House of Sand and Fog (2003)
House of Sand and Fog (2003)
Oder: Bis zum bitteren Ende
House of Sand and Fog ist die Geschichte zweier Menschen, die verzweifelt um den Besitz eines Hauses im Norden Kaliforniens kämpfen. Es mag nur ein kleines Bungalow sein, aber für Kathy Nicolo (Jennifer Connelly) ist es das letzte, was ihr geblieben ist nach einer Karriere als Alkoholikerin. Durch einen bürokratischen Fehlentscheid wird sie enteignet und muss hilflos zusehen wie das Haus für einen Bruchteil des eigentlichen Wertes versteigert wird.
Für den neuen Besitzer Massoud Amir Behrani (Ben Kingsley) verkörpert das Haus die Erfüllung des Amerikanischen Traums, den er seit seiner Flucht aus dem Iran vor mehreren Jahren träumt. Als ehemaliger ranghoher Offizier der Iranischen Luftwaffe musste er sich im fremden Land als Gastarbeiter mit zwei Jobs durchkämpfen. Sein Erspartes reicht gerade für das Haus, das seiner Familie den Wohlstand zurückgeben soll, den sie sich von früher gewohnt waren.
Als Kathy und Behranis Kampf um das Haus eskaliert, findet Kathy unverhofft Hilfe im Polizisten, der sie mit dem Auftrag, sie zu enteignen, besuchen kommt. Hilfssheriff Lester Burdon (Ron Elhard), der mit seinen eigen Eheproblemen zu kämpfen hat, setzt sich mehr für Kathy ein, als dass es sein Beruf verlangen würde. Behranis Ehefrau Nadi (Shohreh Aghdashloo) und sein Sohn Esmail (Jonathan Ahdout) werden ebenso in den Konflikt hineingezogen.
DVD-Rating
House of Sand and Fog ist ein sehr berührender und trauriger Film - und darüber hinaus ein ausgesprochen ästhetisches Werk. Die Stimmung des Films wird nicht nur durch die grösstenteils hervorragenden Leistungen der Schauspieler aufgebaut, sondern speziell auch durch wunderschöne Naturaufnahmen, die immer wieder zwischen einzelne Szenen geschaltet werden und die melancholische Stimmung der Geschichte mittransportieren. Regisseur Vadim Perelman beweist mit House of Sand and Fog - seinem Erstlingswerk - ein feines Gespür für die Vermittlung von Atmosphäre.
Dass der Film optisch ein Genuss ist, macht die Geschichte deswegen keinesweges leichtverdaulicher. Obwohl Perelman für seinen Film das Ende ein klein wenig moderater gewählt hat als Autor Andre Dubus III in der Buchvorlage, ist House of Sand and Fog ein Film, der an die Nieren geht. Die Verfahrenheit des Hausstreits, die scheinbar unabwendbare Katastrophe auf welche die Protagonisten zusteuern - wie gerne würde man eingreiffen und versuchen, irgendeine Lösung zu finden, die das Schlimmste noch verhindern könnte. Vergebens.
Die schauspielerische Leistung der Darsteller ist dabei herausragend. Die Oscar-Nominationen (2004) von Ben Kingsley (bester Hauptdarsteller) und Shohreh Aghadashloo (beste Nebendarstellerin) waren für einmal sehr verdient und auch Jennifer Connelly hätte für ihre Arbeit eine solche Würdigung erhalten dürfen. Der Kontrast zwischen dem rigiden und manchmal kalt wirkenden Behrani/Kingsley und der sehr emotionalen Kathy/Connelly bringt viel Spannung in die Geschichte. Die Komplexität der Figuren wiederum macht es einem schwer, bedingungslos für die eine oder andere Person Partei zu ergreifen.
House of Sand and Fog ist kein Film für einen genüsslichen und unbeschwerten DVD-Abend - dafür ist die Geschichte zu tragisch, geht das Schicksal der Protagonisten zu nahe. Verpassen sollte man ihn dennoch nicht; Perelmans Werk ist in seiner Intensität eine echte Filmperle.
Zur DVD: Beim Einlegen der House of Sand and Fog-Scheibe in den DVD-Player/Computer flackert zum Einstieg unaufgefordert - und spätestens beim zweiten Mal unerwünscht - der Trailer zu Maria full of Grace über den Bildschirm. Das animierte Menü, das im Anschluss an den Trailer folgt, hält neben Spracheinstellungen und Kapitelwahl auch eine kleine Bonusecke bereit. Interviews - mit den Darstellern Jennifer Conelly, Ben Kingsley, Ron Eldard, Shohreh Aghadashloo (Nadereh) und Jonathan Ahdout (Esmail), dem Regisseur Vadim Perelman, dem Produzenten Michael London sowie dem Buchautoren Andre Dubus III - gehen auf Aspekte des Buches, die filmische Umsetzung und die verschiedenen Figuren ein. Das Behind the Scenes-Feature gibt einen unkommentierten (und damit nur mässig spannenden) Einblick in die Arbeit auf dem Set. Die Slideshow ist eine kleine Serie von unbewegten Einzelbildern - auf dem PC leider in mangelhafter Qualität (dunkle und verpixelte Bilder). Die Produktionsnotizen sind sehr knapp gehalten und offerieren nur ein Minimum an Informationen, dafür gibt es ein etwas ausführlicheres Feature zum Regisseur Vadim Perelman. Der obligate House of Sand and Fog-Trailer fehlt natürlich auch nicht.
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4.6 Sterne (40 Bewertungen) | 2 Kommentare
DVD-Infos
DVD erschienen am 02.03.2005
- Bildformat: 16:9 Widescreen
- Sprachen: Deutsch (5.1 und Stereo 2.0), Englisch (Stereo 2.0)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Interviews mit Darstellern, Regisseur, Produzent und Buchautor; Behind the Scenes; Slideshow; Produktionsnotizen; Porträt des Regisseurs Vadim Perelman; Trailer ([link]House of Sand and Fog[/link], [link]Maria Full of Grace[/link])



