League Of Extraordinary Gentlemen (2003)
Die Liga der aussergewöhnlichen Gentlemen
League Of Extraordinary Gentlemen (2003) Die Liga der aussergewöhnlichen Gentlemen
Oder: Who is who?
1899: Ein diabolischer Bösewicht, der sich "das Fantom" nennt, möchte einen Weltkrieg auslösen indem er die verschiedenen Länder Europas gegeneinander ausspielt und ihnen die neusten High-Tech Waffen - Maschinengewehre - ausliefert. "M" (Richard Roxburgh), das Oberhaupt des Britischen Geheimdienstes, denkt sich für die Lösung dieses Problems etwas ganz Besonderes aus. Es wird ein Team zusammengestellt, welches das Fantom von einem weiteren Anschlag abhalten soll: Die "League of Extraordinary Gentlemen". Sie soll aus sieben Mitgliedern bestehen, deren Fähigkeiten einzigartig sind.
Angeführt wird die Gruppe von Jäger und Abenteurer Allan Quatermain (Sean Connery). Seine Gefährten sind Captain Nemo (Naseeruddin Shah), Vampirin Mina Harker (Peta Wilson), Meisterdieb und Unsichtbarer Rodney Skinner (Tony Curran), der unsterbliche Dorian Gray (Stuart Townsend), Tom Sawyer (Shane West) und Dr. Jeckyll samt monströsem Alter Ego Mr. Hyde (Jason Flemyng). Gemeinsam bleiben ihnen nur 96 Stunden, die Welt vor ihrem Untergang zu retten. auf ihrer Reise müssen sie enige Lektionen in Sachen Zusammenarbeit und Vertrauen lernen...
Kinofilm-Rating
Ist LXG ein guter Film? Um Gottes Willen, nein! Macht LXG Spass? Und wie! Basierend auf den Comics von Alan Moore (From Hell) bietet Stephen Norringtons Film eine Aneinanderreihung haarsträubender Ungereimtheiten, mittelmässigen Effekten, witzig gekleideten Hampelmännchen und -frauchen, lächerlichen Dialogen und unlustigen Witzen. Und irgendwo in dem ganzen Durcheinander Sean Connery.
Die erste Viertelstunde verspricht vieles: Sean Connerys Figur Alan Quartermain wird uns vorgestellt und es entstand in mir der heimliche Wunsch, ein Abenteuer dieses coolen Kerls zu sehen und die Liga zu Hause zu lassen. Doch leider werden uns bald auch die anderen Team-Genossen vorgestellt. Und zwar werden die Literaturhelden dem Zuschauer so vorgestellt, als würde der Autor denken, wir waren noch nie in einer Bibliothek und das Wort "Literatur" sei für uns Filmfans ein Fremdwort. Das mag zwar in gewissem Fällen zutreffen, doch ich denke die meisten von uns, die sich ein Kinoticket kaufen können, hatten auch irgendwann in ihrem Leben mal irgendeine Form von Bildung.
Hier mein Eindruck von der League:
Alan Quartermain: Scharfschütze, Vaterfigur, darf zuschlagen und One-Liners zum Besten geben, hat seinen Sohn bei einer Mission verloren und, ja genau, gibt sich die Schuld dafür.
Cpt. Nemo: Lachhaftes Kostüm und langer Bart, Säbelspezialist, fähig ein riesiges U-Boot durch die schmalen und niederen Kanäle Venedigs zu navigieren.
Mina Harker: Tiefer Ausschnitt, tiefe Stimme, gelegentliche Lust auf Blut, für die Erotik zuständig und kann sich in einen Schwarm Fledermäuse verwandeln.
Rodney Skinner: Meist sichtbar, um Effekte zu sparen, starker brittischer Akzent, und für den Humor zuständig, indem er über Geschlechtsteile oder andere lustige Sachen witzelt.
Tom Sawyer: Blond, grosse Augen, lässt Mädchen zwischen 13 und 16 schmachten, Vertreter des Amerikanismus und Sohn-Ersatz für Quartermain.
Dorian Gray:[/br]Gibt sich Mühe, immer möglichst bleich und unheimlich auszusehen und bleibt dementsprechend farblos.
Dr. Jecky / Mr.Hyde: Abwechselnd rothaariger Langweiler und affiges Monster und dazwischen witzige Verwandlungsszenen, die erschreckend sein sollten.
Nachdem uns also alle Mitwirkenden vorgestellt wurden, kann es losgehen mit einer Actionszene nach der anderen bis zum unvermeindlichen Finale. Regisseur Stephen Norrington hat mit Blade bereits bewiesen, dass er ein gutes B-Movie realisieren kann, doch leider schien das ein Einzelfall gewesen zu sein, den die Action ist unübersichtlich und nach Spannung sucht man vergebens.
Verständlicherweise fragt ihr euch jetzt so etwas in der Art von "Häh? Seh ich da unten nicht 3 Sterne?". Ja, die 3 Sterne sind tatsächlich vollkommen ernst gemeint und in den folgenden Sätzen soll erklärt werden weshalb: LXG war für mich so unheimlich übertrieben, unfreiwillig komisch und voller Absurditäten, dass ich schlicht und einfach Spass hatte. Ein wahres Trash-Fest mit dennoch ansehlichem Produktionsdesign und grossem Budget. Der Film hatte für mich ganz einfach einen sehr besonderen, einzigartigen Charme.
Wer sich also 110 Minuten zurücklehnen möchte, ohne sein Gehirn zu benutzen ist hier wohl an der besten Adresse dieses Jahres. Denn im Gegensatz zu der diesjährigen Enttäuschung Tomb Raider 2 hat The League of extraordinary Gentlemen nicht den Anspruch, ein guter Film zu sein und wirkt deshalb für mich sympathisch und nie langweilig. Und wenn der Leser nun bloss noch Bahnhof versteht, geht es ihm ähnlich wie mir.
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2.4 Sterne (131 Bewertungen) | 25 Kommentare



