Once upon a time in Mexico (2003)

Irgendwann in Mexico

Once upon a time in Mexico (2003) Irgendwann in Mexico

Oder: Spiel mir das Lied vom unnötigen Film...

Once upon a time in Mexico

Der einsame Rächer wie er leibt und lebt.

Irgendwann in Mexiko. Irgendwo in Mexiko. Revolution. Gier. Rache.
Nach einer erschütternden Tragödie in seinem Leben hat sich El Mariachi (Antonio Banderas) einem Leben in Einsamkeit und Isolation ergeben. Er wird jedoch aus seiner Melancholie gerissen, als ihn der undurchschaubare CIA-Agent Sands (Johnny Depp) für einen tollkühnen Mordplan gewinnen will, in den der Präsident von Mexiko, ein kompromissloser Drogenbaron (Willem Dafoe) und ein korrupter General verwickelt sind.

El Mariachi hat seine eigenen Gründe dafür, warum er den Auftrag annimmt: Er will Rache! Und so schart er seine zwei einzigen Freunde um sich und zieht in die Schlacht, an deren Ende nur der stehen wird, der ein reines Herz hat und zu glauben bereit ist. An die Liebe. An die Freiheit. Und an ein aufrechtes Mexiko.


Kinofilm-Rating

"Mann, ist das mühsam!", dachte ich mir nach 10 Minuten des Films, nachdem man Antonio Banderas zum x-ten Mal in Grossaufnahme gesehen hatte. Glücklicherweise beschränken sich diese Aufnahmen mehr oder weniger auf besagte 10 Minuten, das Prädikat "mühsam" schleppt sich dennoch durch den ganzen Film.

Rodriguez hat sich für den Abschluss seiner Mariachi-Trilogie eine verhältnismässig komplizierte Story ausgedacht. Ein wenig zu konstruiert wie ich finde, weil wenn mir so eine Story aufgesetzt wird, dann erwarte ich natürlich auch mehr vom Endprodukt. Die verschiedenen Erzählstränge in Once upon a time... führen nicht wirklich zusammen, und am Schluss heisst es doch wieder einer gegen alle und jeder gegen jeder. Und was das schlimmste ist, der Film ist teilweise richtig langweilig! Was die Vorgänger El Mariachi und dessen Fortsetzungsremake Desperado dagegen unter anderem ausgezeichnet hatte, war doch gerade die Einfachheit der Geschichte, und dennoch (oder gerade deswegen) kam nie Langeweile auf. Da wurde erst geschossen, dann gefragt, da gingen Autos und alles mögliche in die Luft. In Once upon a time in Mexico kommen Schrotflinten und Co. nur noch begrenzt zum Einsatz.

Auch das Staraufgebot des Films kann den Film nicht retten. Salma Hayeks Auftritte beschränken sich auf Flashbacks, in denen sich der Mariachi zurückerinnert; aus diesen werden auch seine Rachegelüste ersichtlich. Sie ist knappe fünf Minuten im ganzen Film zu sehen. Willem Defoe, den ich persönlich einen brillianten Schauspieler finde, hätte ohne Probleme durch einen No Name-Schauspieler ersetzt werden können, so wenig sieht man von ihm als Drogenbaron Barillo. Er hat nicht mal ansatzweise die Möglichkeit, der Rolle seinen Stempel aufzudrücken. Antonio Banderas spielt das, was er kann, und das ist in meinen Augen nicht viel (ich gebs ja zu, ich mag ihn nicht). Zudem verkommt der Mariachi während des Films zunehmend zu einer Nebenrolle. An den Auftritten von Danny Trejo, Cheech Marin und Eva Mendes gibt es nichts sonderlich auszusetzen, sie sind aber auch nicht speziell erwähnenswert. Enrique Iglesias: Was der in diesem Film verloren hat, ich habe echt keine Ahnung: Schuster, bleib bei deinen Leisten, sag ich da nur! Und wer zum Teufel will Mickey Rourke noch auf der Leinwand sehen??? Zu guter Letzt Johnny Depp, mein Lichtblick des Films. Er spielt herrlich, wie man es von ihm gewohnt ist, im Gegensatz zu Defoe erhält er aber auch die Leinwandpräsenz dazu. CIA-Agent Sands ist zwar ein Drecksack, doch Depp spielt ihn so, dass man ihn einfach mögen muss. Er ist auch der einzige, der eine Portion Humor und Ironie in diesen Film einbringt, der sich ansonsten doch so wahnsinnig ernst nimmt. Ich erwähne da nur seine ständig wechselnden Sonnenbrillen und T-Shirts.

Abschliessend bleibt zu sagen, Once upon a time in Mexico ist kein von Grund auf schlechter Film, aber wohl mit Abstand der schwächste der Mariachi-"Trilogie". Wer wenig erwartet, wird dies und ein bisschen mehr von diesem Film bekommen. Und all denen, die mit höheren Erwartungen, geschürt durch die beiden ersten Teile, ins Kino gehen, wird wohl ein schaler Beigeschmack am Film haften bleiben. Schade drum Robert Rodriguez, da wäre mehr zu machen gewesen!

3.6 Sterne
3.6 Sterne (115 Bewertungen) | 32 Kommentare

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10.11.2003 / pv