Mais im Bundeshuus - le génie helvétique (2003)

Mais im Bundeshuus - le génie helvétique (2003)

Oder: Krach im bernischen Flur

Mais im Bundeshuus - le génie helvétique

"ui nei"...

Gen-technisch manipuliertes Essen in der Schweiz? Ist das gut? Oder eher weniger? Über ein neues Gen-Gesetz wird in Bern debattiert. Vertreter von Rechts, Links und der Mitte stellen sich den verschiedenen Meinungen und beraten, entscheiden und kritisieren.

Da keine Kamera in den eigentlichen Sitzungsraum durfte, platzierte sich der Regisseur mitsamt Crew auf dem Flur vor diesem Zimmer und fing immer wieder Leute ab, die gerade eben heftig diskutiert hatten.

Mais im Bundeshuus - le génie helvétique

"Du stimmsch nachher für ois, gäll"

5 Personen wurden "näher" betrachtet. Liliane Chapuis (SP), Maya Graf (Grüne), Josef Kunz (SVP), Jacques Neirynck (CVP) und Johannes Randegger (FDP) sind die Protagonisten, die man näher kennen lernt, deren Einstellungen zu Verstehen versucht und die sich gegeneinander zur Wehr setzen müssen.

Schlussendlich geht's ums Ganze. Welche Seite gewinnt? Wird die Entscheidung endgültig sein oder gibt es (mal wieder) ein Referendum? Der grosse Showdown im Bundeshaus ist spannender als manch ein Krimi und der Zuschauer bekommt so die Möglichkeit, einen Blick hinter die Kulissen von Regierungs-Bern zu werfen.


DVD-Rating

Die Schweiz hat eine akzeptable Filmszene. Das bezieht sich aber leider meist nur auf Dokumentationen, die im Stil von Downtown Switzerland den Zuschauer hinter die Kulissen der heilen und schönen Schweiz gucken lässt. Das in diesem Film vorgestellte Thema mag auf den ersten Blick recht langweilig klingen und manch einer wird sich sagen "wen interessierts". Genau diese Leute sollten sich die DVD holen und sich mal für knapp 90 Minuten hinsetzen und einfach nur schauen, staunen und mitfiebern. Denn Mais im Bundeshuus ist erstaunlich spannend und vermag den Zuschauer je länger, je mehr zu packen.

Auch ich hatte Vorurteile gegenüber politischen Dokumentationen. Und nachdem die einzelnen Protagonisten hier kurz vorgestellt werden, geht's zur Sache. Anfänglich wird noch nicht so recht klar, um was es eigentlich geht, aber dem wird im Lauf des Filmes recht schnell abgeholfen. Man wird vor die Wahl gestellt, wen man denn jetzt eigentlich Recht geben würde. Sind es die Rechten? Oder doch die andere Seite? Und was für den Zuschauer schon spannend ist, wird durch die verschiedenen Kommentare, Absprachen und Reaktionen der Politiker zum politisch sehr interessanten Film.

Die Darsteller sind natürlich alles Laien und agieren auch so. Frisch, unverbraucht und sehr sympathisch. Auf jedem seine persönliche Weise. Ab und zu sieht man auch ein aus den Medien bekannteres Gesicht, welches aber dezent im Hintergrund bleibt und die Bühne den 5 Hauptdarstellern überlässt. Mais im Bundeshuus ist jedem Interessierten absolut zu empfehlen und gehört eigentlich zum Standart eines jeden Schulunterrichts. Denn selten zuvor wurden die Machenschaften in Bern so genau, aufdeckend und spannend erzählt, wie hier. Ein starkes Stück Doku-Kino, dass zurecht mit Preisen überhäuft wurde.

Die DVD ist zweisprachig angelegt und bietet ein paar gute Extras. Wie zum Beispiel Interviews mit Regisseur und Darstellern. Hier werden sie befragt, was denn in der Zwischenzeit so passiert ist und die Antworten sind sehr interessant. Dazu gibt es ein kurzes Feature, dass den "Siegeszug" dieses Filmes begleitet und der Crew von Preisverleihungen zu Festivals folgt und diese kurz dokumentiert. Abschliessend sind noch Teaser und Trailer zu sehen. Auf der ebenfalls erhältlichen, aber hier nicht vorliegenden, Doppel-DVD sind ausserdem noch kurze Animationsfilme abrufbar.

4.5 Sterne 2.0 Sterne
4.5 Sterne (28 Bewertungen) | 1 Kommentar

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17.12.2004 / muri


DVD-Infos

DVD erschienen am 01.12.2004

  • Bildformat: 1:1.85
  • Sprachen: Deutsch (Dolby 2.0), Französisch (Dolby 2.0)
  • Untertitel: Englisch, Französisch, Deutsch, Spanisch, Italienisch, Chinesisch, Arabisch
  • Extras: Interviews, Trailer, Featurette