Pieces of April (2003)

Ein Tag mit April Burns

Pieces of April (2003) Ein Tag mit April Burns

Oder: Guten Appetit!

Pieces of April

Wenn Du guckst, kann ich nicht.

April Burns (Katie Holmes) ist schon seit Gedenken das schwarze Schaf in der Familie. Mit ihrer Mutter Joy (Patricia Clarkson) ist sie schon seit einer halben Ewigkeit im Zwist. Um diesen schlechten familiären Umständen zu entfliehen, zieht April mit ihrem Freund Bobby (Derek Luke) - ausser Reichweite der erzürnten Familie - in ein Apartment an der Lower East Side.

Irgendwie kommt's dennoch, dass sie sich überreden lässt, ihre Familie zum traditionellen Thanksgiving Truthahngeknabber einzuladen. Doch kaum ist die Einladung weg, bereuts sie ihre Aktion umgehend wieder. Während ihre gesamte Familie bereits im Auto unterwegs in Richtung April ist, hat diese mit immer neuen Problemen zu kämpfen: Als ob es nicht schon ein genug grosser Krampf wäre, für sieben Personen ein Festessen zuzubereiten, muss April auch noch feststellen, dss ihr Herd - der bisher eher die Funktion einer Vitrine inne hatte - kein Fünkchen Hitze von sich gibt.

Pieces of April

Pippi in New York

Während April in ihrer Not von einem zum anderen Nachbarn rennt, um von jemandem Hilfe in Sachen "Ofen" zu kriegen, lernt sie in ihrer Not all die interessanten und liebenswürdigen Menschen von Nebenan kennen, die ihr bisher vollkommen unbekannt waren.

Unterdessen fährt Aprils Familie im Familienwagen auf direktem Weg nach New York. Gesprächsthema ist einzig und allein, was April in ihrem Leben alles verbockt hat, was für eine Loserin sie ist und bald fragt man sich bald einmal, warum die Familie bei all den negativen Erinnerungen an April die Einladung überhaupt angenommen haben. Jedoch einen Grund gibt es - die letzte Gelegenheit, sich zu versöhnen...


DVD-Rating

Während ich etwas unsicher die Anfangsminuten von Pieces of April anschaue, hat sich die schräge Familie von April (Katie Holmes) schon auf den Weg zum "hässlichen Entlein" gemacht. Regisseur Peter Hedges setzt die wunderliche Geschichte in einen unaufwändigen, skuril-komischen Film um. Es sind nicht prächtig ausgeleuchtete Aufnahmen oder atemberaubende Szenerien, die Pieces of April zu bieten hat. Im Gegenteil, handwerklich ist der Film eher bieder und umwerfend ist die Story auch nicht. Überdreht zeichnet sie ein Bild des alltäglichen Wahnsinns Familienleben und Nachbarschaft. Insbesondere Aprils Familie ist fast schon als urkomisch und doch so beleidenswert zu bewerten. Das verzogene Töchterchen, das von seiner Schwester gar nichts wissen will und noch weniger hält. Die krebskranke Mutter, die mit ihrer Krankheit spielt und sich bitterzynische Spässe knapp unter der Gürtellinie erlaubt. Oder der Vater, der irgendwie versucht alles zusammenzuhalten und daran selber scheitert. Eigentlich ist die senile Oma fast noch die Normalste.

Katie Holmes bietet eine feine und eine ihrer besten Leistungen. Um sie herum ist darstellerisches Mittelmass zu finden, kleine, nicht überaus wichtige und zurückhaltende Rollen - und deshalb so treffend besetzt. Neben Holmes sticht Oliver Platt als Vater heraus, den man aus verschiedenen Nebenrollen kennt (Executive Decision, Don't Say a Word etc.). Ein eher unnötiger Wehrmutstropfen bleibt aber: Es ist schade, dass der Film zum Ende hin eine wahre Kehrtwendung vollzieht, die dem Gesamteindruck ebenso schadet wie der zu Beginn spürenden Bissigkeit. Es bleibt das Gefühl, dass Peter Hedges etwas übereilt das Ende sucht. Pieces of April bleibt aber ein nettes Stückchen Film, nichts Lautes, nichts Knalliges, nichts Umwerfendes.

Leider bietet die DVD sehr wenig Bonusmaterial und kaum Hintergrund-Einblick.

4.5 Sterne 2.5 Sterne
4.5 Sterne (34 Bewertungen) | 2 Kommentare

4.0 Sterne4 von 0.0-6.0
12.11.2004 / rm (Inhalt), pb (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 06.07.2004

  • Bildformat: 1:1.85
  • Sprachen: Deutsch, Englisch (DD 5.1)
  • Untertitel: Deutsch und Englisch für Hörgeschädigte
  • Extras: Featurette (Hinter den Kulissen); Audiokommentar vom Regisseur; Kinotrailer.