Girl with a Pearl Earring (2003)
Das Mädchen mit dem Perlenohrring
Girl with a Pearl Earring (2003) Das Mädchen mit dem Perlenohrring
Oder: Mit der Perle am Ohr in die Geschichte eingegangen.
Delft, 1665. Die junge Dienstmagd Griet (Scarlett Johansson) wird als Arbeitsgehilfin zum Hause des angesehenen Malers Vermeer (Colin Firth) entsandt. Die dortige Arbeit ist hart und lang, und Griets Leben wird noch schwerer, durch die Eifersüchteleien ihrer Mitbediensteten Tanneke (Joanna Scanlan).
Das grösste Problem ist jedoch Vermeers Familie: eine überaus strenge Grossmutter (Essie Davis), eine überempfindliche und andauernd schwangere Ehefrau (Judy Parfitt), und eine wahre Brut verwöhnter Kinder. Die Familie ist am Rande des Bankrott und denkt nicht daran, ihren verschwenderischen Lebensstil aufzugeben. Nur ihr reicher Gönner Van Ruijven (Tom Wilkinson) stellt alle möglichen Mittel der Unterstützung zur Verfügung, doch seine Launen sind derart, dass die Vermeers sich konstante Sorgen machen müssen.
Griet hält ihren Kopf gesenkt, aber ihre Stille und ihre auffallende Reinheit ziehen Vermeer und Van Ruijven an. Der eine interessiert sich für die ästhetischen Möglichkeiten auf der Leinwand, der andere mehr für sinnlichere Wünsche. Letzterer wählt sie schliesslich aus, um ihn auf seiner nächsten Kommission zu begleiten, um sie für sich zu haben. Doch eine unwahrscheinliche Bindung zwischen Meister und Bediensteten entwickelt sich als Widerstand gegen die bösen Absichten.
Kinofilm-Rating
Was ist Kino ohne Emotionen? In diesem Film habe sie mir gefehlt. Zu den Charakteren in diesem Film habe ich jedenfalls gar keinen Zugang gefunden. Woran das liegt ist schwer zu sagen. Zumindest weiss ich, woran es nicht liegt:
An den Bildern. Die sind nämlich sehr schön komponiert. Wie es sich für einen Film über einen Künstler, sein Werk und seine Muse gehört. Normalerweise fallen einem eher schlecht gewählte Sets und mangelhafte Bildkompositionen auf. Hier ist aber das Gegenteil der Fall. Vielleicht wurde sogar etwas übertrieben. Zeitweise meint man die Hauptfigur in einem Bild wandeln zu sehen. War das wohl Absicht?
An der Musik. Die gefiel mir gut. Noch besser hätte sie mir wahrscheinlich in einem anderen Film gefallen. Die Verschmelzung von Musik und Film hat hier irgendwie nicht stattgefunden. Da passte irgendwas nicht zusammen. Vielleicht hatte es damit zu tun, dass mir das zentrale Thema schon mal irgendwo zu Ohren gekommen sein scheint. Aber hinzuhören lohnt sich allemal.
An den Schauspielern. Schauspieler zu werten ist keine leichte Sache. Vor allem zu sagen was jetzt jemand besonders gut macht, ist schwer zu beschreiben. Trotzdem wage ich hier zwei ganz gegensätzliche Leistungen zu werten. Bei Tom Wilkinson zum Beispiel, einem Schauspieler, den ich schon öfters gesehen habe (zuletzt in Eternal Sunshine Of The Spotless Mind) und eigentlich immer gut fand, wage ich zu behaupten, dass er hier schauspielerisch nichts Aussergewöhnliches zu bieten hat. So habe ich in ihm nur den Tom Wilkinson gesehen, den ich immer sehe. Seiner Figur konnte er keine Tiefe verleihen.
Ganz anderes bei Scarlett Johansson. Sie passt hervorragend ins Bild. Obwohl man fast ausschliesslich ihr Gesicht zu sehen bekommt, vermag sie visuell stets zu dominieren. Hübsch ist zwar nicht das erste Attribut, dass man ihr hier zuschreiben möchte. Dafür wird umso offensichtlicher wie Colin Firth als Vermeer das Schöne in ihr hervorzuheben vermag, wenn er sie malt. In der entsprechenden Szene schafft es Johansson sogar dem echten Mädchen mit dem Perlohrring Konkurrenz zu machen. Bei Johansson habe ich auch vergeblich Gemeinsamkeiten mit ihrer Rolle in Lost In Translation gesucht. Auch als sie ihre Kopfbedeckung nicht anhatte, sah ich eine ganz andere Johannson, als jene die ich bisher kannte. Dass das nur ihrem Make-Up Artist zu verdanken ist, glaube ich kaum. Meiner Meinung nach hat sie hier eine reife Leistung erbracht.
Wieso ich trotzdem überhaupt keinen Zugang zu diesem Film gefunden habe, weiss ich immer noch nicht. Was mir der Film jedoch vermitteln konnte, ist Zugang zu einem Gemälde und seinem Maler. Und deshalb kann ich sagen, dass ich es nicht bereue diesen Film gesehen zu haben.
![]()
4.2 Sterne (38 Bewertungen) | 3 Kommentare



