The Dreamers (2003)

Die Träumer

The Dreamers (2003) Die Träumer

Oder: Dream dreams of revolution

The Dreamers

Sind zwei genug?!

Während ihre Eltern in die Ferien abdüsen, laden Isabelle (Eva Green) und ihr Bruder Theo (Louis Garrel) ihren Mitstudenten Matthew (Michael Pitt) - ein junger Amerikaner - zu sich ins getrautes Heim ein. Die Drei experimentieren gegenseitig mit ihren Emotionen und ihrer Sexualität, indem sie damit beginnen, immer anspruchsvollere, psychologische Partien zu spielen. Dabei stellen sie ihre eigenen "Regeln" auf.

Im Hintergrund wird die turbulente politische Aufruhr vom Frühling 1968 in Frankreich - als die Stimme der Jugend durch ganz Europa hallte - aufgezeigt.


Kinofilm-Rating

The Dreamers soll laut Pressetext (freihändisch übersetzt) eine Geschichte der Selbst-Entdeckung sein, während die drei Studenten sich gegenseitig testen, um zu sehen, wie weit jeder einzelne von ihnen gehen wird. So, so. Gut, dann mal rausgerückt, was ich über den Film denke.

Betrachtet man gewisse Szenen alleine, d.h. ohne im Kontext des Gesamtwerkes zu stehen, findet man vielleicht doch recht Gefallen an den künstlerischen Einstellungen, Ideen und speziellen Remake-Sequenzen. Cinéasten und sonstige Kenner der richtig alten Movies von anno dazumal werden Freude am Hobby der Hauptcharaktere haben! Marlene Dietrich und Greta Garbo tauchen ab und an auf und die drei Gesellen spielen gerne das eine oder andere Szenchen aus einem der Urfilme nach. Schön! Hat mir gefallen, dieser Bezug zur Cinéphilie.

Daneben darf das Kinopublikum miterleben (*hüstel*), wie sich die französischen (siamesischen) Zwillinge und der prüde Amerikaner kennenlernen und sich gegenseitig auf die erotische Art erforschen. Manchmal treiben's [sic!] die Studenten jedoch etwas zu weit. Soviel neugierige Geilheit und Selbsterfahrung in allen möglichen Positionen ist mir dann doch etwas zuviel. Weniger ist manchmal mehr. The Dreamers ist bestimmt nichts für erzkatholische, traditionsverliebte und der Prüderie verbürgten Menschen, und schon gar nichts für unreife Teenies (*schamerfülltes Gekicher würde die Reihen erfüllen*).

Die Schauspieler leisten eine in jeder Hinsicht sehr gute Arbeit; zumal Nacktszenen bestimmt nicht jedermanns Sache sind und sich gewisse Handlungen - wie bereits oben gesagt - an der Grenze zum Pornografischen befinden. Durch das künstlerische Moment des Films jedoch, kann von einem plumpen Sexfilm nicht die Rede sein - in keiner Weise! Es geht hier schliesslich um Kino-Kunst!!

Der Soundtrack kommt ganz im Stil der 68er daher. Das Intro sodann besticht durch den grausligen Song, der irgendwie nicht so recht Vorfreude aufkommen lassen will. Nun gut - die Bilder resp. Kameraeinstellungen machen diesen Fehlgriff wieder wett.

Fazit: Alles in allem ein Film für die etwas reifere Generation; eine, die hinter die Liebeleien und im Trio sehr direkt angegangenen und aufgedeckten Intimitäten sehen wollen, können, mögen. Kein Pin-Up - eher ein Aktfoto eines upcoming Artist.

4.0 Sterne
4.0 Sterne (38 Bewertungen) | 21 Kommentare

3.53.5
29.11.2003 / nd