Früher oder später (2003)
Früher oder später (2003)
Oder: Die letzten Stunden...
Mit Sterbenden habe ich angefangen. Mit Hinterbliebenen habe ich aufgehört. Alle wussten, dass wir den Film nie gemeinsam sehen werden.
Mit diesen Zeilen beginnt die interessante Dokumentation über das Sterben. Dabei begleitet Regisseur Jürg Neuenschwander verschiedene Menschen bei ihren letzten Tagen vor dem Tod. Da ist zum einen das Paar welches ihre beiden neugeborenen Babys verabschieden müssen, der alte Greis der kurz vor seinem Tod noch heiratet, der Jugendliche der innert einem Jahr sein Körper und sein Leben verliert und ein Mann der gegen seinen Krebs ankämpft.
Auf der anderen Seite sieht man die Angehörigen, welche das Leid ihrer Mitmenschen teilen und versuchen deren letzten Stunden so schön wie möglich zu gestalten. Ein weiterer Strang verschlägt den Zuschauer nach Tibet. Dort erfährt man wie die Eingeborenen mit einem Todesfall umgehen und welche Zeremonien abgehalten werden.
Kinofilm-Rating
Obwohl jedes irdische Dasein befristet ist, gehört das Sterben immer noch zu den Tabu-Themen unser Gesellschaft. Der Emmenthaler Regisseur Jürg Neuenschwander versucht mit diesem Dokumentarfilm für neuen Diskusionsstoff zu sorgen. Im Mittelpunkt stehen verschiedene Menschen die wissen, dass sie nur noch eine kurze Zeit zu leben haben - entweder wegen einer Altersschwäche oder weil sie von einer unheilbaren Krankheit befallen sind. Dabei zeigt man dem Zuschauer in ruhigen Bildern wie sich die verschiedenen Menschen auf ihren Tod vorbereiten. Die einen finden sich damit ab und geniessen die letzten Tage und die Anderen können ihr Schicksal nicht aktzeptieren.
Der Film hat mir gut gefallen, vorallem weil er etwas thematisiert was sonst viele verschweigen. Dennoch stören mich ein paar Sachen am Film. In meinen Augen hätte man als Zuschauer mehr über die betroffenen Menschen erfahren sollen. Was haben Sie früher gemacht, welche Krankheit haben sie? Diese Fragen werden nur von den wenigen Patienen beantwortet. Das ist auch der Grund, weshalb einem die Personen nicht richtig ans Herz wachsen. Das soll aber auf keinen Fall heissen, dass der Film nicht sehr berührt... denn das tut er auf jeden Fall. Schon nach 10 Minuten hört man die Ersten ihre Taschentücher hervor kramen und spätestens gegen Ende des Films kämpft jeder Anwesende mit den Tränen.
Jürg Neuenschwander hat es geschafft einen Dokumentarfilm zu drehen der zum Nachdenken anregt. Und es ist schwierig zu begreiffen, dass die Menschen, die man zu Beginn des Films noch sprechen hört, nicht mehr leben. Schade nur, dass die Szenen in Tibet und bei den Bestattern nicht richtig informieren. Diese Szenen "reissen" den Zuschauer zu stark aus der eigentlichen "Handlung".
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4.0 Sterne (3 Bewertungen) | 0 Kommentare


