Kitchen Stories (2003)

Kitchen Stories (2003)

Oder: Salmer fra kjkkenet

Schweden in den 50er Jahren; die Technik soll Einzug in die privaten Haushalte halten.

Kitchen Stories

Na so macht die Hausarbeit aber Spass!

Um den Werbefeldzug für die moderne Küche einleiten zu können, werden zuvor vom schwedischen Forschungsinstitut für Heim und Haushalt eingehende Studien zum Verhalten der Hausfrau in ihrer Küche vorgenommen. Am Ende der Versuchsreihe steht fest: Um ihrer Familie täglich das Essen servieren zu können, läuft die schwedische Hausfrau jedes Jahr eine Strecke, die der zwischen Schweden und Kongo entspricht. Wenn man jedoch die Küche nach einem bestimmten Muster anordnen würde, dann müsste sie nur noch bis nach Norditalien laufen, um allen Küchenpflichten nachzugehen.

Kitchen Stories

Irgendwie hab ich das Gefühl, ich werde beobachtet...

Von diesem Erfolg beflügelt, sucht das Institut nun nach einer neuen Herausforderung. Diesmal sollen verlässliche Daten über eine weitere Zielgruppe eingeholt werden: Den Junggesellen! Zu diesem Zweck werden 18 Beobachter in das kleine Dorf Landstad in Norwegen geschickt, um an freiwilligen Probanden deren Küchenroutine zu studieren. Beobachter Folke (Tomas Norström) bekommt den kauzigen Junggesellen Isak (Joachim Calmeyer) zugeteilt. Von einem eigens für das Experiment konzipierten Hochsitz in der Ecke der Küche wird Folke nunmehr Isak tagein tagaus beobachten. Dabei darf keinerlei persönlicher Kontakt zwischen Beobachter und "Versuchskaninchen" entstehen. Der Proband muss zu jeder Zeit dem Beobachter Zutritt zum Haus gewähren, der Beobachter hingegen darf dem Probanden zu keiner Zeit helfen oder sonstwie zur Hand gehen.
Harte Regeln in der Einsamkeit Norwegens...


Kinofilm-Rating

Dass unsere skandinavischen Freunde einen ganz eigenen, kauzigen, skurrilen aber auf jeden Fall köstlichen Humor haben ist ja spätestens seit Elling den meisten bestens bekannt. Und mit Kitchen Stories läuft nun auch schon der nächste Film in unseren Kinos, der diese Tatsache dick unterstreicht.

Wie wir das von den meisten europäischen Komödien gewöhnt sind, bleibt der Humor auch hier erfreulicherweise stets über der Gürtellinie. Schenkelklopfer und/oder zum Brüllen komische Szenen sucht man hier vergebens, jedoch schafft es der Film, dass man die ganze Zeit über ein Grinsen bzw. ein Lächeln auf dem Gesicht trägt, welches einen auch noch eine Zeitlang nach dem Kinobesuch begleitet.

Dass Kitchen Stories bereits vor dem Start bei uns mit Preisen überhäuft wurde, überrascht mich nach dem Kinobesuch keineswegs, unter anderem war er an der diesjährigen Oscarverleihung in der Kategorie "Bester fremdsprachiger Film" nominiert.

Schauspielerisch hervorzuheben bzw. zu erwähnen sind natürlich die zwei Hauptdarsteller Joachim Calmeyer als mürrischer Isak und Tomas Norström als beobachtenden Folke. Ihr Zusammenspiel trägt einen ohne Längen durch den Film und es macht einfach Spass und Freude, die Entwicklung ihrer Beziehung mitzuverfolgen.

Empfehlenswert ist der Film sicher mal für all jene, die den Humor unserer nordeuropäischen Freunde mögen. Aber auch alle anderen, die Lust auf eine kleine feine Komödie haben, in der es jederzeit gesittet zu und her geht, sind mit Kitchen Stories bestens bedient. Wer sich allerdings täglich mehrere Stunden MTV reinzieht, dürfte seine liebe Mühe haben mit diesem Film. Hier geht's nun mal ruhig und sachte zu und her. Aber gerade das ist ein Punkt, der diesen Film so sehens- und liebenswert macht in einer Zeit, die manchmal vor Hektik unterzugehen droht...

4.4 Sterne
4.4 Sterne (14 Bewertungen) | 0 Kommentare

5.5 Sterne5.5 von 0.0-6.0
15.03.2004 / pv