My Girl - Fan Chan (2003)

My Girl - Fan Chan (2003)

Oder: My Thai Girl

My Girl - Fan Chan

Die Rasselbande vereint.

Eine Einladung für die Hochzeit seiner ersten Liebe lassen Jeab in einer Reihe von Kindheitserinnerungen schwelgen. Als kleiner Junge in einem Arbeiterviertel am Stadtrand von Petchaburi war er ganz doll verknallt in Noi Nah. Der Zwist um die Kundschaft zwischen den beiden Vätern - beide als Coiffeur tätig - war im herzlich egal. Viel schlimmer war die Tatsache, dass er auf der falschen Seite der Strasse wohnte. Alle anderen Jungs wohnten im Quartier gegenüber der gefährlichen Verkehrsachse, die mit dem Fahrrad nicht zu überqueren war. Was blieb ihm anderes übrig, als mit den Mädchen aus seinem Quartier Gummitwist und Müetterlis zu spielen? Der Drang, von der coolen Boy-Gang akzeptiert zu werden, wird aber immer grösser. Ein Loyalitätsproblem bahnt sich an, dass Jeab in die Krise stürzen wird...


Kinofilm-Rating

Jeder kann sich wohl an sein erstes Schätzli erinnern. Damals als die Mädchen auf einmal nicht mehr stanken und man sich wunderte, warum man sie so lange so doof fand. Es ist wohl überall auf der Welt das gleiche, wie Fan Chan der Überraschungserfolg aus Thailand beweist.

Gleich sechs Regisseure haben in ihren Jugenderinnerungen gekramt und sich die zuckersüsse Geschichte um eine Gruppe von Kindern im Thailand der 70er Jahre ausgedacht. Nicht dass es solche Nostalgie Trips im Kino nicht schon gegeben hätte, aber aus Thailand hat man so was noch nie gesehen. Für Thai muss der Spass im Kino noch grösser sein, all die Oldies auf der Tonspur zu erraten und die Fernostalgie-Soaps in den Fernsehern wieder zu erkennen. Auch den Thailand-Unkundigen wird aber genügend geboten, um sich trotzdem über den Film zu amüsieren.

Die Kinder sind richtige Wonneproppen. Jeder der Jungs aus der Gang hat seinen eigenen Spleen. Focus Jirakul, die Noi Nah, ist süsser als die Olsen Zwillinge zusammen. Fussball spielen sie, wie die Weltmeister und es wird bis auf letzte Detail geachtet, dass man sich auch wirklich in die Zeit als Kind zurück versetzt fühlt. Die Eltern sind leicht klischiert, aber sorgen für das Tüpfelchen auf dem i. Es gibt sogar einen kurzen Ausflug ins Kung-Fu-Genre, wobei man als Europäer nicht so genau weiss wieso. Dafür sind dann die Anleihen an Forrest Gump wieder für alle zugänglich.

Man kann dem Film vielleicht nur eines vorwerfen. Damit auch wirklich jeder der sechs Regisseure alle seine Erinnerungen einbringen konnte, musste der Film fast zwei Stunden dauern. Für eine Geschichte, die nicht mit wirklich atemberaubend neuem aufwartet, vielleicht ein bisschen zu lang. Aber das Schlussbild entschädigt für manche langwierige Szene. Mit der ersten Liebe ist es wie für den Vater mit seiner Tochter. Ganz tief drin bleibt sie immer das kleine Mädchen von früher, auch wenn sie als Braut vor dem Traualtar steht.

5.0 Sterne
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55
17.02.2004 / rm

My Girl - Fan Chan (2003)
Bewertung: 5.0 (3 Bewertungen)
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