Nip/Tuck - Season 1 (2003)

Nip/Tuck - Schönheit hat ihren Preis

Nip/Tuck - Season 1 (2003) Nip/Tuck - Schönheit hat ihren Preis

Oder: Schnippel am Nippel

Die Spalte war vorher aber noch nicht da...

Die Spalte war vorher aber noch nicht da...

Schönheitsoperationen sind ihr Leben. Sie schnippeln, sie verbessern, sie verbiegen, sie saugen und sie verändern Menschen. Sie, das sind die beiden Ärzte Sean McNamara (Dylan Walsh) und sein Partner Christian Troy (Julian McMahon). Sie besitzen eine Praxis und die Kundschaft ist so verschieden, wie die beiden Ärzte selber.

Sean McNamara ist verheiratet mit Julia (Joely Richardson) und die beiden haben zwei Kinder. Die Ehe bröckelt, da Sean viel arbeitet und Julia je länger je mehr sich nicht damit abfinden kann, einfach "nur" Hausfrau und Mutter zu sein. Dazu kommt eine Liebe, die langsam erlischt und um die gekämpft werden muss. Ausserdem heftet sich Sohn Matt (John Hensley) zu sehr an die Fersen von Onkel Christian Troy und das der keinen guten Einfluss auf den Jungen hat, ist abzusehen.

He loves to love

He loves to love

Denn Christian ist ein Frauenheld und ein Fast-Food-Lover. Seine One-Night-Stands sind kaum mehr zu zählen und charmant wie er ist, hat er auch meist am Morgen danach die passenden "Verbesserungsvorschläge" für die Eroberung. Durch seine etwas aussergewöhnliche Art, Kunden zu werben, bringt er die Praxis mehr als einmal in Schwierigkeiten und sich selber in Gefahr. Ebenfalls ist er dem schnellen Dollar nicht abgeneigt, was ebenfalls gefährliche Gestalten in die Praxis lockt. Der Sex-Maniac lebt sein Leben, so wie es ihm gefällt. Allerdings sehnt er sich in ruhigen Momenten nach echter Liebe und Familie. Wie es sein Kumpel Sean zuhause hat. Denn die einzige Frau, für die Christian bis jetzt mehr empfindet, ist ausgerechnet Julia, Seans Ehefrau....

So schlagen sich die beiden Docs also mit Verbrechern (Ep. 1), Zwillingen (Ep. 2), Pornostars (Ep. 4), Swingern (Ep. 7), Transsexuellen (Ep. 4), Drogenbossen (Ep. 12) und ähnlichem durchs Leben. Und immer schön zwischendurch gibt es herrliche Aufnahmen aus dem Operationssaal, wo so manche Arschbacke wieder gerichtet wird.


DVD-Rating

Fettpolster, Hängebrüste, krumme Pobacken, schiefe Nasen oder noch heiklere Körperproblemchen. Kaum einer, der sich nicht schon mal Gedanken gemacht hat, sich chirurgisch aufzupimpen und sich danach eventuelle wie ein neuer Mensch zu fühlen. Oder den Rest des Lebens als Krüppel im Rollstuhl zu verbringen. Je nach dem, wie der Doktor ist und wie dieser seinen Job versteht. Und genau um solche Fälle geht's in Nip-Tuck.

Natürlich gibt es in jeder Folge einen "Hauptfall", der sich auch durch den ganzen Zeitraum zieht. Dazu kommen aber noch ein paar kleinere Fälle, die meist privater Natur sind, und natürlich der grosse Handlungsbogen, der die Probleme der beiden Hauptcharaktere schön aufzeigt und auch deren Versuche, sich immer wieder aufeinander abzustimmen behandelt. Die beiden Doktoren mögen auf den ersten Blick so grundverschieden sein, sind aber bei genauerem Hinsehen nicht so sehr viel von einander entfernt. Anhand von kleinen Details oder Einstellungen, wird das je länger die Serie dauert, umso klarer.

Die Schauspieler kennt man aus Film und Fernsehen. Das bekannteste Gesicht hat natürlich Julian McMahon, der mit Serien wie Charmed zum Star geworden ist und demnächst in The Fantastic Four, als Dr. Doom, den dortigen Superhelden das Leben schwer machen wird. Es scheint ihm Spass zu machen, einen "so wilden" Charakter zu spielen, wie in Nip-Tuck und das merkt man ihm auch an. Allerdings kann er in den ruhigen Momenten zeigen, dass er nicht nur einfach gut aussieht, sondern auch schauspielerisch was zu bieten hat.

Viele der sonstigen Haupt- und Nebendarsteller waren mir persönlich nicht wirklich bekannt. Zwar tauchen die Gesichter ab und zu mal wieder in irgendwelchen Serien auf, aber so richtig erkennen konnte ich kaum einen. Das macht überhaupt nichts, denn so wird der Serie eine gewisse Intensität verliehen, die mit lauter bekannten Personen kaum möglich gewesen wäre.

So hat dann die Serie auch ihre qualitativen Highlights, wenn die Geschichten ausserhalb des Operations-Saales spielen. Drinnen, im Saal, setzt man herrlich schön auf Schockeffekte und unappetitliche Bilder von nackten Tatsachen, viel Blut und detaillierte Ansichten. Das ist recht witzig und bringt den Zuschauer wieder ein bisschen auf andere Gedanken, sofern man denn diese Bilder magentechnisch ertragen kann.

Fazit: Eigentlich hab ich ja eine Sitcom erwartet. Oder halt was lustiges, skurriles oder oberflächliches. Was ich schlussendlich bekommen habe, ist durchaus zeitweise lustig und skurril. Aber die Personen gehen angenehm in die Tiefe und nach anfänglichen Schwierigkeiten konnte ich mich schlussendlich nicht mehr losreissen. Die Figuren haben allesamt ihre Schwächen, von denen die einen bekannt vorkommen, während andere doch ein bisschen aus der Luft gegriffen sind. Eine Basis ist nun also gesetzt worden und ich freue mich, wenn die 2. Staffel baldmöglichst irgendwo im Free-TV läuft oder die DVD dann erhältlich ist.

Die DVD bietet viele Szenen, die quasi vom Operationstisch runtergefallen sind und somit keine Verwendung in der Serie gefunden haben. In knapp 25 Minuten wird ausserdem ein Blick hinter die Kulissen geworfen und die Schauspieler, Produzenten und sonstige Beteiligte kommen schön zu Wort. Nip/Tuck ist also DIE Serie, welche das Genre revolutioniert hat. Jetzt aber, wie verhält sich die Serie zur Realität? In einem Feature, dass ca. 7 Minuten geht, wird genau dieser Aspekt kommentiert. Den Hintern, den Brüsten und all den anderen Körperteilen, an denen hier rumgeschnippelt wird, ist ebenfalls ein kleiner Bericht gewidmet. Ausserdem wird uns erklärt, dass man die Serie so "real" als möglich machen wollte. Also wurde darauf auch im OP geachtet. Lustig auch, dass Hauptdarsteller Julian McMahon im Privatleben etwas gegen Nadeln, Blut und Bolzen in der Nase hat und somit eine Menge Überwindung brauchte, um die Szenen zu drehen. Ebenfalls zu beachten ist das gelungene Musikvideo zum Titelsong der Serie. Geht ja nur 2 Minuten....Lustig wirds abschliessend bei den Bloopers und den verpatzten Szenen, wobei vor allem das "Always look on the Bright Side of Life" ganz am Ende einen riesigen Schmunzler wert ist.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.04

 

23.04.2005 / muri

Community:

Bewertung: 4.9 (20 Bewertungen)

 

 

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