Peter Pan (2003)
Peter Pan (2003)
Oder: I believe in Fairies, I do, I do
Wer die weltberühmte Geschichte von Peter Pan noch nicht kennt, für den fassen wir kurz zusammen:
Wendy Darling (Rachel Hurd-Wood) lebt mit ihren zwei Brüdern John (Harry Newell) und Michael (Freddie Popplewell) und ihren Eltern (Jason Isaacs und Olivia Williams) in London. Ihre grosse Gabe ist es, Geschichten zu erzählen. Bevorzugt werden da Abenteuer von Piraten. Mit Schwertkämpfen, Zauberei und Happy-Ends. Was Wendy nicht weiss, ist dass sie all abendlich einen weiteren Zuschauer, respektive Zuhörer hat. Der Junge Peter Pan (Jeremy Sumpter) lauscht ihren Geschichten vor dem Kinderzimmerfenster, um sie dann seinen "verlorenen Jungs" weiter zu erzählen.
Eines Nachts, unvorsichtig wie Jungs nun mal sind, schleicht sich Peter in's Kinderzimmer und wird sogleich von seinem Schatten getrennt. Nach grossem Radau, Chaos und Rumgefliege, findet er ihn wieder, kann ihn aber nicht an sich anmachen. Da wacht Wendy auf und bietet an, den Schatten anzunähen. Durch dieses "Erlebnis" (und dem Austausch von komischen Küssen!) macht Peter ihr ein verlockendes Angebot. Sie soll ihm folgen. Nach Nimmerland. Dort kann sie "Mutter" seiner Bande sein und allen Geschichten erzählen und auch welche erleben.
Nach einiger Überredungskunst machen sich Peter, Wendy und ihre Brüder (die ja schliesslich auch mit wollen) auf den Weg nach Nimmerland. Mit Hilfe der Fee Tinkerbell (Ludivine Sagnier) erreichen sie auch prompt ihr Ziel. Doch in Nimmerland wartet Peter Pan's Erzfeind Captain Hook (Jason Isaacs) schon lange darauf, die immerwährende Rivalität mit dem fliegenden Jungen endgültig zu beenden und ihn zu töten.
Hook, von Peter seiner Hand beraubt und nun mit einem Haken ausgestattet, ist kein Mittel zu teuer, keine Methode zu ausgefallen und sein Hass auf Peter nimmt ungeahnte Masse an. Durch geschickte Manipulation von Wendy und Tinkerbell scheint es dem bösen Piraten dieses Mal sogar zu gelingen, Peter in seine Finger zu kriegen. Doch Peter Pan wäre nicht Peter Pan, wenn er nicht noch einen Ausweg wüsste. Und dann ist ja da noch das "tickende" Krokodil, dass Hook gerne als Hauptspeise vernaschen würde...
DVD-Rating
Eine altbekannte Geschichte, schon dutzendmal verfilmt, klassisch, märchenhaft, kindgerecht und fantastisch. So präsentiert sich auch die neueste Verfilmung des Märchens vom Jungen, der niemals erwachsen werden wollte. Und erstmals seit langer Zeit wird uns diese Geschichte so real wie möglich serviert. Kein Trickfilm, keine Version in der Peter erwachsen ist, sondern die pure und unverfälschte Geschichte, wie sie in den Büchern steht.
Natürlich kennt man die Abenteuer von Peter Pan. Darum liegt das Problem dieses Filmes auch darin, dem Zuschauer etwas neues zu zeigen. Man versucht, dieses Problem mit starken Darstellern, fantastischen Effekten, märchenhaften Gestalten und einer flotten Inszenierung zu übergehen und es gelingt sogar. Denn diese Version ist märchenhaft, kitschig, fantastisch und bezaubernd zu gleich. Für manch einen mag es ein bisschen viel Schmalz und Kitsch drin haben, aber nur damit kann man die märchenhafte Welt und die spannenden Abenteuer zuschauergerecht servieren.
Während mir persönlich der Darsteller des Peter Pan nicht besonders gefiel, freute ich mich speziell auf Jason Isaacs, der hier eine Doppelrolle zu spielen hat. Als Wendys Vater und als böser Pirat Hook, überzeugt der Brite durch Verwandlungskunst und durch absolut überzeugendes Schauspiel. Er ist vor allem als Bösewicht eine Klasse für sich und schwingt sich zum Höhepunkt des Ganze auf. Neben ihm verblassen die anderen Figuren deutlich und bleiben nicht mehr als eine schöne Erinnerung an den Film.
Fazit: Es ist mal was anderes, dieser Film. Schön anzusehen, herrlich ausgestattet, fantastisch animiert, märchenhafte Figuren und ein richtig schön böser Captain Hook, von dem sich sogar Dustin Hoffman eine Scheibe abschneiden hätte können. Allerdings sind das die einzigen Attribute, die den Film wirklich positiv auszeichnen. Denen gegenüber stehen eine bekannte, überraschungsfreie Geschichte, mühsame (Kinder-)Darsteller und viel Schmalz und Kitsch. Ist nicht jedermans Sache.
Die DVD bietet auf den ersten Blick nicht gerade viel. Den Trailer und ein paar Featurettes. Aber genau diese entpuppen sich als Making-ofs, Dokumentationen über Darsteller, Effekte, Stunts und Geschichte. Wie aufwändig die Dreharbeiten waren, sieht man ebenfalls und sogar ein alternatives Ende hat die DVD zu bieten. Also nicht abschrecken lassen von der Benennung "Featurette", sondern sich mal Zeit nehmen und ein bisschen in den Extras schnüffeln. Da hats für jeden was.
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4.5 Sterne (36 Bewertungen) | 0 Kommentare
DVD-Infos
Extended Version, erschienen am 27.07.2004
- Bildformat: 1:2.40
- Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Englisch (Dolby 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch Türkisch
- Extras: Diverse Filmdokumentationen, Trailershow



