Die Geschichte vom weinenden Kamel (2003)
Die Geschichte vom weinenden Kamel (2003)
Mitten in der nördlichen Wüste Gobi wohnen zwei Generationen einer Familie in ihren einfachen Hütten. Doch sie leben nicht alleine. Eine Schafherde und mehrere Hauskamele leisten ihnen Gesellschaft und versorgen sie mit Milch und Fleisch. Eines Nachts wird ein kleines, weisses Kamel geboren. Doch die Mutter scheint dieses Kind nicht akzeptieren zu wollen und schubst es immer wieder von sich weg. Die Kamelbesitzer sind ratlos.
Mit allen Mitteln versuchen sie Mutter und Tochter Kamel zusammenzubringen, doch alles scheint hoffnungslos. Eine letzte Möglichkeit gibt es noch: Ein altes Ritual mit Musik und Gesang...
Kinofilm-Rating
Die Geschichte vom weinenden Kamel erzählt, klingt logisch, die Geschichte vom weinenden Kamel. Ja, nicht nur wir Menschen und Krokodile sind fähig zu weinen. Auch Kamele können das, unter den im Film gezeigten Umständen, durchaus. Dieser Dokumentarfilm ist eine Zusammenarbeit zweier Absolventen der Hochschule für Film in München. Der Italiener Luigi Falorni und die Mongolin Byambasuren Davaa liefern mit ihrer Arbeit einen interessanten Einblick in das Leben der Wüstenbewohner und ihrer Haustiere.
Und obwohl das Kamel, dessen Namen wir nicht erfahren, die Titelgebende Figur ist, waren es die Menschen, die mich am meisten interessierten. Beinahe unvorstellbar, wie diese Leute leben. Doch schlussendlich macht auch dort die Eroberung der westlichen "Kultur" keinen Halt. So wünscht sich der Sohn nichts sehnlicher als einen Fernseher und eine Satellitenschüssel. Und so steht zum Ende des Films eine solche vor der einfachen Hütte. Ein Bild, das zum Nachdenken anregt.
Überhaupt hat Co-Regisseur und Kameramann Falorni wunderschöne Bilder eingefangen. 24 pro Sekunde. Da schaut man dann auch gerne zu, obwohl nicht gerade unheimlich viel passiert während den 90 Minuten Film. Überhaupt wurde sehr darauf geachtet, einen Spannungsbogen zu bilden, sofern das bei einer Dokumentation möglich ist. Dieser Bogen funktioniert dann auch und der Film bietet doch einige Abwechslung.
Leider kann der Film ungeduldigen Menschen, die den MTV-Stil bevorzugen nicht empfohlen werden. Denn trotz seiner kurzen Spielzeit von 90 Minuten, verweilt der Film ab und zu etwas zu lange an einem Ort und scheint nicht vorwärts zu kommen. So empfiehlt sich allen Eltern, trotz der schnuckeligen Kamele, allzu unruhige Kinder besser zu Hause zu lassen. Dennoch sollten sich alle Volkskundler, Zoologen und andere Interessierte diesen Film ansehen...
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4.0 Sterne (14 Bewertungen) | 5 Kommentare


