Kill Bill: Volume 1 (2003)
Kill Bill: Teil 1
Kill Bill: Volume 1 (2003) Kill Bill: Teil 1
Oder: she's the man!
Zerbrochene Teller, zerhauene Stühle, kaputte Tische und ein durchstochenes Herz - was Die Braut aka "Black Mamba" (Uma Thurman) anfängt, bringt sie auch zu Ende. Getrieben von Wut und Rache hat sie nur ein Ziel: Kill Bill. Doch vor Bill müssen die vier anderen Mitglieder des Deadly Viper Assassination Squads daran glauben. Fünf Namen stehen auf der Liste - nun kann die Braut bereits den zweiten Namen streichen.
Nach der soeben verschiedenen Vernita Green aka "Cobra" (Vivica A. Fox) stehen noch Budd aka "Sidewinder" (Michael Madsen), Elle Driver aka "California Mountain Snake" (Daryl Hannah) und natürlich Bill (David Carradine). Bereits durchgestrichen ist O-Ren Ishi aka "Cottonmouth" (Lucy Liu). Der Grund für den Rachefeldzug an ihren ehemaligen Teammitgliedern liegt viereinhalb Jahre zurück...
Damals hat die Braut ihren Austritt aus der tödlichen Truppe bekannt gegeben, ein Kind erwartet und ihren Mann geheiratet -- so war es zumindest geplant: Die gesamte Heiratsgesellschaft wird von den Deadly Vipers umgebracht. Bill höchstpersönlich schiesst der Braut eine Kugel in den Kopf. Doch sie ist zäh... überlebt... und wacht vier Jahre später aus dem Koma auf.
Und ihre Rache wird nicht süss, sondern blutig!
Kinofilm-Rating
"You didn't think it was gonna be that easy, did you?" - "You know, for a second there, yeah, I kinda did."
Das Filmzitat triffts auf den Punkt. Kill Bill ist nicht einfach, und zwar in jeder Beziehung:
Da ist der geniale Meister Quentin Tarantino, welcher zum vierten Mal sein Können beweisen möchte und dabei mit soviel Elan ans Werk geht, dass gleich Material für zwei abendfüllende Film(teil)e entstanden ist.
Da ist die Story, die in gewohnter Tarantino-Manier nicht in gewohntem Zeitverlauf erzählt wird, sondern in Kapitel aufgeteilt ist: "Chapter One: 2", "Chapter Two: The blood-soaked Bride", ....
Da ist die eigenwillige Machart - mal farbig, schwarz/weiss, mal Anime.
Da ist die konstant vorhandene Gewalt, welche sich in Unmengen von Blut, Leichen und abgehauenen Körperteilen manifestiert.
Und da sind die hohen Erwartungen, die zuvor mit fetzigen Trailers geschürt wurden.
Klar, die Geschichte ist einfach gestrickt und dreht sich praktisch nur um die Rache. Doch es ist nicht (nur) sinnloses Niedermetzeln, es hat Style. Die Heldin steckt viel ein und teilt noch mehr aus - ohne dabei zu unfairen Mitteln greiffen zu müssen. Sie ist eine Meisterin des Kampfes, sieht nicht nur hübsch aus, sondern ist auch noch intelligent. Einzig mit Blut kann sie nicht so recht umgehen, sie versudelt sich andauernd ihre Kleider...
Kill Bill ist blutig, gewaltig, schnell, wirr... und macht Spass: Die Kampfszenen sind atemberaubend, Uma Thurman cool, der Soundtrack fetzt. Trotzdem hat Tarantino damit wohl kaum Oscarchancen, denn der Film wird kaum ein breites Publikum ansprechen, dazu spritz zuviel Blut, wird zuviel getötet. Die Fangemeinde jedoch wird ihre wahre Freude haben, denn Tarantino hat einmal mehr einen Kult hervorgeschworen.
... und diesem bin auch ich nun verfallen. Nach der Vorführung hätte ich am liebsten den Film gleich nochmals geguckt, und das ist dann auch das Problem. Man wird süchtig und möchte die Braut weiter prügeln sehen, oder gleich selber zum Samuraischwert greifen und - halt! das ist gar nicht das, was der Film aussagen möchte. Kill Bill ist keine Anstiftung zum persönlichen Rachefeldzug, sondern möchte alte Werte wie Ruhm, Ehre und Verpflichtung aufleben lassen - denk ich zumindest. Was der Film wirklich aussagt bleibt ein Geheimnis, das vielleicht im zweiten Teil gelüftet wird...
Das ist es schlussendlich, was einen bitteren Nachgeschmack hinterlässt. Die Geschichte ist nicht fertig, inmitten des Filmes wird unterbrochen und auf Volume 2 verwiesen. Da hilft auch das Absitzen des gesamten Abspanns nichts - Bill ist noch nicht gekillt, und lässt sich noch ein paar Monate Zeit zum Sterben. Gemein!
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