Elephant (2003)
Elephant (2003)
Oder: Nachtragend...
Eine Amerikanische High School an einem ganz normalen Schultag. Jede Schülerin und jeder Schüler erlebt diesen Tag anders: einige langweilen sich im Unterricht andere haben Probleme mit dem Rektor oder werden von ihren Mitschüler gehänselt und als Aussenseiter abgestempelt.
Doch etwas ist heute anders, denn zwei Mitschüler stehen, bis an die Zähne bewaffnet, vor dem Haupteingang der Schule und wollen ihren kaltblütigen Plan in die Tat umstzten: die Rache an ihrer Schule...
Kinofilm-Rating
Der Grossteil des Films handelt von den letzten 15 Minuten bevor das Blutbad beginnt. Da diese Minuten von jedem Schüler anders erlebt werden, zeigt man uns diese mehrmals - jedesmal aus der Sicht eines anderen Schülers. Dabei wird die jeweilige Person von der Kamera verfolgt und zeigt deren Schultag. Dank den oft wackligen Bilder, sowie den Laiendarsteller wirkt alles sehr real.
Nun, das waren eigentlich schon alle Pluspunkte, denn viel mehr hat der Film nicht zu bieten. Die negativ-Punkte beginnen schon bei den oben erwähnten Kamerafahrten. Diese begleiten die Akteure in mehrminütigen (!) Fahrten, mit der Sicht über die Schulter, durch das Schulgebäude. Das ist zwar speziell doch oft hat man das Gefühl, dass der Cutter seinen Einsatz verpasst hat. Es ist einfach nicht packend wenn man das Gespräch dreier Teenagerinnen beim Essen zuhört.
Die Schauspieler haben keine allzu schwierige Aufgabe da sie nicht oft zu sehen sind und nur einen kurzen Einblick in einen normalen Schultag zeigen müssen. Darin sieht man unter anderem wie der eine Schüler von den Mädchen umschwärmt wird, wie eine Aussenseiterin ihren Sportunterricht beendet und wie ein Fotograf seine Bilder in die Entwicklung bringt. Nebenbei gibt es noch die Geschichte über die beiden Attentäter.
Das Motiv der beiden Amokläufer ist nicht klar erkennbar, zwar sieht man, dass der eine in der Schule gehänselt wird, doch mehr über die psychische Lage erfährt man nicht. Später zeigt man dem Zuschauer nur noch, dass sich die beiden ein Gewehr über das Internet bestellen und auf dem Laptop ein 3D-Shooter spielen (ja, ja, die bösen Video-Spiele). Auch sonst entsprechen die beiden dem klischeehaften Täterprofil: Aussenseiter und fasziniert vom Hitler-Regime.
Ich kann dem Film nicht viel abgewinnen obwohl ich mich im Vorfeld sehr auf diesen Streifen gefreut habe, da mich das Thema sehr interessiert. Gerne wollte ich etwas über die Personen, insbesondere die Amokläufer erfahren, und nicht bei den langweiligen Spaziergängen durch das Schulhaus dabei sein. Regisseur Gus Van Sant hat in meinen Augen viel Potential verschenkt - sehr schade.
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4.2 Sterne (35 Bewertungen) | 33 Kommentare


