House of the Dead (2003)

House of the Dead (2003)

Oder: Rave = Tod

House of the Dead

Auf der Suche nach dem U-Boot

Wenn in Florida der Frühling anbricht, ist Zeit für den Spring Break. Riesige Parties, nackte Mädels, viel Alkohol und ebenso satte Technomusik. Doch dieses Jahr soll die geilste Party nicht etwa an den Stränden stattfinden, sondern auf einer geheimnisvollen Insel. "La Isla del Muerte" (....) lockt mit einer Party, die man nicht so schnell vergessen soll...

Eine Gruppe Jugendlicher macht sich also, mit Hilfe eines Skippers (Jürgen Prochnow) auf den Weg zu dieser Insel und der darauf stattfindenden Party. Als sie dort anlegen, zeigt sich ihnen ein komisches Bild. Denn anstatt den erwarteten Tänzern und den wummernden Bässen, finden sie eine verlassene Gegend vor, die darauf schliessen lässt, dass die Party bereits wieder vorbei ist. Naja, was macht man in einer solchen Situation? Man trennt sich und versucht in zwei Gruppen, die Insel zu erkunden. Und siehe da, eine Gruppe trifft in einem alten, sehr gruseligen Haus auf ein paar weitere vermeintliche Rave-Gäste. Die erzählen ihnen dann, was sich wirklich abgespielt hat.

House of the Dead

Der heutige DJ

Anfänglich wars noch eine coole Party, als plötzlich irgendwelche Gestalten aus dem Wald auftauchten und planlos das morden anfingen. Untote. Zombies. So wird nun einer nach dem anderen von irgendwelchen blutgeilen Gestalten angefallen und die Gruppe muss versuchen, diese Insel so schnell als möglich zu verlassen. Denn eigentlich steht des Skippers Schiff ja immer noch am Strand. Aber der hat inzwischen selber mit den Zombies zu kämpfen.

Dass diese Untoten nur langsam wankelnd vorwärts kommen, ist eine glatte Lüge. Hier rennen sie, springen sie, schwimmen sie und lassen eigentlich keinen lebend die Insel verlassen. Oder?


DVD-Rating

House of the Dead. *buuuh* Gruseliger Titel, gruseliges DVD-Cover. Und dazu noch Zombies die (hoffentlich) recht blutig zur Sache gehen und einem anderen, erstaunlich witzigen Film (Dawn of the Dead) sehr ähnlich sein könnten. Natürlich würde ich mich mehr amüsieren, denn gruseln. Denn was ist das Beste um sich vor Furcht zu schützen? Man lacht darüber. Nunja, gelacht habe ich viel, bei diesem Film. Allerdings nicht vor Witz und Humor. Auch nicht, weils so gruselig und brutal war. Sondern weil ich hier einen Trashfilm vorgesetzt bekam, dessen Handlung erzdämlich ist, dessen Figuren strohdumm sind und dessen Zombies irgendwie gar keine sind....

Man bediente sich wieder mal der klassischen Ausgangslage für einen Horrorfilm. Ein paar junge Leute, ein einsamer Platz, viele böse Zombies und die Jungen, die schreiend durch den Wald rennen. Dass aus den anfänglich dauergeilen und partysüchtigen jungen Menschen schlussendlich kleine Mini-Rambos werden, ist nur ein kleiner Witz am Rande. Die Darsteller sind natürlich absolut gesichtslos, oberflächlich und dürfen mit wippenden Brüsten vor den Explosionen davonrennen. Ebenso ist der Hintergrund dieser Insel und der dazugehörigen Geschichte wirklich (und ich meine wirklich) dämlich. Basierend auf einem alten SEGA-Game (siehe Hauptsponsor der filmisch festgehaltenen Party...), wird immer wieder direkt ins Spiel geschaltet, so dass auch der hinterst und letzte weiss, dass man hier eine Verfilmung eines Metzelgames zu Gesicht bekommt.

Dass in einer solchen Produktion ein Schauspieler der Grösse von Jürgen Prochnow mitspielt kann mehrere Gründe haben. Dass ich keinen davon nachvollziehen kann, heisst aber nicht, dass seine Figur des Captain Kirk (!!) die einzige wirklich annehmbare Person ist, der man ein bisschen was zutraut. Zwar spielt der Deutsche total übertrieben (er findet auch in der bedrohlichsten Szene noch Zeit, sich eine Zigarre anzuzünden..), aber wenigstens ist er nicht so schnell wieder vergessen, wie alle anderen Charaktere. Immerhin etwas.

Fazit: House of the Dead verspricht einiges, hält aber schlussendlich gar nichts. Weder Grusel, noch Horror. Weder Witz, noch Spannung. Hauptsache, man zeigt ein paar blanke Busen, ein paar vermoderte Staubzombies und lässt ein paar Köpfe explodieren. Ist alles gut und recht, aber für einen richtig geilen Horrorfilm einfach zu wenig. Dass man in einem solchen Film vergeblich nach einer plausiblen Story sucht, ist klar. Dass man von den Schauspielern nichts erwarten kann ebenfalls. Schade halt, dass noch nicht mal der Gore-Faktor stimmt und die Zombies sehr, sehr handgemacht aussehen. Also, Fans des Genres. Holt euch lieber etwas anderes und lasst diese Untoten dort, wo sie hingehören. Nämlich im House of the Dead.

Die DVD bietet neben dem deutschen und dem amerikanischen Trailer ein paar Audiokommentare, die nicht ganz uninteressant sind. Das Making-of ist für diejenigen gedacht, die sich nicht den ganzen Film anschauen wollen. Denn zu jedem noch so kurzen Kommentar des Regisseurs folgen minutenlange Filmausschnitte. Sollte es nicht umgekehrt sein? Interviews und zusätzliche Trailers runden das etwas magere Angebot dieser DVD ab und lassen den Fan nicht ganz zufrieden im Fernsehsessel zurück.

1.4 Sterne 2.0 Sterne
1.4 Sterne (26 Bewertungen) | 9 Kommentare

1.51.5
29.11.2004 / muri


DVD-Infos

Uncut Version, erschienen am 29.10.2004

  • Bildformat: 1:2.35
  • Sprachen: Deutsch (Dolby 5.1), Englisch (Dolby 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Audiokommentar, Making-of, Musikvideo, Trailer, Interview