Mystic River (2003)

Mystic River (2003)

Oder: Drei Männer und eine Leiche

Mystic River

Niedergeschlagene Männer

Die drei Kinder Jimmy Marcus (Sean Penn), Sean Devine (Kevin Bacon) und Dave Boyle (Tim Robbins) spielen ahnungslos auf einer Strasse in Boston, als sie von zwei Männern, die sich als Polizisten ausgeben, gestört werden. Dave wird von den Männern mitgenommen und sexuell missbraucht. Die zwei anderen Jungs plagen die Schuldgefühle. Was wäre geschehen, wenn sie Dave aufgehalten hätten?

Mystic River

Eine Kinderfreundschaft für ewig?

Viele Jahre später sagen sich die drei damaligen Freunde zwar noch "Hallo", wenn sie sich auf der Strasse sehen, haben ihre enge Beziehung jedoch abgebrochen. Doch als Jimmy's älteste Tochter ermordet aufgefunden wird, kreuzen sich die Wege der Drei ein weiteres Mal. Jimmy ist das Opfer, Dave der für den Fall zuständige Polizist. Einzig Dave's Rolle in der Geschichte ist noch unklar. Er hatte Jimmy's Tochter am Abend ihres Todes als Letzter gesehen. Macht ihn das zu einem Verdächtigen? Sean und sein Partner (Laurence Fishburne) möchten den Fall so bald wie möglich klären. Doch Jimmy geht die Sache zu lange, und er beginnt selbst Ermittlungen anzustellen.


Kinofilm-Rating

137 Minuten dauert die Mischung aus Drama und Thriller. Columbo hätte diesen Fall wohl schneller gelöst und genau das ist eines der Probleme, die ich mit Clint Eastwoods Werk hatte. Viele Szenen des Filmes scheinen redundant und somit überflüssig. Nicht, dass diese Szenen schlecht wären, nein, sie verlangsamen ganz einfach den Fluss des Filmes. Und das in einem Film, dem ein Fluss den Titel gegeben hat.

In erster Linie handelt es sich hier um einen Schauspielerfilm. Diese sind dann auch dementsprechend überzeugend und beeindruckend. Einzig Sean Penn ist oft kurz davor ins Theatralische abzudriften, kann sich jedoch immer wieder retten. Besonders erfrischend war es Morpheus-Darsteller Laurence Fishburne in der humoristischen Rolle des Filmes zu sehen. Sein Polizeiinspektor gibt dem Film die paar Lacher, die er dringend nötig hat.

Mystic River ist nämlich bleischwer und zappendüster. Letzteres gilt für die Story, wie auch für den Look des Filmes. Doch es ist kein "schönes Düster", sondern der Zuschauer fragt sich die ganze Zeit, ob die Menschen in Boston in ihren Wohnungen keine besseren Lampen haben. Allgemein ist die Inszenierung von Clint Eastwood weit entfernt von meisterhaft. Die Auflösung wirkt aufgesetzt und überdramatisiert, der angehängte Epilog unnötig.

Und trotz Gemecker muss ich sagen, dass Mystic River, trotz Längen und einem für mich unbefriedigenden Finale, ein unterhaltsamer Thriller zum Mitraten ist. Es ist bloss, dass sich die Drama-Elemente schlecht mit den Thriller-Elementen vertragen und die Spannung immer wieder ein wenig bremsen. Und es möge doch bitte jemand ein paar Glühbirnen für Clint Eastwood kaufen?

4.8 Sterne
4.8 Sterne (120 Bewertungen) | 19 Kommentare

3.53.5
24.10.2003 / ma