Ong-Bak (2003)

Ong-Bak (2003)

Oder: Immer mitten in die Fresse rein

Ong-Bak

Ohrfeigen mal anders

Der Kopf ist weg! Ausgerechnet der heilige Schutzpatron eines kleinen thailändischen Dorfes wurde verunstaltet. Ein Dieb hat das Haupt der Figur gestohlen und ohne den geht gar nichts mehr.

Der junge Kämpfer Ting (Tony Jaa) meldet sich freiwillig. Er will nach Bangkok pilgern, den Dieb zur Rede stellen und sich den Kopf wieder holen. Und wenns sein muss, mit Hilfe der alten Kampfkunst "Muay Thai", gegen die kein Gegner gewachsen sein soll und die man aber niemals zum "Spass" anwenden darf. So lautet auf jeden Fall der Rat eines Mönchs des Dorfes.

Ong-Bak

*Chuum, puss puss puss*

In Bangkok angekommen, macht Tin die Bekanntschaft des ehemaligen Dorfbewohners George (Petchtai Wongkamlao, der in Geldschwierigkeiten steckt und in dem "Bauerntölpel" ein gefundenes Opfer für seine Spielchen zu finden scheint. In einem illegalen Kampfanlass muss sich Ting zum ersten Mal beweisen. Und das tut er mit Bravour. Doch eigentlich will er gar nicht kämpfen, sondern einfach die Gottheit seines Dorfes zurückholen.

Je länger die beiden unterschiedlichen Personen zusammenarbeiten, umso näher kommen sie ihrem Ziel. Doch die Personen, mit denen sie sich dafür anlegen müssen, sind nicht von schlechten Eltern. Denn Bösewichte, bärenstarke Kämpfer, kettenrauchende Verbrecherbosse und viele, viele Crash-Test-Dummies (aka. Opfer, die sich ohne Chance zum Kampf stellen) müssen erst noch aus dem Weg geräumt werden....


DVD-Rating

1988 wars, als ein junger Belgier seine Muscles from Brussells schmierte und mit ballettartiger Action in Bloodsport für Furore sorgte. Für viele Fans noch immer "der beste Kampffilm aller Zeiten". Diesem Urteil kann ich mich durchaus anschliessen und freute mich dementsprechend auf dessen potenziellen Nachfolger. Einem thailändischen Kampfsportfilm namens Ong Bak.

Nehmen wir das Positive mal vorne weg. Wenn denn endlich mal gekämpft wird, dann ist die Action wirklich gelungen. Die Tatsache, dass keine Stunddoubles engagiert wurden und alle Schauspieler selber die harten Szenen drehen mussten, lässt durchaus grossen Respekt für alle Beteiligten aufkommen. Vor allem der Hauptdarsteller vermag durch seine Technik, seine Beweglichkeit und seine zirkusreifen Aktionen durchaus zu überzeugen. Das auch das Kämpfen seine Stärke ist, beweist er hier hier ebenfalls. Denn alle Szenen, in denen er agieren muss, sind so ziemlich lau und langweilig.

Womit wir auch beim grossen Schwachpunkt des Filmes sind. Die Schauspieler sind nicht gut, die Story ist an den Haaren herbeigezogen und man wartet eigentlich immer nur auf die nächsten Kämpfe. Und auch deren Intensität nimmt im Lauf des Filmes leider immer mehr und mehr ab. Während man anfänglich noch mit offenem Mund und mit einem "autsch" auf den Lippen am Bildschirm klebt, hat man die Aktionen mit der Zeit halt einfach gesehen. Somit verliert das grosse Finale auch etwas an Spannung und Kraft. Nichts desto Trotz gibt es auch da einige schöne Aktionen, die schon beim zugucken weh tun....

Fazit: Ong Bak ist ein solider und schön choreographierter Kampffilm aus Thailand, der mit seinen Kämpfen und den harten Szenen durchaus zu überzeugen mag. Der Rest des Filmes vermag kaum zu packen und zu faszinieren. Man wartet auf die nächsten Kämpfe und langweilt sich zwischendurch schon mal. Für Freude krachender Köpfe und brutaler Action ist der Film aber durchaus einen Blick wert. Auch wenn ich die Lobeshymnen nicht ganz nachvollziehen kann und den guten, alten Bloodsport noch immer für den mir am am liebsten immer wieder gesehenen Kampffilm halte.

Auf der ersten Disc werden Trailer zum hier vorgestellten Film und anderen Werken, wie Wrong Turn oder den Happy Tree Friends, dem Zuschauer näher gebracht. Auf Disc 2 gibt's einiges mehr zu sehen. Wer da zum Beispiel hinter die Kulissen der Produktion gucken will, ist im Making-of gut aufgehoben. Wie die Szenen gefilmt wurden, wer alles ins Krankenhaus musste und weitere interessante Details werden hier ausführlich während knapp 50 Minuten geboten. Was die Darsteller physisch leisten mussten, ist wirklich extrem. Ein Musikvideo und das dazugehörige Making-of wird ebenfalls vorgestellt. Sieht stylisch aus und passt gut zum Film. Demonstrationen seiner Kampfkunst und die Fähigkeit das Publikum mit offenem Mund im Sitz staunen zu lassen, präsentiert der Hauptdarsteller in der "Premieren Show". Geht leider nicht mal 3 Minuten. Die Kampftechnik "Muay Thay" wird in einem kleinen, aber interessanten Feature kurz präsentiert. Harte Sache.... Zwei kurze Interviews runden das Angebot ab, welches passabel ist und für Fans von Kampffilmen und besonders von Ong Bak sicherlich genügen dürfte. Ton und Bild sind aber jederzeit solide und ohne Probleme zu geniessen.

3.9 Sterne 3.0 Sterne
3.9 Sterne (47 Bewertungen) | 26 Kommentare

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26.05.2005 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 10.05.2005

  • Bildformat: 1,85:1
  • Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Deutsch (DTS 5.1), Thailändisch (Dolby 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Interviews, Trailers, Making-of, Musikvideo, Premierenshow, Die Techniken des Muay Thai