11:14 (2003)

11:14 - Elevenfourteen

11:14 (2003) 11:14 - Elevenfourteen

Oder: wenn andere längst schlafen

11 : 14

I've had the time of my life

Ein angetrunkener Autofahrer namens Jack (Henry Thomas) bekommt einen Menschen auf die Motorhaube geworfen und erschrickt gewaltig. Die sofort auftauchende Polizei kauft ihm die Geschichte mit dem Hirsch nicht ab und verhaftet ihn. Im gleichen Polizeiauto sitzen bereits Buzzy (Hilary Swank) und Duffy Shawn Hatosy), die wegen eines missglückten Raubüberfalles verhaftet worden sind.

Duffy hat Geldsorgen und um die Abtreibung seines ungeborenen Babys bezahlen zu können und sich mitsamt seiner Freundin Cheri (Rachael Leigh Cook) finanziell über Wasser halten zu können, plant er, die Kasse der Tankstelle zu klauen, bei der er selber angestellt ist. Cheri hingegen hat zuhause einen Vater (Patrick Swayze), der sich immense Sorgen um den Lebensstil seines Töchterchens macht. Denn die ist grad mit einem Typen abgehauen, der dem Papa gar nicht in den Kram passt. Die beiden Kids treffen sich auf dem Friedhof zum wilden Sex mit tödlichen Folgen.

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Das Duell konnte beginnen

Ausserdem düst Mark (Colin Hanks) mit seinen zwei Kumpels durch die Gegend auf der Suche nach Aufregendem und die Langeweile bekämpfend. Als sich einer der Jungs zum urinieren aus dem fahrenden Auto entschliesst, wird beim darauf folgenden Unfall (ein Mädchen stand mitten auf der Strasse) zusätzlich noch ein Penis vermisst.

Es ist 11:14 Uhr nachts in einem verschlafenen kalifornischen Örtchen. Und alle diese Geschichten treffen exakt um diese Uhrzeit aufeinander und lassen die Beteiligten diese Uhrzeit niemals mehr vergessen.


DVD-Rating

Es gibt mehr als einen Film, in dem der Zuschauer anfänglich verwirrt im Sessel sitzt und irgendwie ratlos auf den Bildschirm starrt. Bei den richtig guten Beispielen, fügen sich dann die einzeln recht konfusen Szenen zu einem gewaltigen und imposanten Gesamtwerk zusammen und der "Aha"-Effekt wird zum Erlebnis. Jüngstes Beispiel ist dafür sicherlich der Oscarprämierte Crash. In 11:14 kommen Liebhaber dieser Art von Filmen ganz speziell auf ihrer Rechnung.

Regisseur Greg Marcks hat mit 11:14 einen Film geschaffen, in dem man nicht nur auf die Hauptpersonen und Storylines achten muss, sondern auch die Erscheinungen am Rand unter ständige Beobachtung stellen muss. Denn was in einer Szene nur kurz erwähnt wird oder man sekundenschnell zu Gesicht bekommt, ist massgebend für eine andere der verschiedenen Geschichten. Die Figuren treffen sich wiederholt, die Kameraperspektive ändert sich und die Vorzeichen der Begegnungen werden neu gemischt. Ein interessantes Phänomen, das hier praktiziert wird und zu einer Zelebrierung ausartet.

Die spannend ineinander verflochtenen Geschichten lassen jedoch keinen Platz für irgendwelche zusätzlichen Charakterpersonifizierungen. Der Film lebt einzig und allein vom Aufeinanderprallen der verschiedenen Figuren in den diversen Szenen und schafft es zwar, den Zuschauer immer wieder zu verwundern, aber nicht, dem Film das Prädikat "Klasse" aufzudrücken. Zu starr wird mit diesen "Zufällen" gearbeitet und Platz für anderes gibt es kaum.

Die Schauspieler sind jedoch allesamt grossartig. Angefangen bei Patrick Swayze, der einen Fatsuit tragen musste, um seiner Rolle mehr Gewicht zu geben und der sich nach derjenigen in Donnie Darko wieder eine kultige Rolle geschnappt hat, über Hilary Swank, deren Figur ursprünglich eine männliche sein sollte, bis hin zu Henry Thomas, den erfahrene Filmgucker natürlich noch aus E.T. kennen. Sie alle verkörpern ihre Charaktere mit viel Intensität und holen aus den teilweise doch recht oberflächlichen Figuren das Maximum heraus.

Fazit: 11:14 ist ein spezieller Film, den man sich ansieht, um erstaunt zu werden. Die Zufälle sind grandios, die Begegnungen ebenfalls. Wie ein Puzzle fügen sich die einzelnen Geschichten gekonnt zum Gesamtwerk und lassen den Zuschauer schlussendlich mit einem durchaus befriedigten Eindruck zurück. Nicht ganz so stark wie Crash, das Teil, aber echt sehenswert.

Eine knapp viertelstündige B-Roll, welches zugleich ein Blick hinter die Kulissen ist, entpuppt sich als Herzstück der Extras. Dazu gibt es Trailer und TV-Spots in allen möglichen Fassungen. Ebenfalls sind Interviews mit den Stars des Films, sowie dem Regisseur abrufbar. Die halten sich aber recht kurz und beschränken sich meist auf die selber gespielte Figur und die Zusammenarbeit mit den anderen, sowie den Erwartungen an den Film. Abschliessend ist noch eine Sammlung von DVDs mit Trailer zu sehen, die aber meist unbekanntes Material promoten soll.


OutNow.CH:

Bewertung: 4.54.5

 

28.03.2006 / muri

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