Open Water (2003)

Open Water (2003)

Oder: Let's swim out of this puke!

Open Water

"Ha, ohne uns losfahren, was für ein Witz..."

Stellt euch vor, ihr habt das ganze Jahr gearbeitet. Ihr seid reif für einen schönen Urlaub, den ihr geplant habt und nun antreten könnte. Das Daily Business mal für eine Zeit vergessen, die Sonne geniessen, Tauchen gehen, die Beziehung pflegen und halt einfach abschalten.

Susan (Blanchard Ryan) und Daniel (Daniel Travis) sind ein solches Pärchen. Endlich die blöde Büroarbeit hinter sich lassen, coole Drinks geniessen und sich höchstens von der Mücke im Zimmer stören lassen. Denn am nächsten Morgen wartet der Ausflug aufs Meer. Die beiden wollen tauchen gehen.

Die Crew ist cool, das Wetter schön und die anderen Gäste zwar nervig, aber akzeptabel. Das böse Erwachen der beiden kommt erst dann, als sie von ihren Tauchgang auftauchen und das Boot nicht mehr da ist. Was ist passiert? Sind die beiden von Strömungen abgetrieben worden? Hat man sie vergessen? Ist etwas passiert?

Open Water

Flipper, bist Dus?

Was anfänglich reine Ungewissheit ist, entwickelt sich zum Kampf ums Überleben. Die Stunden vergehen, kein Mensch in Sicht, dafür irgendwelches Gefische, das um die Beine schwimmt. Als die Quallen kommen, denken die beiden, dass es kein zurück mehr gibt. Und als dann auch noch Haifische auftauchen, die sichtbar hungrig sind, scheint die Lage aussichtslos.

Denn Susan und Daniel wurden auf hoher See vergessen. Kein Mensch weiss, wo sie sind und niemand vermisst sie. Ein Unglück, ein Versehen, dass immer wieder passieren kann. Ein Vorfall, der hier aber zur Katastrophe führt.


Kinofilm-Rating

Open Water ist als Film so simpel gestrickt, wie seine Grundidee: Hai beisst Mensch. Von einer vierköpfigen Crew, davon war einer der Bootskapitän, in der Freizeit gedreht, (Also ganz im Sinne von OutNow.CH), ist es eher ein Film von Tauchern, die filmen als einer von Filmemachern, die was vom Tauchen verstehen. Es gibt keine grossartigen Haibilder wie im IMAX, sondern die Expemplare hier verhalten sich getreu ihrem weissen Grossvater aus den 70ern, den man auch fast nie richtig zu sehen bekam.

Es geht Drehbuchautor und Regisseur Chris Kentis und seiner Ehefrau der Produzentin Laura Lau in ihrem auf wahren Begebenheiten basierenden Film auch eher um die Urangst des Menschen, als dem Publikum den Raubfisch als Lebewesen näher zu bringen. Deshalb führen sie uns die beiden Hauptdarsteller in ferienidyllischen Videobildern als sympathische und gutaussehende Durchschnittsamis vor. Bald wachsen sie einem ans Herz und man fühlt dann leichter mit, wenn das Trivialwissen über Haifische, das sich im Kopf des Mannes nach hunderten Stunden Konsum des Discovery Channels angesammelt hat, plötzlich als unerwartet hilfreich erweist.

Schlussendlich geht es aber zu und her wie beim Blair Witch Project vor ein paar Jahren. Der Hype ist wieder einmal ein bisschen grösser als die tatsächlichen Schockmomente im Film. Schön werden alle Phasen einer solchen Extremsituation durchlebt, was unter anderem zum besten Zitat des Films führt: "Let's swim out of this puke!". Das ist zwar kurzweilig, aber nicht unbedingt nervenaufreibend. Das Ende, das übrigens nach mageren 79 Minuten erreicht wird, ist dann nur noch makaber. Aber eins zeigt der Film sehr gut: Aller Idylle zum Trotz ist die Natur auch im Ferienparadies stärker als der Mensch. Das geht manchmal bei zubetonierten Küsten und lustigen Schirmchen im Cocktail vergessen. Dass der Tourismusindustrie mit Open Water trotz dieses Untertons kein allzu grosser Schaden beigefügt wird, haben die Macher bewusst vermieden, zu erwähnen, wohin Susan und Daniel in die Ferien gehen.

3.3 Sterne
3.3 Sterne (66 Bewertungen) | 21 Kommentare

4.0 Sterne4 von 0.0-6.0
31.08.2004 / muri (Inhalt), rm (Rating)