Paycheck (2003)
Paycheck (2003)
Oder: It's the end of the world as we know it.....
Michael Jennings (Ben Affleck) hat einen geheimnisvollen, aber gutbezahlten Job. Er, hauptberuflich Ingenieur, kauft sich ein Softwareprodukt einer Konkurrenzfirma und lässt sich dann für Monate in einem Labor einschliessen, wo er dieses Produkt auseinandernimmt und verbessert. So kann diese Version dann als Eigenentwicklung der Firma verkauft werden, für die Jennings arbeitet. Bezahlt wird er mit hohen Lohnchecks. Nur muss er jedes Mal sein Gedächtnis für diese Zeit auslöschen lassen, während der er so Top-Secret gearbeitet hat.
Dass das bis jetzt alles kleine Fisch waren, wird Jennings klar, als er von seinem ehemaligen Studienkollegen James Rethrick (Aaron Eckhardt) über ein sensationelles, neues Projekt informiert wird. Dass es um Optik geht und dass der Check 8-stellig sein wird, dass ist bekannt. Der Rest wird sich zeigen und in drei Jahren soll Michael Jennings ausgesorgt haben. Als er aber nach dieser langen Zeit im Labor seine Kohle abholen will, setzt ihm das nette Fräulein von der Bank lediglich ein Couvert vor, in dem "komische" Sachen wie Büroklammer, Hairspray, Münzen und ähnliches drin sind. Hallo? Warum ist das Geld nicht da? Und die Information, dass Jennings selber diese Dinge gegen seinen Millionen-Check getauscht hat, kann er fast nicht glauben....
Also nimmt unser Ingenieur die Fährte auf, dem Geheimnis auf die Spur zu kommen. Er nimmt erstmal Kontakt auf mit seiner Freundin Rachel Porter (Uma Thurman). Deren Existenz hat er zwar vergessen, aber echte Liebe erkennt man sofort wieder... (Und Bilder von ihr stehen ja auch noch rum...) Dieses ungleiche Paar macht sich jetzt also auf, das Geheimnis zu lüften und die Welt vor der schlimmsten Katastrophe zu bewahren. Eine Katastrophe, die Michael Jennings erfunden hat.....
DVD-Rating
Früher, ja früher.... Da machte John Woo noch erstklassige Filme. Da wars noch spannend, explosiv und mitreissend. Seit er in Hollywood dreht, scheint einiges von seiner ehemaligen Passion flöten gegangen zu sein. Oder liegts echt nur an den Produzenten, die dem asiatischen Meister auf die Finger klopfen?
Der Film hier fängt sehr interessant an. Eine Ausgangslage, die ich so noch nie gesehen habe und die für den weiteren Verlauf des Filmes viel verspricht. Dass zwar ausgerechnet Schmalzlocke Ben Affleck hier die Hauptrolle spielen darf, stört zwar, aber man kann ja nicht alles haben. Wie gesagt, anfänglich sehr gut und spannend. Und wenn man denkt, der Film sei lanciert und man auf die Lösung des Mysteriums hofft, entwickelt sich der Film zum normalen Hollywood-Action-Movie, dem es an Spannung fehlt.
Laborratten werden zu Kampfmaschinen. Die bösen stellen sich (wie immer) immens blöd an und unser Held weiss natürlich immer, welches seiner "Werkzeuge" er in welchem Moment brauchen muss. Auch dass man auf einem schnell fahrenden Motorrad natürlich kurze Befehle an den hinter einem sitzenden Mitfahrer geben kann, ist jedem Töfffahrer natürlich gang und gäbe. Überhaupt, der Film driftet zwischendurch richtiggehend zur unfreiwilligen Komödie ab. Lacher sind dort zu hören, wo's eigentlich ernst zu und her gehen sollte. Schlechtes Zeichen? Ich denke ja.
Schauspielerisch bestimmt Ben Affleck den Film klar. Er, dauergeföhnt, Daredevil-gestählt und mimisch (sehr) limitiert, versucht zwar, als ernster Actionheld rüberzukommen, bringt aber seinen Ruf als immer grösser werdendes Kassengift wohl so schnell nicht mehr weg. An seiner Seite darf Kill Bill-Lady Uma Thurman als Augenschmaus walten. Viel zu tun hat sie nicht. Vielleicht spielte sie ja mit, weil sie mal Ben Affleck küssen wollte? Wer weiss.... Und wäre da nicht der Günter-Netzer-Gedenkscheitel von Aaron Eckhardt gewesen, seine Figur hätte jegliches Interesse verloren. Zum Glück hat auch Paul Giamatti noch den einen oder anderen Auftritt.... Wenigstens etwas....
Fazit: Paycheck ist ein höchst durchschnittlicher und bedingt spannender Hollywood-Actionfilm, dessen spannende Ausgangslage leider mit Brachialgewalt in das 08/15-Schema zurückgedrückt wurde. Unfreiwillige Komik wechselt sich mit unlogischen Momenten ab, von denen man bei genauem hinschauen wohl noch ein paar mehr finden könnte. Erwartet hatte ich grosses Actionkino, gekriegt hatte ich einen zwar solid gemachten, aber herzlich unspektakulären Actionfilm. Schade.
Als Extras auf der vorliegenden DVD sind neben den obligaten Audiokommentaren noch einige, den Film bewerbende, Features drauf. So wird zum Beispiel gezeigt, wie die Stunts im Film gedreht wurden. Oder einen Blick auf die Kulisse, den Style und das Design des Filmes. Dazu kommen unveröffentlichte und erweiterte Szenen und ein alternatives Ende, dass aber auch nicht wirklich zu überzeugen mag. Die Ausstattung passt sich also 100% dem Film an. Solide, aber letztlich nur durchschnittlich.
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3.2 Sterne (84 Bewertungen) | 0 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 23.08.2001
- Bildformat: 1:2.35
- Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Englisch (Dolby 5.1)
- Untertitel: Deutsch, Englisch Türkisch
- Extras: Audiokommentar, Die Stunts, Das Design der Zukunft, unveröffentlichte Szenen, alternatives Ende, erweiterte Szenen


