Hope Springs (2003)

Hope Springs (2003)

Oder: Herbst in Hope Springs

Yoga auf dem Billardtisch?

Yoga auf dem Billardtisch?

Der britische Portraitmaler Colin (Colin Firth) flüchtet nach Amerika, genauer in ein Kaff namens Hope Springs, um dem Schmerz einer Trennung zu entfliehen. Die Eltern seiner Verlobten Vera (Minnie Driver) schickten ihm eine Einladung zur Hochzeit mit einem Anderen, was sich aber nur als bizarrer Versuch Veras entpuppt, Colin endlich in den Hafen der Ehe zu steuern. Colin hat es ernst genommen und trifft in den USA auf den Wildfang Mandy (Heather Graham), eine hübsche Blondine mit gelbem Ford Mustang, buntem Wollschal und - am wichtigsten - sie ist noch Single. Also genau richtig, um Colin über den Schmerz hinwegzuhelfen. Vera macht ihn unterdessen ausfindig und kommt ebenfalls nach Hope Springs, um ihren Velobten zurückzuerobern. Doch es ist schon fast zu spät...


DVD-Rating

Mit Heather Graham (The Guru, Boogie Nights), Minnie Driver (Grosse Point Blank, Good Will Hunting) und Colin Firth (Bridget Jones's Diary, Love actually) finden sich für Hope Springs drei solide Elemente aus der Darstellerriege, die immer mal wieder in Nebenrollen glänzen aber noch nicht als Stars ins kollektive Bewusstsein der gelegentlichen Kinogängerinnen und -gänger dringen konnten. Man könnte deshalb meinen und in allen drei Fällen auch hoffen, dass Hope Springs für sie der Beginn einer zauberhaften Karriere wird. Aber diese Hoffnung erlischt bei der ersten Videoclipmontage, die plottechnisch das aufkeimende Feuer in der Beziehung von Mandy und Colin darstellen und filmtechnisch die Laufzeit auf die üblichen 90 Minuten verlängern muss.

Es liegt nicht an den schauspielerischen Leistungen. Alle geben ihr bestes. Neben den drei eingangs erwähnten brillieren auch Oliver Platt, mit bürgermeisterlichen Pflichten, und Frank Collison und Mary Steenburgen als exzentrisches Motelbesitzerpaar. Am Plot harzt es. Das ewige Kriegen oder Kriegen sie sich nicht nervt. Denn welche der beiden Damen der gute Colin am Schluss auserwählt, ist spätestens klar, wenn man sich die Haarfarben der beiden Hauptdarstellerinnen anguckt und sich deren Zigarettenkonsum unter die Lupe nimmt. Da passiert dann halt allerhand Unplausibles wie z.B anständige Mädchen, die sich morgens betrinken und sich unaufgefordert nackig machen, um die Geschichte im Gang zu halten. Ein Subplot rund um das Kanonenfestival in Hope Springs kommt nie recht in die Gänge. Die Amerikaner machen sich lustig über das British English und die Briten über die militanten US-Nichtraucher. Das wäre es dann leider auch schon an nicht mal ganz 'Unterhaltung' für 90 Minuten, die aber nur knapp erreicht werden, dank ganz langem Vorspann und der oben schon erwähnten Videoclipstelle.

Das DVD-Bild bringt die herbstliche Ostküste Nordamerikas gut zur Geltung und ausser einem Filmartefakt bei etwa 1 Stunde und 20 Minuten gibt es nichts zu bemängeln. Toneffekte sind wenig gehört und noch weniger vermisst. Bei den Sprachfassungen werden neben der deutschen und englischen auch eine türkische angeboten. Das Making-of kämpft einsam um die Gunst der Zuschauerin auf der Menutafel der Special Features. Man erfährt nicht viel und staunt eigentlich nur, wer die Romanverlage zum Film verfasst hat: Charles The Graduate Webb. Spätestens dann wird einem klar, warum man im Film einmal unter Heather Grahams angewinkelten Bein hindurch auf Colin Firth guckte.


OutNow.CH:

Bewertung: 3.03

 

20.04.2004 / rm

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