Dogville (2003)
Dogville (2003)
Oder: Wo die Hunde leben.
Dogville, ein Kaff in den Rocky Mountains, die Einwohner gefallen sich selbst. Als jedoch die bezaubernde Grace (Nicole Kidman) auftaucht wird das ganze Dorf durchgeschüttelt. Der Schriftsteller Tom Edison (Paul Bettany) versucht, die auf der Flucht vor Gangstern befindende Grace im Dorf zu verstecken. Er braucht dazu jedoch die Einwilligungen aller Nachbarn, welche nicht ganz einfach zu erhalten sind. Nach langen Diskussionen in der Dorfkirche darf Grace auf Probe in Dogville bleiben.
Grace bietet als Gegenleistung für ihr Asyl ihre Arbeitsleitung an. Die engstirnigen Einwohner lehnen zuerst jede Hilfe von ihr ab. Mit der Zeit wird es jedoch zur Gewohnheit, dass Grace ihnen die ungeliebten Arbeiten abnimmt. Als die Polizei im Dorf auftaucht und sich nach der versteckten Grace erkundigt, verlangen die Bewohner von ihr die doppelte Leistung zum halben Preis. Die Dorfbewohner werden immer skeptischer und beobachten Grace und stellen ihr Fallen. Grace gerät in immer grössere Abhängigkeit, sie wird vergewaltigt und ist schlussendlich die Dorfhure.
Eine geplante Flucht aus dem Dorf wird vereitelt, da sich die Dorfbewohner an die Dienste von Grace gewöhnt haben und sie sich ihrer komfortablen Lage nicht berauben möchten, eine Sklavin zu besitzen. Damit Grace in Zukunft nicht fliehen kann, wird sie mit einer Hundekette an ein altes Eisenrad angekettet. Das wird Tom zuviel. Er ruft die Nummer auf der Visitenkarte des Gangsters, welche er in der Nacht des Auftauchens von Grace erhalten hatte, an. Nun werden die Strassen von Dogville neu gezeichnet...
DVD-Rating
Woouu. Dogville ist keine leichte Kost. Weder visuell - der ganze Film spielt auf einer einzigen grossen Bühne, die nur über eine spärliche Ausstattung verfügt - noch inhaltlich - "Denn das Böse steckt in jedem Menschen" könnte als Grundaussage dienen. Lars Van Trier ist ein genialer Fiesling. Genial ist, wie er menschliche Schattenseiten veranschaulicht, fies, den Zuschauer dazu zu bringen, 170 Minuten lang seinen Film zu schauen. Es kann nämlich ganz schön quälen, zuschauen zu müssen, wie ehrliche und aufrichtige Menschen in gewissen Situationen zu Scheusalen mutieren, vor allem dann, wenn es einer wie Trier so glaubwürdig darstellt.
Zu sagen, die Idee einen Film zu machen, der nur einen Schauplatz hat, dem es nicht nur an Möbel und sonstigen Requisiten mangelt, sondern auch kaum über Fassaden verfügt und viele Dinge ausschliesslich mit einen Schriftzug auf dem Boden repräsentiert sind, sei gewagt, wäre sicher weit untertrieben. Die Erwartung, dass dabei ein Film resultieren kann, der gekonnt aufzeigt, dass aus jedem anständigen Menschen ein Fiesling werden kann, wenn nur die Umstände schlecht genug sind, wäre sicher eher hoffungsvoll. Dennoch beweist Dogville, dass Lars Von Trier verhältnismässig wenig Hilfmittel benötigt und gute Schauspieler nur wenige Wochen lang zu quälen braucht, um in einem Film die dunkle Seiten der Menscheit grell zu beleuchten.
Ich persönlich bin schon Fan von Nicole Kidman. Wer es noch nicht ist, darf sich ruhig mal Dogville anschauen. Sie hat eine sehr feine Art zu Spielen, kann aber mit wenig sehr viel aussagen. Finde ich zumindest. Überrascht wurde ich von Paul Bettany. Ich hab ihm zwar schon bei Master And Commander und A Knight's Tale gerne zugeschaut, aber seine Leistung in diesem Film hat mich nun vollends von ihm überzeugt. Souverän. Der Auftritt von James Caan ist zwar eher kurz, für Leute die ihn gerne auf dem Bildschirm sehen dennoch ein Leckerbissen.
Das Zusatzmaterial ist Dänisch, Englisch und Französisch vertont. Einmalig sind die Auszüge aus den Dogville Confessions, wo sich die Schauspieler in einer Holzbox vor der Kamera über ihre Gefühle und Eindrücke auslassen konnten. Die kann man sich übrigens mit der gleichnamigen DVD in voller Länge gönnen.
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4.8 Sterne (65 Bewertungen) | 1 Kommentar
DVD-Infos
DVD erschienen am 29.04.2004
- Bildformat: 16:9, 2.35:1
- Sprachen: Deutsch (Dolby Digital 2.0, Dolby Digital 5.0) Englisch (Dolby Digital 5.0)
- Untertitel: Deutsch
- Extras: Dogville Cinema ("Trier, Kidman and Cannes" und Audiokommentar von Trier und Anthony Mantle), Interviews (Kidman, Skarsgard, Trier und andere), Confessions (Geständnisse der Schauspieler), Dogville Visuals (Visual Effects, Poster Artwork), Pressekonferenzen.



