Nathalie... (2003)

Nathalie - Wen liebst Du heute Nacht?

Nathalie... (2003) Nathalie - Wen liebst Du heute Nacht?

Oder: Ardant, Béart et Depardieu

Nathalie...

Sie erklärte nochmals, wer auf wem lag.

Zwei Frauen. Die eine verheiratet, bourgeois und kultiviert. Die andere eine Animierdame in einer Bar. Catherine (Fanny Ardant) zahlt Marlene (Emmanuelle Béart), um mit ihrem untreuen Ehemann Bernard (Gérard Depardieu) zu schlafen. Danach will sie alles wissen, bis zu den pikantesten, intimen Details. Marlene wird zu Nathalie, die persönliche Spionin von Catherine. Es ist streng geheim und es ist die Geschichte der zwei Frauen.


DVD-Rating

Ich hab' mir Nathalie..., den Film auf DVD, zweimal innerhalb einer Woche angesehen. Einmal, um den Pflichtteil als DVD Reviewling zu erfüllen und ein zweites Mal, um diesmal mit Sicherheit wissend, was "Nathalie..." aka Marlène treibt, hinzusehen und zuzuhören. Weder bin ich nun des Films überdrüssig, noch hat mich das Nathalie... Fieber gepackt. Schlicht und einfach fand' und finde ich den Film gelungen. Die Story, obwohl es sich nach einem eher langweiligen Gesulze, das wir vielleicht schon in- und auswendig kennen, anhören mag, erbringen die Schauspieler eine derart grossartige Leistung, dass Nathalie... sich vom Durchschnitt definitiv hervorhebt.

Fanny Ardant, die Ehefrau des Testobjektes, ist eine Mischung aus Hannelore Elsner und Catherine Deneuve mitsamt jener Aura der Wechseljahr-aproved, intelligenten Frau und sie verneint während keiner Sekunde, dass sie die zielgerichtete Anmut einer Diva in sich trägt. Sie bietet ein ausgesprochen gelungenes Schauspiel.

Gérard Depardieu hat im Gegensatz zu Fanny Ardant weniger Leinwandpräsenz. Zudem agiert er sehr zurückhaltend - manchmal ist's nur ein Blick weg von der Zeitung, der durchs Café streift - beinah so still, als bräuchte es ihn nicht. Doch das tut es, und wie! Denn in unseren Vorstellungen ist er stets zugegen. Und dies nicht zuletzt dank "Nathalies" Schilderungen und Catherines Erzählungen von und über ihn. Der ruhige Café Gast, nicht ganz der spindeldürrste Franzose, wird sodann vom 0815 Ehemann zum halben Kamasutrajünger. Schon dieses geistige Bild hat was, oder?

Die Dritte im Bunde, Emmanuelle Béart: Als attraktive, gepflegte Prostituierte, die zum Schluss zwischen dem Bild des erotischen Vamps und der nach Wärme-Suchenden jungen Frau hin- und hergerissen scheint, erlangt sie einen grossen Sympathie-Bonus. Die Austrahlung und den Ausdruck, die sie mit den wunderbar grossen Augen kreiert reicht von einem verführerischen Lockruf bis hin zur Verletzlichkeit eines Kindes. Genau dieses Spiel der Unterschiede beherrscht sie sehr gut, womit Nathalies Rolle in dieser Ménage à Trois perfekt gelingt.

Erneut liefert die DVD nur das Allernötigste an Hintergrundinfos zum Film. Nebst dem Making Of und einem bitter-öden Interview in Textafelform mit der Regie, fehlt es der Silberdisc eindeutig an einem das Gesamtbild abrundenden Feature (Trailer hin- oder her *gähn*). Es kann zwischen französischer und deutscher Sprache gewählt werden. Untertitel gibt's nur in Deutsch. Zumindest sind Qualität des Bildes und Ton okay. Trotzdem hätte es doch - in der heutigen Zeit, mit all den Möglichkeiten und Vorbildern (Lord of the Rings DVD etc.) - irgendwie möglich sein müssen, etwas mehr interessanten Fleisch an den Knochen zu bringe.

3.6 Sterne 2.0 Sterne
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02.07.2005 / rm (Inhalt), nd (Rating)


DVD-Infos

DVD erschienen am 09.02.2005

  • Bildformat: 16:9, 2.35:1
  • Sprachen: Dolby Digital 5.1 (Deutsch, Französisch), DTS Digital 5.1 (Deutsch)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Making Of, Interview mit der Regisseurin Anne Fontaine (Texttafeln), deutscher und original französischer Kinotrailer, Informationen zu Cast & Crew, Trailer zu weiteren Kinofilmen