sie bekommen ihren eigenen Audiokommentar. Dass Kinder bei Audiokommentaren mitreden, ist nichts Neues (siehe Love Actually und die Man on Fire-RC1). Aber ausschliesslich den Nachwuchs ans Mikrofon zu lassen, passiert hier zum ersten Mal in der Geschichte des Mediums. Ob's nochmal passieren wird, ist allerdings fraglich. Die Kids sind sicher nicht auf dem Kopf gefallen, aber wenn 9-12-Jährige einen Film zum ca. neunten Mal sehen und ihren Senf dazu geben, kommt nicht immer Schlaues dabei raus. Im Kid's Diary sieht man die Sprösslinge nochmals, wie sie das Toronto Filmfestival besuchen und lernt, dass auch schauspielende Kinder zur Schule gehen müssen. Die Privatlehrerin ist auch am Filmfestival immer dabei. Lessons learned from School of Rock ist ein 24-minütiges Making-of. Dank Jack Black und den Kindern ist es überdurchschnittlich.

Gerne hätte ich die im Film vorkommende Wandtafel, die das Universum der Rockmusik erklärt, gesehen. Auf der amerikanischen DVD ist es im DVD-Rom Teil zu bestaunen, gemäss den einschlägigen US-DVD-Sites. Auf der deutschen Scheibe gibt's keine Extras für den PC. Dafür darf man Jack Black auch auf Türkisch lauschen.

4.0 Sterne 4.0 Sterne
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3.53.5
12.10.2004 / rs (Inhalt), rm (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 26.08.2004

  • Bildformat: 1,85:1 (anamorphic Widescreen)
  • Sprachen: Deutsch: Dolby Digital 5.1, Englisch: Dolby Digital 5.1, Türkisch: Dolby Digital 5.1
  • Untertitel: Deutsch, Englisch, Türkisch
  • Extras: - Audiokommentar von Darsteller Jack Black und Regisseur Richard Linklater, - Audiokommentar der Kinder, Gelernte Lektionen der "School Of Rock", Jack Black's Verbindung zu Led Zeppelin, "School Of Rock" Musik-Video, Videotagebuch der Kinder: Toronto Film Festival, MTVs Tagebuch des Jack Black, Kinotrailer