Evil - Ondskan (2003)

Evil - Ondskan (2003)

Oder: Wider dem Standesdünkel

Evil - Ondskan

Schlegi!

Erik (Andreas Wilson) ist ein brutaler Schläger. Die Gewalt, die er von seinem Stiefvater in grundslosen Prügeleien zuhause erlebt, trägt er in seine Schule, bis er von ihr ausgeschlossen wird. Als letzte Hoffnung schickt ihn seine Mutter ins Eliteinternat Stjärnsberg. Doch auch dort herrschen raue Sitten. Rädelsführer aus den oberen Klassen drangsalieren jeden ihrer Mitschüler wegen Kleinigkeiten. Der Lehrkörper duldet Kopfnüsse und weitere, blutigere Züchtigungen stillschweigend. Im Unterricht sind auch faschistische Ideologien nicht verpönt.

Evil - Ondskan

Schmusi!

Erik könnte sich wehren, muss aber ruhig bleiben, weil dies seine letzte Chance ist, einen Schulabschluss zu bekommen. Pierre (Henrik Lundström), sein sensibler Zimmergenosse, rät Erik zum passiven Widerstand, was einerseits auch ihn zur Zielscheibe macht, andererseits die fiesen Mitschüler zur Weissglut bringt. Nur beim Schwimmen kann sich Erik entfalten. Er hat grosses Talent und könnte einen Schulrekord brechen. Zwischenzeitlich beginnt er auch ein Affäre mit der Küchenhilfe Marja (Linda Zilliacus), die sich damit in grosse Gefahr begibt, weil jeder Kontakt zwischen Personal und Schülern streng verboten ist.


DVD-Rating

Evil (Originaltitel: Ondskan) basiert teilweise auf der Autobiographie des schwedischen Autors Jan Guillou, der international vor allem durch seine Spionage-Reihe über den Geheimagenten "Coq Rouge" bekannt wurde. Verfilmt hat die Internatsgeschichte der schwedische Regisseur Mikael Håfström, dessen Horrorfilmchen Strandvaskaren am diesjährigen NIFFF lief. Im letzten Jahr war Evil für den Oscar als bester fremdsprachiger Film nominiert.

Evil ist ein sehr schön gefilmter Streifen, der in den 50 Jahren spielt. Kleine Feinheiten aus der Epoche, wie die Jazzplatten eines Charlie Parker, finden in der Handlung ihren Platz. Man diskutiert auch mal über Rebel without a Cause, was auch als kleiner Hinweis auf die Figur, die der imposante Hauptdarstellers Wilson darstellt. Er ist ein kleiner James Dean. Sein Kampf gegen den Standesdünkel, der sich im Internat hinter einer pervertierten Moral aus Kameradschaftsgeist, Ehrenkodex und Tradition versteckt ist packend. Sein Widersacher Nummer 1, Otto, wird gespielt Gustaf Skarsgard. Der zweitälteste Sohn von Stellan kommt schon fast an seinen Papi heran mit seiner Boshaftigkeit. Wenn diese ausgelebt wird, fliesst dann auch mal zünftig das Blut. Doch viel geschockter als von der sichtbaren Gewalt ist man, wenn sich niemand dagegen wehrt. Wenn Eriks Mutter sich ans Klavier setzt, um die Schläge im Nebenzimmer zu übertönen, oder die Lehrer des Internats, die selenruhig essen, während im angrenzenden Speisesaal Misshandlungen passieren. Der Film spricht sich gegen das Wegsehen aus, stellt aber auch die Frage, ob Gegengewalt die Lösung sein kann.

Oft hat man das Gefühl, ein simples "Äxgüsi" könnte hier so einiges ins Reine bringen. Dass sich der an Strassenkämpfe gewohnte Siebensiech Erik nicht früher gegen seinen Stiefvater oder die schnöseligen Primaner wehrt, ist teilweise unverständlich. Die Statur dazu hätte er allemal. Insgesamt bleibt Evil aber trotzdem zu empfehlen.

Die DVD liefert ein Spitzenbild, leider aber wenig räumlichen Klang. Texttafeln zum Darsteller und dem Regisseur gibt es auch noch. Eine Special Edition DVD mit mehr Bonusmaterial existiert. Hier wurde jedoch die Standard DVD besprochen.

5.2 Sterne 4.0 Sterne
5.2 Sterne (11 Bewertungen) | 1 Kommentar

4.5 Sterne4.5 von 0.0-6.0
07.09.2005 / rm


DVD-Infos

DVD erschienen am 12.05.2005

  • Bildformat: Widescreen (1.85 : 1)
  • Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 5.1), Deutsch (dts 5.1), Schwedisch (Dolby Digital 5.1)
  • Untertitel: Deutsch
  • Extras: Trailer, Textafeln zu Cast und Crew und "Auf der Suche nach dem Hauptdarsteller".

Evil - Ondskan (2003)
Bewertung: 5.2 (11 Bewertungen)
5.2 Sterne » BewertenEvil - Ondskan (2003)065.1666711

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