La Face cachée de la Lune (2003)

La Face cachée de la Lune (2003)

Oder: Der tote Fisch

La Face cachée de la Lune

"'Tschuldige, verwählt..."

Philippe und André sind zwei Brüder aus Québec, wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Der jüngere André ist ein erfolgreicher Moderator beim Wetterstudio eines grossen Fernsehsenders und scheint ein glückliches Leben zu führen. Sein älterer Bruder Philippe schlägt sich als ewiger Student und Träumer durchs Leben. Seit seiner Kindheit, die vom Wettlauf zwischen zwischen der Sowjetunion und den USA um die Vorherrschaft im All geprägt wurde, üben das Universum und die Raumfahrt ein unglaubliche Faszination auf Philippe aus.

La Face cachée de la Lune

Raumkapsel

Seit vielen Jahren haben sich die Gebrüder nicht mehr gesehen. Doch der Tod ihrer Mutter führt die beiden gegensätzlichen Männer unwiderruflich zusammen. Doch sie haben sich ideel schon so weit voneinander entfernt, dass es nicht einfach sein wird, wieder in der selben Umlaufbahn zu landen...


Kinofilm-Rating

Beim Kanadier Robert Lepage kann man von einem absoluten Multitalent sprechen. Nicht nur spielt er die Rollen beider Gebrüder und schrieb das Drehbuch auf seinem Bühnenstück basierend. Nein, sogar die Regie von La Face cachée de la Lune übernahm er höchstpersönlich. Und, überraschenderweise, leistete er in all seinen Aufgaben überdurchschnittlich gute Arbeit.

Die Tragikomödie lebt nicht von ihrer Story, sondern von ihren Figuren. Die haben jedoch eine so differenzierte, facettenreiche Persönlichkeit und herrlich witzige Dialoge, dass es eine Freude ist ihnen zuzusehen. Im Zentrum steht Philipe, durch dessen Augen der Zuschauer den Film sieht. Lepage ist herrlich in der Rolle des kindlich-naiven Träumer, da er karikiert, aber nie zu sehr überzeichnet. Mit der selben Feinheit wird auch sein Bruder André portraitiert, dessen Rolle des Schwulen TV-Moderators sowohl klischiert als auch lebensnah scheint.

Immer wieder wird in die Vergangenheit, die Blütezeit der Raumfahrt, zurückgeblickt um uns Philipes Interesse näherzubringen. Die Bilder aus seiner Kindheit haben eine traum-ähnliche Leichtigkeit und sind mit kräftigen Farben erfüllt. So stellen sie einen hübschen Kontrast dar zwischen der Zeit in der die Mutter noch lebte und der eher tristen Gegenwart Philipes.

La Face cachée de la Lune ist kleines, feines Kino das mit tollen schauspielerischen Leistungen, einem speziellen, visuellen Flair und einem verschrobenen, tragikomischen Humor aufwartet und sich so als eines der ersten Studiokino-Highlights des Jahres 2005 herausstellt.

4.5 Sterne
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06.01.2005 / ma