Jeepers Creepers 2 (2003)
Jeepers Creepers 2 (2003)
Oder: Looks dead to me
Jack Taggart (Ray Wise) betreibt mit seinen beiden Söhnen einen Bauernhof und geniesst ein recht einfaches Leben auf dem Lande. Dies ändert sich jedoch radikal, als er seinem Jüngsten die Aufgabe gibt, die Vogelscheuchen im Feld aufzustellen. Während Vater Jack noch über seine kaputte Maschine flucht, wird sein jüngster Sprössling im Feld nämlich von einem unbekannten Gegner attackiert und dann - als Jack ihm mit seiner Flinte zu Hilfe eilt - vor seinen Augen davon geschleift. Schockiert bleibt Jack zurück. Es dauert einige Zeit bis er sich etwas erholt hat, doch dann zieht er sich in seine Werkstatt zurück, um seine Rache an dem unbekannten Flattermann vorzubereiten.
Etwa zur selben Zeit kehrt eine Gruppe von Basketballspielern mit Trainern, Cheerleadern und deren Freunden in einem Reisebus nach Hause zurück. Sie haben das Spiel gewonnen, und deshalb ist die Stimmung natürlich entsprechend ausgelassen. Diese Stimmung wird auch nicht getrübt, als einer der Reifen des Busses platzt und die Fahrerin ein merkwürdiges Wurfgeschoss aus dem Reifen zieht. Nach einigem Überlegen beschliessen sie, ihre Fahrt doch noch fortzusetzen - als jedoch ein weiterer Reifen platzt, stranden sie endgültig. Das wäre nicht weiter schlimm, es geschieht öfters, doch welcher Schrecken in dieser Nacht auf die Jungen warten, hätten sie sich in ihren wüsten Alpträumen nicht vorgestellt: Plötzlich wird ihr Trainer aus heiterem Himmel ermordet, und während die Jugendlichen in Panik zurück in den Bus drängen, funken andere im Innern bereits verzweifelt um Hilfe. Bald ist ein verzweifelter Vater voller Rachegedanken ihre einzige Chance, lebend durch diese Nacht zu kommen.
DVD-Rating
Das Horrorgenre hat in letzter Zeit ein grosses Innovationsproblem. Neben den vielen Remakes und Sequels gibt es kaum noch Filme, die noch wirklich etwas Neues versuchen. Glücklicherweise gibt es immer noch kreative Köpfe wie Autor/Regisseur Victor Salva, und zu Recht landete er im Jahre 2001 mit Jeepers Creepers einen überraschenden Sommerhit. Dieser bereicherte die Horrorwelt mit einem neuen Killer, der sofort von den Fans in Herz geschlossen wurde. Wie Salva im Bonusmaterial von Jeepers Creepers 2 erzählt, hat er dabei nie auf einen zweiten Teil gepokert und extra den Creeper so entwickelt, dass es eben keine Endlosserie geben kann. Als es dann zum grossen Erfolg kam, fanden sie doch noch eine Lücke für einen zweiten Teil und siedelten ihn einfach parallel zum Vorgänger und noch innerhalb der gleichen 23 Tage an, während denen der Creeper sich für die nächsten 23 Jahre vollfrisst.
Obwohl, oder gerade deswegen, weil Jeepers Creepers 2 überhaupt nicht geplant war, konnte sich Victor Salva - der auch beim zweiten Teil Regie und Autor übernahm - darauf konzentrieren, eine gute Geschichte zu erzählen und so sein Universum Schritt für Schritt erweitern. Dabei betrat er auch filmisches Neuland. Im Gegensatz zu seinen früheren Produktionen hatte er nicht nur eine Person in der Hauptrolle, sondern baut diesmal seinen Film auf einer ganzen Schulklasse sowie einem Vater auf, der seinen persönlichen Kreuzzug gegen den Creeper startet. Leider ist ihm das aber sehr unterschiedlich gelungen. Während der Vater - sehr intensiv von Ray Wise gespielt - absolut überzeugt und mit seiner Schlacht gegen den Creeper immer wieder für Action sorgt, ist die Schulklasse - wie Justin Long im Vorgänger - der eigentliche Filmkiller.
Die Handlung selber packt schon von Anfang an, obwohl der Creeper viel von seinem Mystischen verloren hat, da er jetzt mehr im Freddy Krueger Stil sehr offensiv und auch sehr aggressiv die Teenies jagt. Leider fokussiert sich Salva nach dem grossartigen Auftakt zu stark auf die nervende Schulklasse, die im Bus unterwegs ist und dem Creeper direkt ins Messer läuft. Wie üblich geht das Kanonenfutter schnell auf die Nerven. Da sie mit ihrem plakativen Herumgezicke kaum Sympathiepunkte sammeln, ist man sowieso auf der Seite des Creepers und sich diebisch darüber freut, wenn es wieder einen erwischt. Das macht Jeepers Creepers 2 zu einem kurzweiligen Horrorvergnügen, das bis zum Schluss grossartig unterhalten kann und obwohl es auch einige nervende und bemühende Momente hat, sind es sehr kurzweilige 100 Minuten.
Fazit: Mit Jeepers Creepers 2 kann Regisseur Victor Salva seine Saga gekonnt fortsetzen und auch um neue Elemente erweitern. Obwohl dabei das Mystische des Vorgängers primär brutaler Action weicht, kann er dies sehr gut nutzen und kurzweilige Gruselunterhaltung liefern. Die grössten Minuspunkte sammelt er dabei beim völlig ausdruckslosen und nervenden Kanonenfutter, das zwar für nette Action sorgt, aber keine Minute vermisst wird. Letztendlich hinterlassen aber Ray Wise und der Creeper die besten Eindrücke und machen den Film zum Genuss - doch für mehr als 4 Sterne reicht es wegen der nervenden Kids nicht.
Die 4 DVD Deluxe Edition liefert ausnahmsweise auch wirklich das, was sie verspricht. Der Film wird in einer ultrascharfen Qualität geboten und der Ton donnert kräftig aus den Boxen. Das Bonusmaterial lässt ebenfalls keine Wünsche offen und beglückt den geneigten Fan mit einer Vielfalt, die man sehr selten bei Horrorproduktionen findet. Zum einen gibt es umfassende Dokumentationen, wie sie den Creeper entwickelt haben. Audiokommentare und eine Dokumentation über den langen Tag eines Regisseurs runden das umfassende Paket ab. Super Material und sicher einen Blick wert.
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3.5 Sterne (16 Bewertungen) | 1 Kommentar
DVD-Infos
DVD erschienen am 06.09.2004
- Bildformat: Widescreen (2.35:1 - anamorph)
- Sprachen: Deutsch: Dolby Digital 5.1, Deutsch: DTS 5.1 Surround, English: Dolby Digital 5.1
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Audiokommentar mit Regisseur Victor Salva und Crew- Audiokommentar mit Jonathan Breck (Creeper), Brad Parker (Design) und Brian Penikas (Make-up) - Trailer- Geschnittene Szenen- Featurette- Fotogalerie- Hinter den Kulissen (A day in hell, Making of, Maske und Make-up, Filmmusik, Digitale Effekte, Behind the Scenes, Stunts, Storyboards)



